So wählt das Netz: Die erstaunliche Aufholjagd der SPD

ThemaWahlen 2016

So wählt das Netz: Die erstaunliche Aufholjagd der SPD

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Zumindest bei Twitter und Facebook haben die Sozialdemokraten in den vergangenen vier Wochen deutlich aufgeholt.

von Oliver Voß

Viele Sozialdemokraten haben die Wahl scheinbar schon abgehakt, dabei holt die Partei deutlich auf - zumindest bei Twitter und Facebook. Opfer der Aufholjagd ist überaschenderweise die Piratenpartei.

Wenn man sich die Debatten der letzten Tage anschaut, hat die SPD die Wahl schon aufgegeben. In der Steuerpolitik gab es einen irritierenden Zickzackkurs und Parteichef Gabriel hat schon mal zum kleinen Krisenparteitag unmittelbar nach der Wahl geladen.

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Erstaunlich, zumindest wenn man sich die Stimmungslage im Netz ansieht. Denn zumindest bei Twitter und Facebook haben die Sozialdemokraten in den vergangenen vier Wochen deutlich aufgeholt. Als die WirtschaftsWoche mit dem Tool "So-wählt-das-Netz" am 22. Juli mit der Social-Media-Auswertung begann, lag die SPD nur bei zehn Prozent. Inzwischen hat sie sich kontinuierlich gesteigert und lag in dieser Woche mit 36 Prozent deutlich vorn.

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Zustimmungswerte von Angela Merkel und Peer Steinbrück auf Twitter und Facebook im Vergleich

Dabei zeigt sich, dass der Wahlkampf auch im Netz Fahrt aufgenommen hat: Die Anzahl der politischen Tweets ist deutlich gestiegen. Wurden in den ersten beiden Wochen noch 73.000 bis 83.000 Twitternachrichten ausgewertet, waren es in den vergangenen beiden Wochen jeweils mehr als 100.000. Auch die Zahl der Facebook-Kommentare zu den Parteien und Kandidaten stieg von 20.000 auf weit mehr als 30.000.

Auch der Herausforderer hat dabei stark an Zustimmung gewonnen. Lag anfangs die Kanzlerin mit Werten zwischen 62 und fast 85 Prozent bei Twitter und Co. deutlich vorn, holte Steinbrück immer mehr auf. In dieser Woche gelang es dem Kanzlerkandidaten der SPD dann erstmals, Merkel zu überholen.

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Zustimmungswerte der Parteien auf Twitter und Facebook im Vergleich

Die Aufholjagd der Sozialdemokraten geht vor allem zu Lasten der Piratenpartei. Lange dominierten die Piraten die Twitter-Debatte und erhielten Zustimmungswerte von bis zu 47 Prozent. Dabei profitierte die Partei vor allem vom NSA-Skandal, der lange das dominierende Thema im Netz war. "Da die Themen Überwachung, NSA, etc. weniger diskutiert werden, fallen relativ weniger positive Aussagen auf die Piraten", erklärt Holger Rath, Analyst beim Datenspezialisten Attensity, der die Sprachanalyse für die WirtschaftsWoche durchführt.

Infografik So wählt das Netz

Während der Bundestagswahlkampfs analysieren die WirtschaftsWoche und der Datenspezialist Attensity mit einer Sprachanalysetechnik, wie das Netz über Parteien und Politiker diskutiert.

Attensity Einspalter und Themenseite

Diese Entwicklung ist insofern erstaunlich, als die Piraten zumindest in den klassischen Umfragen einen leichten Aufwärtstrend erleben. Nachdem sie lange nur noch unter den "Sonstigen" geführt wurden, kommt die Partei derzeit mit drei Prozent zumindest wieder auf einen eigenen Balken.

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Twitter gilt als ein Frühindikator, der auch zur Vorhersage von der Entwicklung von Aktienkursen oder dem Erfolg von Kinofilmen benutzt wird. Inwieweit das auch für die politische Stimmungslage gilt, muss sich noch zeigen - diese Analyse ist eines von vielen Experimenten, die das versuchen.

Sollte der derzeitige Aufwärtstrend für die Piraten in den Meinungsumfragen aber tatsächlich eine verzögerte Widerspiegelung des positiven Meinungsbildes bei Twitter & Co. sein, dürften Steinbrück und die Sozialdemokraten noch einmal Hoffnung schöpfen. Denn dann könnte es auch in den nächsten Umfragen noch einmal nach oben gehen.

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8 Kommentare zu So wählt das Netz: Die erstaunliche Aufholjagd der SPD

  • Woher kommen die riesigen Diskrepanzen twischen den Internetwerten

    u. den Werten der traditionellen - Trlrfon - Meinungsforschungs-

    institute.

    Möglicherweise sind Twitter u. FB. doch nicht so repräsentativ wie

    oft behauptet, zumindestbei den über 25jährigen u. die stellen die

    absolute Mehrheit der Wähler - noch, denn in 20 Jahren kann sich das

    drehen.

    Aber dass 2 "etablierte" Kleinparteien wie die fdp u. die grünen

    nur bei 5% rumdümpeln u. die Newcomer Piraten u. AfD bei über 20%

    jeweils liegen scheint nicht repräsentativ zu sein, sondern ist

    Ausdruck von Manipulation durch Hyperaktivität im Netz, dass diese

    beidenGruppierungen wohl im Übermass nutzen.

    Hier fehlt die kritische Gewichtung durch den Wiso-Redakreur !

  • @steigenberger
    So ein Blödsinn. Das ist eine Netzanalyse keine inhaltliche Stellungnahme. Bitte hör auf deine Meinung mit Objektivität zu verwechseln :)

  • Wurden bei dieser "Analyse" die ganzen gekauften Fake-Follower rausgerechnet?

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