Social-Media-Pannen: Politiker verheddern sich im sozialen Netz

Social-Media-Pannen: Politiker verheddern sich im sozialen Netz

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Werner Failmann ist eine Kunstfigur, erschaffen, um die Social Media-Aktivitäten des österreichischen Bundeskanzlers zu parodieren

Bei Facebook und Twitter zeigen Politiker gerne ihre persönliche Seite. Doch die Selbstinszenierung geht manchmal mächtig schief. Eine Chronik des Scheiterns.

Werner Failmann gefällt über 13.000 Menschen bei Facebook. Das ist eine ziemliche Leistung für eine Person, die gar nicht existiert: Failmann ist eine Kunstfigur, das satirisches Double des österreichischen Bundeskanzlers Werner Faymann. Als Faymann kürzlich nach Washington zu einem Treffen der Bilderberg-Gruppe reiste, schrieb der satirische Failmann bei Facebook: „Auf dem Weg zum Bilderberg-Treffen. Hab total viele Comics und Panini-Bilder zum Tauschen mit. Freu mich schon so!“.

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Failmann wurde von einem PR-Agenturbesitzer, einem Unternehmensberater und einem ehemaligen SPÖ-Politiker bei Facebook und Twitter zum Leben erweckt, um sich über die Social-Media-Aktivitäten seines Namensvetters lustig zu machen. Im vergangenen Herbst hatte der österreichische Bundeskanzler eine großangelegte Werbeaktion auf Youtube, Facebook und Twitter gestartet: Neun Mitarbeiter des Kanzleramts wurden abgestellt, um für kolportierte 200.000 Euro am Internetauftritt des Spitzenpolitikers zu arbeiten. Geholfen hat das nicht: Heute hat Failmann, die Kunstfigur, mehr als doppelt so viele Fans wie Faymann, der Bundeskanzler.

Faymann ist nicht der einzige Politiker, der öffentlichkeitswirksam im Internet scheiterte, obwohl er sich Vorteile vom direkten Draht zum Wähler erhofft hatte: Mit sozialen Medien wie Facebook oder Twitter können die Volksvertreter direkt mit ihren Wählern in Kontakt treten – und so neue Wähler finden. Hat Barack Obama nicht schon im Jahr 2008 gezeigt, wie die geschickte Nutzung sozialer Netzwerke zu einem Wahlsieg beitragen kann?

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Doch nicht jeder Polit-Profi ist der Netzöffentlichkeit gewachsen. Im harmlosesten Fall langweilen Abgeordnete via Twitter mit dröger Wahlkampflyrik oder berichten bei Facebook über die Qualität der Bratwurst auf dem örtlichen Feuerwehrfest. Doch aus manchem Tweet wird ein handfester Skandal – so wie bei Valérie Trierweiler, die ihrem Lebensgefährten François Hollande mit Twitter die erste Affäre einbrockte, kaum dass er zum französischen Präsidenten gewählt worden war.

Kein Wunder also, dass manche Politiker lieber ganz auf die neuen Möglichkeiten verzichten. So wie Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner, die ihren Facebook-Account aus Protest gegen den mangelnden Datenschutz gekündigt hat. Und auch der Chef der Freien Wähler, Hubert Aiwanger, bleibt lieber offline: Nachdem eine Mitarbeiterin über seinen Twitteraccount Blondinenwitze veröffentlicht hatte, verzichtete Aiwanger auf den „Mist“ mit den sozialen Medien. Er entschuldigte sich – und löschte seinen Zugang.

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