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Schwarz-gelbe Koalition: Norbert Röttgen: Kündigungsschutz bleibt

von Henning Krumrey und Christian Ramthun

Die Koalition will den Kündigungsschutz beibehalten, um das Verhältnis zu den Gewerkschaften nicht zu beschädigen. Das kündigt Norbert Röttgen, parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundesfraktion im Interview mit der WirtschaftsWoche an.

Bundeskanzlerin Angela Merkel Quelle: dpa
Bundeskanzlerin Angela Merkel (M.) unterhält zu Beginn der konstituierenden Sitzung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion mit dem Fraktionsgeschäftsführer Norbert Röttgen (l.) und dem Unions-Fraktionsvorsitzenden Volker Kauder Quelle: dpa
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Röttgen, der bei den Koalitionsgesprächen in der AG Wirtschaft, Energie, Aufbau Ost und Bürokratieabbau verhandelt, sagte, es gäbe „aus der Industrie nicht den Ruf: Verändert das Kündigungsschutzgesetz. Also muss man nicht Kämpfe suchen, wo keine Erfolge zu erringen sind, wo man nur Verletzungen hervorrufen kann.“ Die CDU/CSU wisse: „In Krisenzeiten kann es nicht um symbolische Provokationen gehen. Das wäre eine reine Dummheit.“

Die ständige Forderung der FDP nach Lockerungen beim Kündigungsschutz sieht Röttgen als „rituelles Relikt früherer Zeiten, als das Arbeitsrecht noch nicht so flexibel war.“ Auf dem Arbeitsmarkt habe das keine praktische Bedeutung, der Kündigungsschutz sei „kein Schlüsselthema“. „Auch die FDP sieht, dass wir jetzt ein Miteinander mit den Gewerkschaften brauchen.“  Von den Gewerkschaften erwartet der CDU-Politiker umgekehrt, dass es nicht zu Protesten gegen die neue Regierung komme. „Gewerkschafter sind realistische Leute, die machen keine Fundamentalopposition.“

"Punktuelle Meinungsverschiedenheiten"

Röttgen attestiert den Koalitionspartnern „in den zentralen politischen Vorhaben erhebliche Schnittmengen“. Gegenüber der WirtschaftsWoche sagte er: „Die Meinungsverschiedenheiten sind punktuell. Wir müssen daher auch nicht jedes Detail festlegen, weil wir uns vertrauen.“ Eine Einigung innerhalb von drei Wochen hält er deshalb für „machbar“. Bei der Unternehmensbesteuerung müssen laut Röttgen „die Reformen aus der letzten Regierungszeit  um ihre krisenverschärfenden Elemente bereinigt werden“.

Dabei gehe es um Verbesserungen bei der Zinsschranke und dem Mantelkauf. Röttgen: „Hier streben wir fürs nächste Jahr Änderungen an, die die schädlichen Nebenwirkungen vermeiden. Bei der Erbschaftsteuer diskutieren wir die Lohnsummenregelung.“ Beim Bürokratieabbau verspricht Röttgen einen „fühlbaren Fortschritt“ auch bei inhaltlichen Vorschriften: „Wir wollen Planungsrecht und Genehmigungsverfahren entschlacken.“

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 10.10.2009, 15:06 UhrAnonymer Benutzer: Zweifelhafte Röttgen-Forderungen

    Röttgen scheint heftig bremsen zu wollen. Es ist klar (wenn wir uns andere Staaten ansehen), daß entweder Kündigungsschutz gelockert oder Mindestlöhne reduziert werden müssen. bei Erbschaftssteuer blockt er wie ein Grossteil der CDU (und Frau Merkel, die offen bekannte, daß sie die Neidsteuer erhalten will), um eine teure bagatellsteuer (die nach Verwaltungskosten kaum etwas einbringt) aufrecht zu erhalten und so geht es weiter! Merkt er nicht, daß die Mehrheit der bevölkerung schon viel weiter ist als man ihr zutraut. (OK, wohl nicht der Teil, der für den Staat arbeitet oder sonst von ihm lebt .. aber das kannten wir ja auch von der DDR..)

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