Schiefergasgewinnung: Fracking könnte eine Million Jobs in Europa schaffen

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Fracking

von Bert Losse

Zu einer Neubewertung der Fracking-Technologie in Europa und Deutschland hat der Energieexperte  Frank Umbach aufgefordert

Fracking könnte in Europa rund eine Million neue Arbeitsplätze schaffen und zugleich den CO2-Ausstoß in Europa deutlich senken, schreibt Umbach, Associate Director des European Centre for Energy and Resource Security am Londoner King‘s College, in einem Gastbeitrag für die WirtschaftsWoche. „In den USA hat die Schiefergas- und Schieferölexploration rund 2,2 Millionen Jobs geschaffen. In Europa wären bis zu einer Million neue Arbeitsplätze möglich“, schätzt Umbach. Europäisches Schiefergas wäre zwar aufgrund der Geologie und höherer Auflagen teurer als in den USA, aber „immer noch günstiger als russisches Pipelinegas aus den neuen und entlegeneren sibirischen Gasfeldern“, so Umbach. „Die Schiefergasförderung würde die Gaspreisdifferenz zu den USA verringern, die Wettbewerbsfähigkeit der energieintensiven Wirtschaft Deutschlands stärken und die bereits empirisch nachweisbare schleichende Deindustrialisierung stoppen.“

Auch die Umwelt könnte laut Umbach profitieren. „Berücksichtigt man auch die weiten Transportwege von russischem Pipelinegas und von Flüssiggas, das mit Schiffen nach Europa kommt, und berechnet die Emissionen entlang der gesamten Gasinfrastrukturkette bis zum Konsumenten ein, würde ein Ersatz durch europäisches Schiefergas den Ausstoß von Treibhausgasen um 10 bis 30 Prozent senken“, schreibt Umbach. Dabei könnte Schiefergas „den europäischen Gasbedarf für die nächsten 25 bis 60 Jahre sichern und die Verhandlungsmacht bei künftigen Gasverträgen mit dem russischen Staatskonzern Gazprom stärken. Bis 2020 ließen sich bereits 25 Prozent der russischen Gasimporte in der EU ersetzen“, ist Umbach überzeugt.

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In Deutschland würde in der Debatte um Fracking fast nur die Risiken gesehen „Der Provinzialismus der deutschen Schiefergasdiskussionen schließt bisher fast jegliche globale Dimensionen aus und nimmt Analysen und wissenschaftliche Erkenntnisse zu dieser neuen Technologie vielfach nicht wahr“, bemängelt Umbach. Die Umweltrisiken seien „kaum größer als bei der konventionellen Gasförderung und bei einer stringenten, unabhängigen Umweltregulierung beherrschbar.“

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