Schröder und Steinbrück: Der (Wahl-)Kampf der alten Herren

ThemaWahlen 2017

Schröder und Steinbrück: Der (Wahl-)Kampf der alten Herren

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Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) versucht, SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück im Wahlkampf Schützenhilfe zu geben.

Ex-Kanzler Gerhard Schröder soll SPD-Kandidat Peer Steinbrück Wahlkampf-Hilfe leisten. Doch das tut Steinbrück nicht unbedingt gut: Die alten Herren der SPD, sie machen es Steinbrück schwer, charismatisch zu erscheinen – und provozierten schon oft Konflikte.

„Gerhard Schröder mit Peer Steinbrück“. So wirbt die SPD in Langenfeld für den Auftritt der beiden Politiker. Gerhard Schröders Antlitz nimmt fast das ganze Plakat ein, das Bild von Kanzlerkandidat Peer Steinbrück rechts unten auf dem Plakat ist vielleicht ein Viertel so groß wie das von Schröder. Die Prioritäten scheinen auch hier, in Langenfeld, im Wahlkreis Mettmann I – Steinbrücks Wahlkreis – klar verteilt.

Rund 1000 Menschen haben sich auf dem grau gepflasterten Marktplatz versammelt, um die beiden reden zu hören. Gerhard Schröder ist das Zugpferd. Der, der die Massen anlocken soll. Der die SPD-Wähler – besonders die Älteren – erinnern soll, warum sie ihr Kreuz früher regelmäßig bei den Sozialdemokraten gesetzt haben.
Steinbrück ist der, nun ja, dem sie zuhören sollen. Den sie wählen sollen, auch wenn er sie als Kandidat vielleicht nicht so ganz überzeugt. Die SPD braucht ihre alten Granden, Schröder, Helmut Schmidt, aber auch Franz Müntefering, um daran zu erinnern, dass sie einmal Charisma hatte. „Schmidt und Schröder, das sind für viele SPD-Anhänger immer noch Lichtgestalten“, sagt Parteiforscher Ulrich von Alemann. Steinbrück hingegen ist alles andere als eine Lichtgestalt. Die alten Herren mit ihren einnehmenden Egos bedeuten deshalb nicht nur Chance, sondern auch Risiko für den Wahlkampf: Neben Schröder, egal, wie sehr sich dieser zurückhält, kann Steinbrück nur blass aussehen. Steinbrück wird es schwer haben, Schröder-Fans zu überzeugen und vergrault dabei gleichzeitig die Sozialdemokraten, die in Schröder und seiner Agenda 2010 eh nur einen Verrat an der Partei sehen.

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Der Fluch der Ahnen, er schwebt über der SPD wie über keiner anderen Partei. Die Grabenkämpfe zwischen dem linken und dem gemäßigten Flügel, die Machtkämpfe zwischen den einzelnen Führungsfiguren, das umstrittene politische Erbe und auch die immer noch gewaltigen Egos der früheren Führungsfiguren lasten auf den Schultern der Partei.
Drei Termine haben Steinbrück und Schröder diese Woche absolviert. In Detmold, wo Gerhard Schröder Steinbrück aufforderte lauter zu trommeln, lauteren Wahlkampf zu betreiben. In Hannover, wo der Altkanzler sein Heimspiel gab. Langenfeld ist der schwierigste Termin. Eigentlich sollte die Stadt das Heimspiel für Steinbrück sein, sie gehört schließlich zu seinem Wahlkreis. Doch bei der Wahl 2009 holte er hier nur 33,8 Prozent und verlor damit mannshoch gegen die CDU-Abgeordnete Michaela Noll, die 44,4 Prozent der Stimmen holte.
Als Steinbrück und Schröder durch das Menschengedrängel auf dem Marktplatz schreiten, sind Steinbrücks Gegner schon da. Die junge Union macht Radau und oben, im fünften Stock eines Wohngebäudes am Rande des Marktplatzes, halten Bewohner Schilder hoch. „Gazprom G€rd“, steht in blauer Schrift auf weißem Grund auf dem einen, „P€€r Millionär“ auf dem anderen.

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