Sieger und Verlierer: Wie Promi-Politiker in ihren Wahlkreisen abgeschnitten haben

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Sieger und Verlierer: Wie Promi-Politiker in ihren Wahlkreisen abgeschnitten haben

von Cordula Tutt

In den umkämpften Wahlkreisen haben die Lokalgrößen gewonnen. Manchen Promi-Politikern hilft nur die Absicherung über die Landesliste.

Angela hat es geschafft, Peer nicht. Bundeskanzlerin Merkel holte in ihrem Wahlkreis rund um die Insel Rügen 56,2 Prozent der Erststimmen, ihr Herausforderer Steinbrück von der SPD musste in seinem NRW-Wahlkreis Mettmann eine krachende Niederlage einstecken. Er schaffte es nicht gegen die bundesweit eher unbekannte CDU-Abgeordnete Michaela Noll, die 49,5 Prozent holte, Peer Steinbrück schaffte nur 34,6 Prozent.

Wäre Deutschland ein aus Wahlkreisen gewebter Teppich, sähe er nun schwarz (Union) aus, mit einzelnen roten Graffiti (SPD) in der Mitte und nach oben hin. Ein bunter Kleckser rechts beschreibt Berlin. Lila  zeigen sich dort vier Wahlkreise, die die Linke gewann. Ein grüner Punkt ist Kreuzberg-Friedrichshain, wo Christian Ströbele erneut das einzige Direktmandat der Sonnenblumenpartei holte.

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Wahlwette WiWo-Leser überschätzen liberalen Flügel

Die WiWo-Leser waren sich sicher: Sowohl FDP als auch AfD schaffen es in den Bundestag. Doch beide Parteien haben den Einzug verpasst - knapp zehn Prozent der Wähler werden im nächsten Bundestag nicht repräsentiert.

In den Bundestag eingezogen ist die Alternative für Deutschland nicht. Sprecher Bernd Lucke freut sich trotzdem. Obwohl es die Partei erst seit wenigen Monaten gibt, holte sie 4,8 Prozent der Wählerstimmen. Quelle: REUTERS

In einigen Städten war es denkbar knapp, anderswo fielen vor allem Grüne-Kandidaten zurück, die sich zuvor Hoffnungen gemacht hatten, Wahlkreise direkt zu gewinnen. Die große Mehrzahl der Stimmkreise fiel an die Union, doch manchmal schafften es SPDler, die Wählerinnen und Wähler für sich einzunehmen.

In Essen gewann der CDU-Kandidat in einem Wimpernschlag-Finale. Der hartumkämpfte Kreis Essen III geht an Matthias Hauer  - mit drei Stimmen Vorsprung. Er bekam 59 043 Stimmen, auf die SPD-Kandidatin Petra Hinz entfielen 59 040 Stimmen. Beide Kandidaten kamen damit auf 39,5 Prozent der Stimmen. Vor vier Jahren hatte SPD-Frau Hinz mit knapp 4000 Stimmen Vorsprung gewonnen. Vielleicht wird nochmal nachgezählt.

In Bonn gewann der SPD-Umweltpolitiker Ulrich Kelber, den seine Partei nicht mit einem realistischen Listenplatz abgesichert hatte. Für Kelber ging es also um alles oder nix. Es war haarscharf: Mit gerade mal 1000 Stimmen Vorsprung setzte er sich gegen seine CDU-Herausforderin Claudia Lücking-Michel durch. Vorher hatte FDP-Promi Guido Westerwelle aufgerufen, nicht ihm, sondern der CDU-Frau die Erststimme zu geben, die Liberalen baten um die Zweitstimme. Vor vier Jahren hatte Westerwelle immerhin noch knapp 20 Prozent der Direktstimmen bekommen.

In Köln sah alles zunächst nach einer Schlappe für den umtriebigen SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach aus. Der gilt in seiner Partei eher als schwer integrierbar, hatte aber in seinem Köln-Leverkusener Wahlkreis 2009 den Parlamentssitz geholt. Mit knapp 3000 Stimmen Vorsprung reichte es dann doch – Leverkusen wählte eher CDU-Kandidat Helmut Nowak, Köln eher Lauterbach.

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