Sofortabschreibungen: Große Koalition entlastet Mittelstand

Sofortabschreibungen: Große Koalition entlastet Mittelstand

, aktualisiert 15. Februar 2017, 12:14 Uhr
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Finanzminister Schäuble hält die neuen Abschreibungsregeln für wenig effizient aber teuer.

von Martin Greive und Jan HildebrandQuelle:Handelsblatt Online

Die Bundesregierung möchte die Grenze für Sofortabschreibungen anheben – zum ersten Mal seit mehr als 50 Jahren. Besonders kleinen Mittelständler und Handwerker sollen davon profitieren.

BerlinUnion und SPD haben sich nach langem Streit auf eine Anhebung der Grenze für die Sofortabschreibung geringwertiger Wirtschaftsgüter (GWG) geeinigt. Ab 2018 soll die Grenze von derzeit 410 Euro mindestens auf das Doppelte angehoben werden. Dies bestätigten Koalitionskreise dem Handelsblatt. Offen ist noch die genaue Höhe. Während es aus der Union hieß, man habe sich auf 1000 Euro geeinigt, wurde dies in SPD-Kreisen bestritten.

Die Grenze für die Sofortabschreibung von geringwertigen Wirtschaftsgütern wurde seit mehr als 50 Jahren nicht mehr angehoben. „Umso erfreulicher ist es, dass wir diese Forderung des Mittelstandes, die seit Jahrzehnten an uns herangetragen wurde, jetzt nach jahrelangen Diskussionen endlich umsetzen können“, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Joachim Pfeiffer, dem Handelsblatt. Es sei „höchste Zeit“ gewesen, den „völlig veralteten Schwellenwert“ an die betrieblichen Realitäten anzupassen. „Das ist ein wirklich großer Wurf beim Thema Bürokratieabbau“, sagte Pfeiffer.

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Von der Maßnahme profitierten besonders kleinere Mittelständler und Handwerker, da sie von weitreichenden Aufzeichnungspflichten befreit werden, wenn sie Wirtschaftsgüter wie beispielsweise Handys, Werkzeuge oder Büromöbel direkt abschreiben können. „Wir setzen darauf, dass auch der Bundesrat diesen Weg mitgeht, damit diese wichtige Entlastungsmaßnahme noch vor der Sommerpause in Kraft treten kann“, sagte Pfeiffer.

Die großzügigeren Abschreibungsregeln waren von der SPD und dem Wirtschaftsflügel der Union vorangetrieben worden. CDU-Finanzpolitiker hatten dagegen ebenso Bedenken wie Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). Sie hielten die Reform für wenig effizient, aber teuer. Würde die Grenze wie von der Union gefordert auf 1000 Euro angehoben, würde das die Unternehmen um rund 1,5 Milliarden Euro entlasten.

Quelle:  Handelsblatt Online
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