Schattenwirtschaft: Deutschland arbeitet schwarz

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Schattenwirtschaft: Deutschland arbeitet schwarz

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Glaubt man den Zahlen einer aktuellen Studie von Visa Europe ist die Schwarzarbeit ein Massenphänomen in Deutschland.

Trotz Rekordbeschäftigung hat die Schattenwirtschaft in Deutschland weiter Konjunktur. Mit einem Volumen von 350 Milliarden Euro ist sie nominal die größte in der EU.

Die Schattenwirtschaft hat in Deutschland weiter Konjunktur, das zeigt eine aktuelle Studie von Visa Europe. Demnach ist die deutsche Schattenwirtschaft mit einem Volumen von 350 Milliarden Euro die nominal größte in der Europäischen Union. Im Vergleich zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) befindet sich die deutsche Schattenwirtschaft mit einem BIP-Äquivalent von 13 Prozent allerdings im unteren Drittel in Europa. Glaubt man der Studie ist die Schwarzarbeit ein Massenphänomen in Deutschland. Etwa acht Millionen Menschen sollen nebenbei unversteuert arbeitet. Schwarzarbeit macht hierzulande etwa zwei Drittel der Schattenwirtschaft aus, ein Drittel entsteht durch Underreporting von Einkommen. Darunter versteht man Einzel- oder Großhandelsgeschäfte, die nicht komplett ausgewiesen sind. Den größten Anteil an der Schattenwirtschaft in Deutschland weisen die Sektoren Produktion, Groß- und Einzelhandel sowie das Baugewerbe auf.

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Die Nachteile sind klar definiert: Dem Fiskus entgehen Steuern und Sozialversicherungsbeiträge in Milliardenhöhe. Die Beschäftigten, die schwarzarbeiten, haben keinerlei Sicherheiten. Und: Der Wettbewerb wird konterkariert, da die Realwirtschaft aufgrund der Abgabenlast nie so billig sein kann wie die Schattenwirtschaft.

Fehlende Absicherung Schwarzarbeiter setzen ihre Rente aufs Spiel

Jeder zehnte Deutsche beschäftigt unangemeldete Haushaltshilfen. Das ist nicht nur illegal: Die Putzhilfen und Babysitter verzichten damit auch auf einen Teil ihrer Rente.

huGO-BildID: 3476641 Symbolisch hält am 14.01.2004 eine Frau einen Feudel neben einem Putzeimer. Bei Schwarzarbeit soll in Deutschland künftig auch Strafe angedroht werden. Wer die Putzfrau schwarz beschäftigt oder Handwerker ohne Rechnung arbeiten lässt, soll künftig mit Strafverfolgung oder Haft bis zu zehn Jahren rechnen. In Kraft treten soll das Gesetz nach dem Willen der Bundesregierung Mitte 2004. Der Finanzminister rechnet mit Steuermehreinnahmen in Höhe von etwa einer Milliarde Euro. Foto: Ralf Hirschberger dpa/lbn Quelle: dpa/dpaweb

Die Autoren der Studie, A.T. Kearney und Professor Schneider von der Universität Linz halten vor allem hohe Steuern und Sozialabgaben für den Treiber der Schattenwirtschaft. "Im Niedriglohnsektor machen hohe Abgaben Arbeit teilweise unrentabel, und die Einführung von Mindestlöhnen in bestimmten Branchen übt zusätzlich Druck auf legale Beschäftigungsverhältnisse aus", heißt es.

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Darüber hinaus wurde ein Maßnahmenkatalog entwickelt, um zu helfen, die Schattenwirtschaft zu reduzieren: Aufklärungskampagnen und gezielte Anreize sollen Verbraucher, Händler und weitere Anspruchsgruppen zur verstärkten Nutzung von Kartenzahlungen anregen.

Denn so das Ergebnis, das Visa Europe sicher nicht ganz ungelegen kommt: Der Treibstoff für die illegale Ausübung von Tätigkeiten und Underreporting sei das Bargeld. In Deutschland begünstigte die traditionell hohe Bargeldaffinität und -abhängigkeit die Ausübung von Schwarzarbeit: Besonders im Mittelstand und in einigen Bereichen des Einzelhandels, etwa in Bäckereien und Kioskläden, sind Kartenzahlungen bislang wenig verbreitet. Diese geringe Kartenakzeptanz verhindere eine häufigere Nutzung von elektronischen Bezahlverfahren und erschwere somit die Adressierung von Schwarzarbeit und Underreporting.

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