Schwerin: Terrorverdächtiger kaufte Bombenmaterial wohl bei Amazon

Schwerin: Terrorverdächtiger kaufte Bombenmaterial wohl bei Amazon

, aktualisiert 04. November 2017, 14:54 Uhr
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In Schwerin hatten die Behörden den mutmaßlichen Islamisten bei einem Anti-Terror-Einsatz festgenommen.

Quelle:Handelsblatt Online

Der in Schwerin unter Terrorverdacht festgenommene Syrer soll einem Bericht zufolge über Amazon die für einen Bombenbau notwendigen Chemikalien gekauft haben. Er war offenbar nicht der Erste.

Berlin/SchwerinDer unter Terrorverdacht in Schwerin festgenommene Syrer Yamen A. hat nach einem „Spiegel“-Bericht Material zum Bombenbau über die Internetplattform Amazon gekauft. Der 19-Jährige habe dort Chemikalien bestellt, die für die Herstellung des Sprengstoffs TATP geeignet seien. Auf diese Weise hätten sich bereits mehrfach Islamisten Zutaten für den Bombenbau beschafft, so etwa die jungen Männer, die im April 2016 einen Sprengsatz an einem Sikh-Tempel in Essen zündeten und dabei einen Priester schwer verletzten.

Die Sicherheitsbehörden seien über diese Entwicklung alarmiert, schreibt das Nachrichtenmagazin. Erschrocken seien sie auch, weil die Amazon-Algorithmen potenziellen Attentätern offenbar automatisch gefährliche Zutaten vorschlagen, nach dem Motto: „Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch ...“. Laut „Spiegel“ testeten die Ermittler dies selbst und legten Wasserstoffperoxid in den virtuellen Warenkorb. Sie hätten prompt weitere Chemikalien und Utensilien vorgeschlagen bekommen, die zum Bombenbau benutzt werden könnten.

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Zudem könnten Händler, die über die Internetplattform Geschäfte abwickeln, möglicherweise Beschränkungen zum Verkauf bestimmter Chemikalien unterlaufen, befürchten die Ermittler dem Bericht zufolge.

Amazon habe auf Anfrage mitgeteilt, dass das Unternehmen wie bisher mit der Polizei zusammenarbeite, um sie bei ihren Ermittlungen zu unterstützen. Zudem würden „im Rahmen der jüngsten Ereignisse“ Änderungen an der Internetseite vorgenommen, „um sicherzustellen, dass Produkte in geeigneter Weise präsentiert werden“. Verbotene Waren würden von Amazon nicht verkauft.

Quelle:  Handelsblatt Online
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