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So groß ist die Rentenlücke wirklich: 60-Jährige müssen 45.000 Euro pro Jahr sparen

von Silke Fredrich

Von der staatlichen Rente bleibt kaum etwas übrig und die meisten Vorsorgeprodukte sind unsicher. Die WirtschaftsWoche hat ausrechnen lassen, was das für konkrete Lebenssituationen bedeutet und wie viel Sie konkret sparen sollten.

Wenn Sie heute eine Rentenlücke in Höhe von 1000 Euro feststellen - Ihnen nach jetzigem Standpunkt und heutiger Kaufkraft trotz gesetzlicher Rente 1000 Euro fehlen würden, um all Ihre Ausgaben decken zu können - kann sich das Bild in den nächsten fünf Jahren weiter verdüstern. In fünf Jahren würden aus diesen fehlenden 1000 Euro:

1.051 Euro bei einer Inflation von einem Prozent

1.104 Euro bei einer Inflation von zwei Prozent

1.159 Euro bei einer Preissteigerung von drei Prozent

1.217 Euro bei vier Prozent

1.276 Euro bei einer Inflation von fünf Prozent

Bild: dpa

Wie groß die Rentenlücke tatsächlich ausfällt und wie viele davon betroffen sind, darüber streiten sich derzeit die Experten. Sicher ist: Von der staatlichen Rente bleibt kaum etwas übrig und die meisten Vorsorgeprodukte sind unsicher.

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Im Auftrag der WirtschaftsWoche hat Christian Lange, Finanzökonom beim Vermögensberater VZ VermögensZentrum, ausgerechnet, was das für konkrete Lebenssituationen bedeutet:

  1. für den Familienvater mit zwei Kindern
  2. die alleinerziehende Teilzeit arbeitende Mutter
  3. den 60-jährigen Angestellten
  4. den gerade fertig studierten Berufseinsteiger.

Alle Betroffenen müssen berücksichtigen, dass die heute festgestellte Versorgungslücke inflationsbedingt noch wächst. Wer später einmal 1800 Euro monatlich zur Verfügung haben möchte, es mit seinen Beiträgen aber bis zum Renteneintritt nur auf eine Rente von 800 Euro bringen wird, dessen Lücke ist nur nach heutigem Stand bereits 1000 Euro groß.

Rente: Checkliste für die Budgetplanung

  • Der richtige Zeitpunkt

    Legen Sie den Zeitpunkt fest, an dem Sie in den Ruhestand gehen möchten.

    Quelle: Vermögenszentrum München

  • Übersicht erstellen

    Erstellen Sie eine Übersicht und überprüfen Sie, ob Ihre voraussichtlichen Einnahmen im Ruhestand ausreichen, um die Ausgaben zu decken.

  • Einkommenslücken

    Falls sich eine Einkommenslücke ergibt: Ermitteln Sie, wie viel zusätzliches Kapital Sie benötigen, um diese Lücke zu schließen. Finden Sie Wege, wie Sie dieses Kapital am besten ansparen: Zum Beispiel mit einem Sparplan, einer Gehaltsumwandlung in betriebliche Altersvorsorge (bAV) oder staatlich geförderte Altersvorsorge wie die Riester- und die Rürup-Rente.

  • Kapital oder Rente?

    Klären Sie ab, welche Teile Ihrer Altersguthaben Sie als Kapital beziehen können, beispielsweise von Kapitallebensversicherungen oder betrieblichen Vorsorgelösungen. Achten Sie darauf, welche Anmeldefrist bei einem Kapitalbezug einzuhalten ist. Wägen Sie die Vor- und Nachteile beider Bezugsvarianten sorgfältig ab und entscheiden Sie dann, ob Sie alles als Rente beziehen oder ob Sie sich einen Teil als Kapital auszahlen lassen wollen.

  • Darlehen tilgen oder nicht?

    Überlegen und entscheiden Sie, ob Sie das Darlehen für Ihre Immobilie vollständig tilgen wollen. Prüfen Sie, ob es sinnvoll wäre, einen Restbetrag stehen zu lassen.

  • Steuerliche Optimierung

    Planen Sie, wann Sie Ihre Guthaben aus betrieblichen und privaten Altersvorsorgen aus steuerlichen Überlegungen am besten beziehen.

  • Einkommensbedarf ermitteln

    Erstellen Sie einen detaillierten Finanzplan, der die Entwicklung der Ausgaben, der Einnahmen und des Vermögens aufzeigt, und zwar für die Zeit bis zum Ruhestand und danach.

  • Unterstützung aufsuchen

    Holen Sie sich bei allen wichtigen Entscheidungen Unterstützung und lassen Sie sich einen verlässlichen Finanzplan ausarbeiten. Wählen Sie dafür einen Berater, dem Sie vertrauen.

