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Schlecker: Union will "unechte Zeitarbeit" verbieten

von Harald Schumacher

Drogeriemarktführer Schlecker hat ankündigt, sein umstrittenes Zeitarbeitsmodell aufzugeben. Dennoch wächst aus der Unionsfraktion der Druck auf Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen, „unechte Zeitarbeit“ per Gesetz zu unterbinden.

Einkaufskorb in einer Quelle: Andreas Körner für WirtschaftsWoche
Einkaufskorb in einer Schlecker-Filiale Quelle: Andreas Körner für WirtschaftsWoche
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Die Unionsfraktion erhöht den Druck auf Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen, das Arbeitnehmer-überlassungsgesetz (AÜG) zu ändern, um Missbrauch durch konzerninterne Zeitarbeitsfirmen zu verhindern. Neben dem arbeitsmarktpolitischen Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, dem Christdemokraten Karl Schiewerling, fordert nun auch der CSU-Abgeordnete Josef Göppel von der Leyen auf, „unechte Zeitarbeitsverhältnisse“ zu unterbinden und am Plan einer Gesetzesänderung festzuhalten.

„Die diskutierte Änderung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes hat sich durch die Erklärung von Schlecker nicht erledigt“, erklärt Göppel gegenüber der WirtschaftsWoche: „Wir brauchen eine Regelung, um solche unechte Zeitarbeit grundsätzlich und ein für allemal zu unterbinden. Schlecht bezahlte Zeitarbeitsverhältnisse, die unternehmensintern Tarife umgehen, Dumpinglöhne legitimieren und aus Stammbelegschaften Leihbelegschaften machen, unterminieren das durch die Finanzkrise ohnehin tief beschädigte Vertrauen in unsere Wirtschaftsordnung weiter, und zwar über Parteigrenzen hinweg.“

Erster Schritt zur Gesetzesänderung

Offenbar ist inzwischen im Bundesarbeitsministerium der erste Schritt zur Änderung des AÜG getan. Arbeitsmarktexperte Schiewerling begrüßt, dass von der Leyen seine „Initiative unterstützt und ihr mit einem konkreten Auftrag an das Ministerium folgt: nämlich zu prüfen, inwieweit erstens die Beschäftigungspraxis von Schlecker mit den eigentlichen Zielen der Zeitarbeit vereinbar ist, ob und inwieweit zweitens andere Unternehmen eine ähnliche Praxis haben und ob drittens eine gesetzliche Regelung zur Verhinderung solcher Praktiken notwendig ist. Im Bedarfsfall soll ein konkreter Gesetzesvorschlag erarbeitet werden“.

Von der Leyens Möglichkeiten, ihre Ankündigung aus der Anne-Will-Gesprächsrunde vom vergangenen Sonntag im Sande verlaufen zu lassen, sind damit erheblich eingeschränkt.

Grund für das Nachsetzen der Unions-Parlamentarier ist unter anderem die Sorge, dass Schleckers Ankündigung, das Unternehmen werde mit dem ihm eng verbundenen Zeitarbeitsunternehmen Meniar keine neuen Zeitarbeitsverträge mehr abschließen, das Problem nicht abschließend löst. Denn Schlecker hält sich bisher den Weg offen, tausende bestehender Meniar-Verträge aufrecht zu erhalten.

Zudem könnte der Drogerie-Marktführer künftig mit anderen von Schlecker abhängigen Zeitarbeitsfirmen das Vorgehen wiederholen. Und solange der Schlecker-Trick faktisch legal sei, könne er jederzeit von anderen Unternehmen praktiziert werden, warnt der Bayer Göppel: „Ob der Gesetzgeber es schafft, dem Missbrauch der Zeitarbeit wie bei Schlecker wirksam einen Riegel vorzuschieben, ist eine Nagelprobe für unsere Wirtschaftsordnung“.

12 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 27.07.2010, 18:42 UhrAnonymer Benutzer: Kango1

    Nicht die Zeitarbeit an sich ist das Übel,sondern der Mißbrauch des instrumentes Zeitarbeit.Hier muß mit aller Härte eingeschritten werden.
    Geldbußen ,dürfern nich mehr aus der Portokasse bezahlbar sein
    und für die Unbelehrbaren sollten längere Freiheitsstrafen angedacht werden.

  • 19.01.2010, 17:05 UhrAnonymer Benutzer: und Hopsassa

    Zeitarbeit muss generell abgeschafft werden (was nie passiert) oder nur unter gleichen Löhnen wie bei Festangestellten. Alles andere funktioniert nicht. Habe selbst damit jahrelange "Praxiserfahrung". Doch in der Not frisst der Teufel Fliegen!
    Nur der Gesetzgeber kann hier radikal was ändern. Doch gerade dem ist die Zeitarbeit ganz recht, sonst würde ja endlich ans Tageslicht kommen, wieviele Arbeitslose es wirklich gibt. Ohne Zeitarbeit müssten die Firmen einstellen, dann wäre es besser die Sozialabgaben für die Arbeitgeber in irgendeiner Form zu kürzen oder die Kündigungsfristen zu lockern. Wie auch immer, das ganze System ist marode.

  • 19.01.2010, 12:38 UhrAnonymer Benutzer: napoleon

    Solche Unternehmen sollte man boykottieren ich mache das schon länger mit Schlecker und Müllermilch und Co. (kläre auch mein Umfeld über diese Unternehmen auf) Wenn das sehr viele Menschen machen wurden dann wurden diese Unternehmen sehr schnell ihre Personalpolitik ändern. Oder vom markt verschwinden Das es auch anders geht zeigt das Erfolgsmodell dm. Hier zahlt der Mensch noch was. solche Unternehmen sollte man unterstutzen und fordern. Das was Schlecker und Co machen ist Modernes Sklaventum. und Harz4 hilft dabei!

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