Schienenmaut: 2020 nur noch halb so laut

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Schienenmaut: 2020 nur noch halb so laut

von Christian Schlesiger

Lärmabhängige Trassenpreise sollen Güterzüge leiser machen.

Ab Juni dieses Jahres startet die Netztochter der Deutschen Bahn ein neues Preismodell im Güterverkehr. Laute Züge zahlen dann höhere Trassenpreise. Der Durchschnittspreis verteuert sich pro gefahrenen Kilometer um drei Cent auf 2,72 Euro. Ein Güterzug von Mannheim nach Maschen südlich von Hamburg kostet dann rund 1481 Euro – ein Plus von 15 Euro. Der Zuschlag entfällt, wenn mindestens 80 Prozent der Wagen eines Zuges mit leisen Bremsen ausgerüstet sind.

Deutschlands Lärmquellen in Dezibel

  • 0 Dezibel

    Stille

  • 10 Dezibel

    Schneefall

  • 20 Dezibel

    Ticken einer Taschenuhr

  • 30 Dezibel

    Flüstern

  • 40 Dezibel

    Kühlschrank

  • 50 Dezibel

    Leises Gespräch, ruhiger Bach

    Optimaler Schutz laut Deutscher Gesellschaft für Akustik: 50 dB tagsüber und 40 dB nachts

  • 60 Dezibel

    Normales Gespräch

    Zielwerte des Umweltbundesamts und der WHO: 65 dB tagsüber und 55 dB nachts

  • 70 Dezibel

    Lautes Gespräch, Rasenmäher, sieben Meter entfernt

    Grobe Richtschnur für Richter: 70 dB tagsüber und 60 dB nachts gelten meist als zumutbar

  • 80 Dezibel

    Starker Straßenverkehr, laute Radiomusik

    Unzumutbare Dauerbelastung: 75 dB Lärm gilt unter Experten als langfristig nicht mehr tolerierbar

  • 90 Dezibel

    Airbus A319 in 450 Meter Höhe, Presslufthammer, Güterzug

  • 100 Dezibel

    Alter Güterzug, Boeing 747 in 450 Meter Höhe

  • 110 Dezibel

    Alter Güterzug auf schlechten Schienen

  • 120 Dezibel

    Kampfjet in sieben Meter Entfernung

  • 130 Dezibel

    Schmerzgrenze

Bis zu 90 Dezibel

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Davon ist die Güterbahnbranche noch weit entfernt. Bis 2020 will die Deutsche Bahn den Verkehrslärm auf der Schiene halbieren. Doch noch immer fahren rund 180 000 Güterwaggons mit lauten Graugussbremsen über die Gleise – ein Drittel davon bei der Bahn-Tochter DB Schenker Rail. Beim Bremsen verursachen sie eine Lautstärke von bis zu 90 Dezibel – bei schlechter Schienenqualität kann es noch lauter werden. Deswegen sollen die Züge nun Flüsterbremsen erhalten. Der Bund fördert die Umrüstung mit insgesamt rund 150 Millionen Euro. Einen gleich hohen Betrag zahlt die Bahn-Tochter DB Netz an die Güterbahnen aus, den sie durch die erhöhten Trassenpreise einnimmt.

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Eigentlich könnte die Umrüstung sofort starten. Doch die Deutsche Bahn wartet derzeit noch auf die Zulassung einer günstigeren Technik (LL-Sohle), die deutlich weniger kostet und noch weniger Krach verspricht. Voraussetzung ist die Zulassung durch die europäischen Behörden. Die Deutsche Bahn erwartet die Freigabe nun im Sommer dieses Jahres. Kritiker sind skeptisch. Die neue Technik wird bereits seit fünf Jahren getestet. Die Schweizer forcieren und finanzieren daher die Umrüstung der Güterzüge auf andere Flüsterbremsen (K-Sohle). Die Technik ist zwar teurer, aber dafür schon erprobt und seit Jahren zugelassen.

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