  • Finanzplan erstellen

    Definieren Sie die Ziele für Ihr Vermögen neu: Müssen Sie es kontrolliert verzehren, um Ihr Einkommen zu sichern, oder können Sie es sich leisten, die Substanz für Ihre Erben zu erhalten?

  • Leibrentenversicherung oder Geld lieber selbst anlegen?

    Überlegen Sie, wie Sie Ihr Einkommen im Ruhestand sichern wollen: Lohnt sich zum Beispiel der Kauf einer Leibrentenversicherung, oder legen Sie dieses Geld besser selbst an und verzehren es nach Ihrem eigenen Plan?

  • Die richtige Anlagestrategie

    Legen Sie für Ihr Vermögen eine neue Anlage- strategie fest. Schichten Sie Ihr Vermögen so um, dass Ihr Einkommen langfristig gesichert ist, und passen Sie die Strategie entsprechend an. Wählen Sie einen geeigneten Vermögensverwalter aus, wenn Sie Ihre Anlagestrategie nicht allein festlegen und Ihr Vermögen nicht selbst bewirtschaften möchten.

  • Organisieren sie ihren Nachlass

    Organisieren Sie spätestens jetzt Ihren Nachlass: Sichern Sie Ihre Nächsten mit einem Testament oder einem Erbvertrag sowie mit einem Ehevertrag ab. Prüfen Sie, ob Sie in Ihrer letztwilligen Verfügung einen Testamentsvollstrecker einsetzen sollten.

  • Rechtzeitig einreichen

    Reichen Sie Ihren Rentenantrag spätestens drei Monate vor Rentenbeginn ein, damit Ihre erste Rente pünktlich überwiesen wird.

Bei einer Inflation von drei Prozent werden binnen 20 Jahren aus den fehlenden 1000 Euro dann schon 1.806 Euro - und das monatlich.

Fazit: Alle Altersgruppen müssen vor allem schnell gegensteuern und sich um private Vorsorge kümmern.

10 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 20.09.2012, 10:44 Uhrhuo

    Wenn dann mal die Riesterrenten ausgezahlt werden, wird es nicht mehr lange dauern, bis auch auf diese Krankenkassen-(derzeit 15,5%) und Pflegeversicherungsbeträge (derzeit 1,95%) verlangt werden. Dann ist die Rendite total im Eimer! Motto unserer Politbetrüger: Zuerst in die Finanzfalle gelockt, dann abgezockt!

  • 14.09.2012, 08:06 Uhrblueeye

    danke, guter Kommentar. Beim Lesen war ich hin und wieder nicht sicher, ob ich nicht doch bei der "Bild" gelandet bin. Habe daher mehrfach in die Internet Adresszeile geschaut ;-) Unglaublich schlechter Beitrag!!

  • 13.09.2012, 23:28 UhrAlbert

    Der Beitrag ist DEUTLICH unter Wiwo-Niveau. Schlecht kaschierte Werbung, unrealistische Beispiele, sensationsheischende Überschrift, fehlende Informationen. Dürfen jetzt schon die Praktikanten ran?

    Mit 60 stellt man eine Rentenlücke von 1400 Euro p.M. fest? So so ...

    Bei 2.500 Euro Ausgaben p.M. verdient man mindestens 5.000 Euro als Alleinstehender oder 4.000 Euro als Verheirateter, weil man sonst in den Miesen steckt.

    Bei dem Einkommen sollte aber die Rente höher sein, es sei denn man war lange Selbstständig oder ist erst vor kurzem in einen guten Job gerutscht.

    Das ist ein alltägliches, total realistisches Beispiel. Gibt aber eine erstklassige Überschrift: "60-Jährige müssen 45.000 Euro pro Jahr sparen".

    "60jährige mit einem Ausgabenproblem, die bislang nichts gespart haben müssten unrealistisch viel sparen, gehören aber eigentlich aber ausgelacht" wäre die korrekte Überschrift.

    Für ein paar Klicks macht Wiwo.de wohl alles? Wie wäre es mit "Studenten müssen Millioäre sein, um Rente zu bekommen?" Kann man mit den dämlichen Beispielen auch behaupten.

    Mit der Inflation steigen übrigens auch die Einkommen. Wird das erwähnt? Geht das in die Rechnung ein? 22 Jahre 750 Euro bei 4 Prozent sparen? Wie hoch ist das Gehalt plus Inflationsausgleich in 15 Jahren? Kann der betreffende ohne Kinder im Haus vielleicht 1867 Euro zurücklegen statt jetzt 430, während er Kinder ernähren muss?

    Finanzökonom ist ein Billigstudiengang für angehend Versicherungsvertreter. Der Artikel darf als Warnung gelten, sich von einem Finanzökonomen beraten zu lassen.

    Und Wiwo.de sollte Finanzartikel nicht von einer CvD betreuen lassen, sondern bitte von jemanden, der etwas davon versteht.

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