Schuldenkrise: Abbau von Steuervergünstigungen brächte 42,5 Milliarden Euro

Schuldenkrise: Abbau von Steuervergünstigungen brächte 42,5 Milliarden Euro

von Konrad Handschuch

Als sinnvollen Beitrag zur Konsolidierung des Staatshaushalts empfiehlt der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung Berlin (DIW), Klaus Zimmermann, den Abbau von Steuervergünstigungen, die an den Faktor Arbeit und an das Einkommen anknüpfen.

„Würde das Ehegattensplitting gestrichen, brächte das den öffentlichen Haushalten 30 Milliarden Euro zusätzlich“, schreibt Zimmermann in der WirtschaftsWoche. Zur Begründung erklärt Zimmermann, das Ehegattensplitting habe noch nie die Familie gefördert, sondern nur die Alleinverdienerehe. Arbeitsmarktpolitisch sei es aber nicht sinnvoll, qualifizierte Frauen in die Hausfrauenrolle zu drängen.

Auch die Steuervergünstigung für Sonn- und Feiertagszuschläge sei „in Wahrheit eine Lohnvergünstigung für Arbeitnehmer“ und daher abzuschaffen. Hier ließen sich, so Zimmermann, weitere 1,5 Milliarden Euro einsparen. „Würde man zusätzlich die Werbungskostenpauschale auf 1000 Euro halbieren, brächte das noch einmal fünf Milliarden Euro jährlich.“ Ein Abschied von der Pendlerpauschale könnte den öffentlichen Haushalten noch einmal zwei bis drei Milliarden Euro einbringen, so der DIW-Chef. Darüber hinaus plädiert Zimmermann auch dafür die von der Bundesregierung gerade erst beschlossene Verlängerung der Kurzarbeiterregelung auszusetzen. „Damit ließen sich bis zu drei Milliarden Euro einsparen.“

Anzeige

Für eine Nullrunde bei den Beamten plädiert der Finanz- und Steuerexperte des Instituts der deutschen Wirtschaft, Winfried Fuest. „Verzichten Staatsdiener ein Jahr auf die Erhöhung ihrer Gehälter und Altersbezüge, würden Bund, Länder und Gemeinden rund vier Milliarden Euro sparen“, schreibt Fuest in der WirtschaftsWoche. Der Finanzwissenschaftler hält ein Sonderopfer der Beamten für zumutbar. Schließlich hätten Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst zahlreiche Privilegien. Dies wirke sich insbesondere in der Altersversorgung aus. So betrug 2009 die Durchschnittsrente nach einem 45-jährigen Berufsleben aus der gesetzlichen Rentenversicherung monatlich nur 1224 Euro, die Durchschnittspension dagegen 2700 Euro.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%