Schweizer Steuerparadies: Brüssel will Schröders Briefkastenfirma schließen

Schweizer Steuerparadies: Brüssel will Schröders Briefkastenfirma schließen

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Gerhard Schröder in seiner Funktion als Interessenvertreter der Nord Stream AG

Geht es nach EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso, muss sich Ex-Kanzler Gerhard Schröder in der Schweiz für seine Unternehmensrepräsentanz eine neue Bleibe suchen. Die Tage der Briefkastenfirma "North European Gas Pipeline Company AG" im Steuerparadies Zug sind offenbar gezählt.

Der ehemals als "Genosse der Bosse" geschmähte SPD-Parteivorsitzende vertritt in der eidgenössischen Provinz Zug die Interessen der Nordstream, die zu 51 Prozent dem russischen Gasriesen Gazprom und je zu 24,5 Prozent den deutschen Multis E.On und BASF gehört. Einziges Anliegen der Schweizer Briefkastenfirma laut Handelsregisterauszug "Planung und Realisierung einer Gas-Pipeline von der russischen Küste bis zur deutschen Ostseeküste". 

Dahinter verbirgt sich das Ansinnen, die deutsche Wirtschaft mittels einer 1200 Kilometer langen Gasdirektverbindung durch die Ostsee ab dem Jahre 2010 mit jährlich 27,5 Milliarden Kubikmeter Gas und ab Mitte des kommenden Jahrzehnts die doppelte Menge über 50 Milliarden Kubikmeter zu beliefern. Und dies unter Umgehung von Drittstaaten wie Polen.

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Ein Milliardengeschäft für deutsche Erdgasröhrenhersteller und Deutschlands größten Gashändler Wintershall einer 100-prozentigen BASF-Tochter. Jedoch ein Dorn im Auge des Nachbarstaates Polen.

Steuerparadies im Schweizer Zug soll geschlossen werden

Der Deal - von Gerhard Schröder in seinen letzten Amtstagen als Bundeskanzler mit seinem Duz-Freund Wladimir Putin eingefädelt – erzürnte die strategisch umgangenen Oststaaten ebenso, wie die Brüsseler EU-Kommission. Sowohl Kommissionschef Barroso als auch Polen und die baltischen Länder hätten sich statt der Exklusivtrasse über den Grund der Ostsee eine  Verbindung über Land gewünscht.

Im Schweizer Zug haben sich derweil neben Schröder auch andere Promis wie die Ex-Sportler Günther Netzer und Boris Becker niedergelassen. Aber nicht wegen des paradiesischen Panoramas am Fuße der Hausberge Rigi und Pilatus, die Globalisierungsgewinnler zieht es aus fiskalischen Gründen in den Ort mit 20.000 Einwohnern.

Zug ist das Steuerparadies der Schweiz. Die Steuern liegen hier bei der Hälfte des ohnehin im europäischen Vergleich extrem niedrigen Schweizer Durchschnitts. Mehr als zehn Prozent Steuern muss im Kanton Zug niemand berappen.

Insgesamt weist das Melderegister rund 100.000 ordentlich gemeldete Eidgenossen im Kanton Zug aus. Hinzu kommen mehr als 25.000 Briefkastenfirmen, die eine Firmenpräsenz vorgaukeln. So finden sich allein unter der unscheinbaren Zuger Adresse "Untermüli Nummer 6" mehr als 100 Firmennamen alphabetisch aufgelistet auf einem DIN-A-4-Blatt am Eingang  - unter ihnen auch Schröders "Nord Stream". Als Chef Aktionärsausschusses erhält er offiziell jährlich 250.000 Euro.

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