"Schwerer Angriff": Hacker legen Merkels Webseite lahm

"Schwerer Angriff": Hacker legen Merkels Webseite lahm

Bild vergrößern

Die Internetseiten von Kanzlerin und Bundestag wurden offensichtlich lahmgelegt.

von Marc Etzold

Die Internetseiten von Bundeskanzlerin Angela Merkel und vom Deutschen Bundestag wurden von Hackern lahmgelegt. Hintergrund ist offenbar der Besuch des ukrainischen Premiers in Berlin.

Pro-russische Hacker aus der Ukraine haben am Mittwoch die Internetseiten vom Deutschen Bundestag und von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) lahmgelegt. Die Webseiten www.bundestag.de oder www.bundeskanzlerin.de waren ab etwa 10 Uhr nicht mehr zu erreichen. Die ukrainische Hacker-Gruppe „Cyper Berkut“ bekannte sich auf ihrer Internetseite zu der sogenannten DDOS-Attacke. Dabei wird gezielt eine Überlastung von Webseiten mit Hilfe großer Datenpakete erzeugt, die auf die entsprechenden Seiten geleitet werden. Noch am späten Nachmittag kam es immer wieder zu Ausfällen.

Der ukrainische Premierminister Arseni Jazenjuk besucht derzeit Berlin. Am Nachmittag soll er Bundespräsident Joachim Gauck treffen, morgen ist ein Termin mit Kanzlerin Merkel geplant. Jazenjuk wirbt bei den europäischen Staaten für milliardenschwere Hilfszahlungen an die Ukraine. Die Hacker-Gruppe lehnt solche Kredite ab. „Es ist offensichtlich, dass diese Gelder verschwendet werden“, schreiben sie auf ihrer Webseite. Jazenjuk brauche das Geld, um den Krieg weiterzuführen und nicht für die Wiederherstellung der Infrastruktur des Landes. Deutschland solle aber keine politische und finanzielle Unterstützung leisten für das „kriminelle Regime in Kiew“, das einen blutigen Bürgerkrieg entfesselt habe.

Anzeige

Regierungssprecher Steffen Seibert bestätigte am Mittag die Attacke. „Ich kann sagen, dass seit etwa 10 Uhr die vom Bundespresseamt betriebenen Internetauftritte (...) zeitweise nicht erreichbar sind.“ Das Rechenzentrum des Dienstleisters stehe „unter einem schweren Angriff“, verursacht offensichtlich durch eine Vielzahl externer Anfragen. Ziel des Angriffs sei wohl, das System gezielt zu überlasten, sagte Seibert. „Es sind Gegenmaßnahmen eingeleitet.“

Weitere Artikel

Das Bundesamt für die Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) wurde eingeschaltet. Die Bonner Behörde schützt das deutsche Regierungsnetz. Die Internetseiten der Bundeskanzlerin und des Bundestages werden zwar vom BSI beobachtet, sind aber nicht Teil des Regierungsnetzes, wie ein Sprecher auf Nachfrage von WirtschaftsWoche Online sagte.

CyberBerkut war wiederholt mit politisch motivierten Netz-Attacken in Erscheinung getreten. Auch Internet-Seiten der Nato waren schon Ziel ihrer Angriffe. Auf ihrer Website veröffentlichte die Gruppe zuletzt im November allem Anschein nach geheime Dokumente über eine militärische Unterstützung der Ukraine durch die USA. Nach eigenen Angaben war es der Gruppe gelungen, sie während eines Besuchs von US-Vizepräsident Joe Biden in Kiew zu hacken.

Der Name der Organisation erinnert an die inzwischen aufgelöste ukrainische Sonderpolizei Berkut (Steinadler). Gegründet vor allem zur Verbrechensbekämpfung, traten die Einheiten auch bei Demonstrationen als Sicherheitskräfte in Erscheinung. Über die Struktur von CyberBerkut ist wenig bekannt, die Mitglieder agieren weitgehend anonym. (mit dpa)

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%