Schuldneratlas 2015: Jeder zehnte Deutsche hat die Kontrolle über seine Finanzen verloren

Schuldneratlas 2015: Jeder zehnte Deutsche hat die Kontrolle über seine Finanzen verloren

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Schuldneratlas 2015: So viel Minus haben die Deutschen.

von Marc Etzold

Trotz guter Konjunktur ist die Zahl der überschuldeten Verbraucher in Deutschland gestiegen. Besonders Ältere sind bedroht. Ostdeutsche im ländlichen Raum zeigen hingegen, wie man aus der Schuldenfalle herauskommt.

Geiz ist geil – ein Jahrzehnt sollte das für die Deutschen ein Lebensgefühl sein. Ob Gut- oder Geringverdiener: Jeder kann sich den neuesten Flachbildfernseher und den neuesten Computer leisten – das war die Botschaft einer Elektronikmarktkette, die vor allem eines wollte: Dass Kunden kaufen. Der Konsum als Sinn. Mit Geiz ist geil kamen auch die Null-Prozent-Finanzierungen auf. Zunächst waren sie zeitlich begrenzt, ein Event vielleicht ein oder zwei Mal im Jahr. Mittlerweile werden sie fast durchgängig angeboten.
Allerdings: Erstmals seit fünf Jahren finanzieren die Deutschen ihren Konsum weniger über Kredite. Sowohl Finanzierungen (42 Prozent; - 1 Punkt) als auch Ratenkredite (32 Prozent; - 2 Punkte) sind leicht rückläufig. Gleichwohl bleibt der private, auch kreditfinanzierte Konsum eine wichtige Stütze der Binnenkonjunktur.

Diese Daten gehen aus dem jährlichen Schuldneratlas hervor, den die Wirtschaftsauskunftei und Inkassodienstleister Creditreform herausgibt. Für die Kredit- und Schuldenexperten führt Konsumfreude nicht zwangsläufig in eine Schuldenspirale, „kann aber die finanzielle Situation vieler, oft einkommensschwacher Verbraucher, durch überhöhte kreditfinanzierte Konsumausgaben mittelfristig schwächen und langfristig überlasten“, heißt es in dem Bericht.

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Die führenden Insolvenzkanzleien 2014

  • Platz 10

    Kanzlei: BBL Bernsau Brockdorff

    Zahl der Verfahren: 75

    Quelle: STP Portal; gezählt wurden Verfahren ab Stellung des Insolvenzantrags (vorläufige Verfahren)

  • Platz 9

    Kanzlei: Münzel & Böhm

    Zahl der Verfahren: 80

  • Platz 8

    Kanzlei: Henningsmeier Rechtsanwälte

    Zahl der Verfahren: 86

  • Platz 7

    Kanzlei: Reimer Rechtsanwälte

    Zahl der Verfahren: 97

  • Platz 6

    Kanzlei: hww Wienberg Wilhelm

    Zahl der Verfahren: 105

  • Platz 5

    Kanzlei: Görg Rechtsanwälte

    Zahl der Verfahren: 121

  • Platz 4

    Kanzlei: White & Case

    Zahl der Verfahren: 152

  • Platz 3

    Kanzlei: Brinkmann & Partner

    Zahl der Verfahren: 196

  • Platz 2

    Kanzlei: Pluta

    Zahl der Verfahren: 211

  • Platz 1

    Kanzlei: Schultze & Braun

    Zahl der Verfahren: 236

Langfristig überlastet sind derzeit knapp zehn Prozent der Deutschen über 18 Jahre. 6,7 Millionen Bürger sind laut Creditreform „überschuldet  und weisen nachhaltige Zahlungsstörungen auf.“ Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Anzahl der Schuldner um 44.000 Personen erhöht, das entspricht einem Plus von 0,7 Prozent. Besonders in den alten Bundesländern sind neue Fälle hinzugekommen (+ 41.000 neue Schuldner). Im Osten waren es im Vergleich deutlich weniger: nur 3000.

Ruhrgebiet ist das Sorgenkind

Die Schuldnerquote liegt im Osten (10,25 Prozent, Berlin ausgenommen) aber weiterhin und bereits zum vierten Mal in Folge über dem Wert der alten Bundesländern (9,86 Prozent). Während im Westen 5,62 Millionen Menschen ihre finanzielle Situation nicht mehr unter Kontrolle haben, sind es im Osten 1,10 Millionen.

Nach Bundesländern betrachtet ist die Schuldnerquote in Bremen (13,85 Prozent), Berlin (13,12 Prozent), Sachsen-Anhalt (12,38 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (11,32 Prozent) am höchsten. In Bayern (7 Prozent), Baden-Württemberg (7,87 Prozent) sowie Thüringen (8,94 Prozent) und Sachsen (8,98 Prozent) sind die Probleme geringer ausgeprägt.

Alles in allem liegt der Süden des Landes strukturell deutlich vor dem Norden. Das Schlusslicht bildet seit mittlerweile sieben Jahren der Westen. „Weiterhin finden sich insbesondere im Ruhrgebiet, mit seinen zum Teil noch altindustriell geprägten, strukturschwachen Regionen, Hotspots sozialer Problemlagen, die sich aus einer Gemengelage von hoher Arbeitslosigkeit, Einkommensarmut und hohen sozialen Transferleistungen zusammensetzen“, analysieren die Experten von Creditreform.

Damit bleiben die Regionen um das Ruhrgebiet das eigentliche Sorgenkind der Überschuldungsentwicklung – Tendenz weiter steigend. Die Schuldnerquoten sind in vielen Städten im Ruhrgebiet sowohl im Jahres- als auch im Langzeitvergleich deutlich angestiegen – darunter etwa Herne und Gelsenkirchen.

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