Schuldenkrise : Koalition hält Euro-Bonds für den falschen Ansatz

Schuldenkrise : Koalition hält Euro-Bonds für den falschen Ansatz

, aktualisiert 22. November 2011, 04:19 Uhr
Bild vergrößern

Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU).

Quelle:Handelsblatt Online

Die EU-Kommission macht sich für Gemeinschaftsanleihen starkt, aber Bundeskanzlerin Merkel hat wiederholt Euro-Bonds als Lösung der Schuldenkrise abgelehnt. Die schwarz-gelbe Koalition bekräftigt ihre Ablehnung.

BerlinDie schwarz-gelbe Koalition hat ihre Ablehnung von Euro-Bonds bekräftigt. „Wir lehnen Euro-Bonds ab, “ sagte Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU) am Montag in der Fraktionssitzung laut Teilnehmerangaben. An dieser Haltung habe sich nichts verändert.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe diese Meinung geteilt. Merkel hatte wiederholt ihren Widerstand gegen Gemeinschaftsanleihen zur Lösung der Schuldenkrise deutlich gemacht.

Anzeige

Auch FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle hat sich erneut gegen die Einführung von Euro-Bonds ausgesprochen. Sie seien „ein falscher Ansatz“, dem man nicht weiter nachgehen sollte, sagte Brüderle in Berlin. Die Europäische Zentralbank (EZB) sollte sich primär auf die Sicherung der Geldwertstabilität konzentrieren, fügte Brüderle hinzu. Wie am Montag bekannt wurde, plant die Europäische Kommission offenbar einen neuen Anlauf für die Einführung von Euro-Bonds.

Jose Manuel Barroso, der Präsident der EU-Kommission, will am Mittwoch ein Grünbuch mit Vorschlägen zur Einführung von Eurobonds vorlegen. In dem 41-seitigen Papier, das dem Handelsblatt vorliegt, hat die EU drei Szenarien für die Einführung von Eurobonds erstellt. Dabei handelt es sich um Anleihen, die von den Euro-Ländern gemeinschaftlich ausgegeben werden. Im Papier der EU-Kommission heißen diese Gemeinschaftsanleihen "Stabilitätsbonds". Das Grünbuch hat keine gesetzgeberische Bedeutung - es dient lediglich als Diskussionsgrundlage.

Im Grünbuch werden drei Vorschläge für die Einführung von Eurobonds diskutiert. Der erste Vorschlag sieht eine komplette Vergemeinschaftung der Anleihen der Euro-Staaten vor - die von einer EU-Schuldenagentur ausgegeben würden. Im zweiten Vorschlag geht es um eine Teilvergemeinschaftung der Schulden, zum Beispiel für alle Verbindlichkeiten, die innerhalb der Maastricht-Grenze von 60 Prozent der Wirtschaftsleistung liegen. Nach der dritten Variante würden die Euro-Staaten ebenfalls nur einen Teil ihrer Schulden durch vergemeinschaftete Anleihen abdecken. Im Unterschied zu Vorschlag zwei würden die Euro-Länder für diese Anleihen - ähnlich wie bei den Anleihen des Rettungsfonds EFSF- entsprechend ihres ökonomischen Gewichts in der Eurozone haften.

Quelle:  Handelsblatt Online
Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%