Schuldenkrise: Banken helfen Griechen: Die Jo-Ackermann-Show

KommentarSchuldenkrise: Banken helfen Griechen: Die Jo-Ackermann-Show

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Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU, rechts) und der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Josef Ackermann

von Christian Ramthun

Wie ein Samariter kam der Deutsche-Bank-Chef nach Berlin. Doch seine Beteiligung am Rettungsprogramm für Griechenland ist wohlfeil und schal. Die Bank gewinnt immer. Ein Kommentar von Christian Ramthun.

Die deutschen Banken wollen sich an den Rettungsmaßnahmen für Griechenland beteiligen. Heute saßen deshalb der Vorstandschef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, und der Chef der DZ-Bank, Wolfgang Kirsch, bei Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble. 1,5 bis 2 Milliarden Euro wolle die Finanzbranche beisteuern, wurde zuvor gestreut – nicht gerade viel bei einem 22-Milliarden-Euro-Engagement der deutschen Steuerzahler. Doch es kam noch mickriger, als Schäuble mit Ackermann und Kirsch am Mittag vor die Presse trat.

Die Kernaussage, die Banken würden die bald von der KfW-Bank aufgelegten Griechen-Anleihen unterstützend kaufen, ist nicht mehr als ein schlechter Witz. Denn die KfW-Anleihen sind bombensicher. Die Banken gehen gar kein Risiko ein, weil der Bund, nicht Athen, am Ende bürgt. Im Gegenteil, die Banken verdienen nun auch noch an der Rettungsaktion mit, getreu der alten Kasino-Weisheit „Die Bank gewinnt immer“.

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Substanzieller ist immerhin die Ankündigung von Ackermann und Kirsch, die Banken würden ihre bestehenden Kreditlinien gegenüber der griechischen Regierung und den dortigen Banken für die nächsten drei Jahre aufrechterhalten – allerdings mit der wohlfeilen Einschränkung „nach aller Möglichkeit“. Aber auch dazu gehört wenig Mut, wenn die Euro-Staatengemeinschaft ihre Kredite für Griechenland für den Fall einer Staatspleite hintanstellt und so die privaten Griechenkredite vorrangig bedient werden.

Das brennende Haus löschen

Es ist, soviel versteht der halbwegs kundige Laie spätestens jetzt, eine Jo-Ackermann-Show. Der Deutsche-Bank-Chef sitzt lächelnd neben Schäuble, der sich auch noch tapfer „für das freiwillige Engagement bedanken will“, weil die Politik von der Finanzwirtschaft „nicht allein gelassen wird“. Schäuble hatte Tage zuvor bei Ackermann angerufen und angefragt, welchen Beitrag der Finanzsektor bei der Griechen-Rettung zu leisten bereit sei. Ackermann hatte daraufhin bei den Bossen der Allianz-Versicherung und der Münchner Rück angerufen. Das Ergebnis jedoch ist mau, wissen wir jetzt.

Ackermanns Gespür für die unpassende Bemerkung zur falschen Zeit verlässt den Banker auch diesmal nicht. Es sei wichtig, lobt Ackermann den neben ihn sitzenden Minister, „dass wir das brennende Haus anfangen zu löschen“. Und der Zuhörer fragt sich, wer wohl Benzin und Streichhölzer geliefert haben mag.

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