Sexismus-Debatte: Brüderle schweigt

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Sexismus-Debatte: Brüderle schweigt

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Seine Partei stärkte Rainer Brüderle auf dem Neujahrsempfang der nordrhein-westfaelischen FDP in Düsseldorf den Rücken.

Trotz Forderungen nach einer Entschuldigung oder Erklärung schweigt FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle weiterhin eisern zu den Sexismus-Vorwürfen. Beim Neujahrsempfang der NRW-FDP am Sonntag in Düsseldorf erwähnte er die Affäre mit keinem Wort.

Von seinen Parteifreunden bekam er Rückendeckung, so forderte etwa Außenminister Guido Westerwelle (FDP) seine Partei zu Solidarität mit ihrem Frontmann auf. Für den Mann an der Spitze gebe es bei den politischen Konkurrenten und „in einigen Redaktionsstuben kein Pardon mehr“. Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel kritisierte die „Stern“-Journalistin Laura Himmelreich, die den Artikel geschrieben hatte. „Ich halte es für eine ziemliche Unverschämtheit von der Dame vom "Stern", die nach einem Jahr, nachdem sie sich belästigt gefühlt hat, dann, wenn jemand eine neue politische Funktion übernimmt, dieses Ereignis verarbeitet“, sagte er in der ZDF-Sendung „Berlin direkt“. „Das hat nichts mit gutem Journalismus zu tun.“ Ein Jahr zu warten und dann zu skandalisieren, spreche für sich.
Längst geht es in der Debatte nicht mehr nur um ihn. In der Politik, der Gesellschaft und bei Twitter bleibt das Thema ein Aufreger. Dort wird Brüderle für seine angeblichen anzüglichen Äußerungen zu einer „Stern“-Mitarbeiterin auch attackiert.

Schleswig-Holsteins FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki warf dem „Stern“ in der „Bild am Sonntag“ vor, Brüderle schaden zu wollen. Er habe ihm aber von einer Klage gegen das Magazin abgeraten. „Denn der Beitrag enthält, soweit ich das überblicken kann, keine falschen Tatsachenbehauptungen.“ Für sich selbst wolle er aus der Debatte Konsequenzen ziehen. Zum Beispiel werde er Gespräche an Hotelbars vermeiden, wenn Journalistinnen dabei seien. „Denn natürlich rutscht einem da schon mal eine lockere und nicht gelungene Bemerkung heraus. Jetzt muss ich damit rechnen, dass das gegen mich verwendet wird.“
Nach einer repräsentativen Emnid-Umfrage für die „Bild am Sonntag“ halten 90 Prozent der Bürger eine Entschuldigung Brüderles für angemessen, sollten sich die Vorwürfe als wahr herausstellen.

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#aufschrei Sexismus-Debatte bei Twitter

Deutschsprachige Twitter-Nutzer schildern seit Donnerstag Erlebnisse von Alltagssexismus. Über 25.000 Mal wurde der dazu verwendete Hashtag #aufschrei in den letzten 48 Stunden erwähnt.

25.000 Tweets in 48 Stunden erschienen auf Twitter gegen Sexismus. Quelle: dpa

Abseits vom politischen Parkett ging die Debatte im Kurzmitteilungsdienst Twitter am Wochenende weiter. Seit Beginn der Diskussion erschienen dort zehntausende Tweets unter dem Schlagwort (Hashtag) #Aufschrei. Am Wochenende flossen pro Minute bis zu zehn Tweets zu dem Thema ein.

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