So ticken wir : Deutsche zweifeln am Euro und am Sparen

So ticken wir : Deutsche zweifeln am Euro und am Sparen

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von Marc Etzold

Wie tickt Deutschland? Was denken, meinen und fühlen die Bürger? Wer das beantworten will, kommt um Volkswagen, Merkel und den Euro nicht herum. Die aufschlussreichsten und kuriosesten Ergebnisse im Überblick.

Mehr als die Hälfte der Deutschen arbeitet seit sechs Jahren für das selbe Unternehmen, nur die wenigsten sparen, ein Viertel hält die Wiedervereinigung für einen Fehler und 37 Prozent wollen den Euro wieder abschaffen.

So ticken die Bundesbürger laut einer Studie des Kölner Meinungsforschungsunternehmen YouGov. Von September 2014 bis April 2015 haben die Meinungsforscher in über 80 Erhebungen jeweils rund 1.000 Menschen repräsentativ nach ihren Einstellungen, Denkweisen und Verhaltensweisen befragt.

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Hadern mit dem Euro und den Politikern

Die gute Nachricht zuerst: Eine Mehrheit der Deutschen (54 Prozent) steht dem Euro positiv gegenüber. Die schlechte Nachricht: 37 Prozent wollen die europäische Gemeinschaftswährung wieder abschaffen und zur D-Mark zurückkehren. Neun Prozent haben keine Meinung dazu.

Insbesondere die Geringgebildeten wollen die D-Mark wiederhaben. Wer die Haupt- oder Volksschule besucht hat, stimmt dem zu 50 Prozent zu, Realschulabsolventen zu 44 Prozent, Abiturienten zu 24 Prozent. Zudem sind Geringverdiener eher D-Mark-Nostalgiker als Gutverdiener.

Während beim Euro die Optimisten noch knapp in der Mehrheit sind, obsiegen die Pessimisten bei der Bewertung von Politikern. 61 Prozent sagen, Volksvertreter seien ihnen grundsätzlich suspekt. Knapp 70 Prozent halten Politik für eine Show, die Wahrheit werde verschwiegen. Für weniger als ein Drittel der Menschen kommt eine Mitgliedschaft in einer Partei in Frage. 78 Prozent der Befragten fordern, dass es zu wichtigen Themen bundesweit Volksentscheide geben sollte. All das stützt die These einer zunehmenden Entfremdung zwischen Politikern und Bürgern.

Griechenland und die Schulden Deutschland sitzt im Glashaus

In der Debatte um Griechenland findet sind besonders die Deutschen der Meinung, die Griechen seien selbst schuld. Dabei wird eines vergessen: Mehrmals im 20. Jahrhundert hat Deutschland von Schuldennachlässen profitiert.

Schuldenschnitt für Deutschland. Quelle: Getty Images

Im 25. Jahr der Deutschen Einheit hält ein knappes Viertel (23 Prozent) die Wiedervereinigung rückblickend für einen Fehler – im Osten wie auch im Westen. Bei den Anhängern der Linken sind es 31 Prozent, bei den Wählern von CDU und CSU nur 17 Prozent. Für Holger Geißler, Herausgeber der Studie, ist das Zeichen dafür, dass die „Erinnerung an Helmut Kohl bei den Unionsanhängern noch präsent“ ist. Auch die Haltung zu den „blühenden Landschaften“, die Kohl im Zuge der Wiedervereinigung versprach, wurde von den Meinungsforschern abgefragt. Beinahe die Hälfte der Ostdeutschen an, meint, diese seien Wirklichkeit geworden.

Die Herkunftsfrage spielt vor allem bei den Älteren noch eine Rolle. 68 Prozent derjenigen, die 55 Jahre und älter sind, meinen, dass sie beim Kennenlernen einer gleichaltrigen Person, schnell merken, ob jemand aus Ost- oder Westdeutschland kommt.

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