Solarenergie: Fraunhofer: Regierung ist Schuld am Solarsterben

exklusivSolarenergie: Fraunhofer: Regierung ist Schuld am Solarsterben

von Dieter Dürand

Eicke Weber, Chef des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg, wirft der Bundesregierung vor, Schuld am Sterben der deutschen Solarindustrie zu sein.

So habe sich die Ankündigung, die Einspeisevergütung drastisch zu kürzen, verheerend ausgewirkt. Zugleich fehle ein Investitionsklima in Deutschland, wie es in Asien für die Solarbranche vorhanden sei, kritisiert Weber in der WirtschaftsWoche. „Was wir gerade erleben, ist die Folge einer verfehlten Politik. Allein die Ankündigung Anfang des Jahres, die Einspeisevergütung für Solarstrom weit massiver zu kürzen als geplant und größere Freiflächenanlagen gar nicht mehr zu fördern, führte dazu, dass Kraftwerksprojekte storniert wurden und Banken ihre Kreditlinien für die Solarhersteller nicht verlängert haben.“ Seine Schlussfolgerung: „Die Bundesregierung hat sich damit offen gegen die Fotovoltaik gestellt.“

Weber, der auch Sprecher der Fraunhofer-Allianz Energie ist, bestreitet die Aussage von Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP), dass die Einspeisevergütung den Strompreis in die Höhe treibe. Im Gegenteil würden die Erneuerbaren Energien im Vergleich zu den immer teurer werdenden fossilen Rohstoffen als Preisdämpfer wirken. „Da werden den Verbrauchern gerade viele Lügen aufgetischt, um sie gegen die erneuerbaren Energien aufzubringen“, so Weber. „Der Strompreis steigt seit 15 Jahren um durchschnittlich vier Prozent im Jahr, lange bevor die Energiewende ausgerufen wurde. Der durchschnittliche Strompreis in Deutschland beträgt heute 23 Cent die Kilowattstunde. Und davon fließen ganze 3,6 Cent in den Aufbau der Erneuerbaren“, hebt der Forscher hervor. „Die Strompreise steigen vor allem, weil Öl, Gas und Kohle stetig teurer werden.“

Anzeige

weitere Links zum Artikel

Von der Bundesregierung fordert Weber eine Grundsatzentscheidung, ob Deutschland aus der Fotovoltaik aussteigen oder sie als Zukunftstechnologie weiterentwickeln wolle. Dabei sei die deutsche Solarindustrie immer noch konkurrenzfähig, brauche aber ein besseres Investitionsklima. „Die asiatischen Hersteller realisieren ihre Kostenvorteile weitgehend mit deutscher Anlagentechnik. Das bedeutet: Wenn wir hier ein ähnliches Investitionsklima schaffen wie dort, können sich unsere Unternehmen ebenfalls die neuesten Maschinen leisten und gleichziehen.“

Weber sieht noch erhebliche Potentiale, um die Produktionskosten in Deutschland drastisch zu senken. „Wir sind das größte Solarforschungsinstitut Europas. In einem solchen Verbund sollte es uns gelingen, die Herstellungskosten der Solarmodule bis 2014 von 60 bis 70 Cent je Watt auf 40 bis 50 Cent zu drücken und damit die globale Kostenführerschaft zu erreichen.“ Doch es fehle an Investitionskapital. „Wir halten allein am ISE zehn neue Solarzellen-Technologien in petto, die deutliche Verbesserungen der heutigen Standardprozesse bringen.“ Doch fast allen Solarunternehmen fehle das Kapital, diese serientauglich zu machen. „Das ist ja das Drama.“

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%