Bild: dpaWer hat auf dem schrumpfenden Solarmarkt noch eine Chance? Das Zentrum für Solarmarktforschung (ZFS) hat exklusiv für die WirtschaftsWoche die Zukunftssaussichten der deutschen Solarindustrie unter die Lupe genommen. Und das ist das Ergebnis....
Bild: dpaCENTROTHERM
Profil: Hersteller kompletter Fabriken für die Solarindustrie
Umsatz 2011: 699 Millionen Euro
Verlust: 15,9 Millionen Euro
Nettoliquidität: 6,23 Millionen Euro
Free Cash-Flow: –134,8 Millionen EuroStärken
– klare Ausrichtung auf asiatische Wachstumsmärkte
– breite Technologiebasis auf fast allen Stufen der Wertschöpfung
– sehr individuelle KundenlösungenSchwächen
– starke Abhängigkeit vom Solargeschäft, unzureichende DiversifizierungPrognose: internationale Klasse
Bild: PresseMANZ
Profil: Anlagenbauer für die Herstellung von Solarzellen und -modulen
Umsatz 2011: 241 Millionen Euro
Gewinn: 0,86 Millionen Euro
Nettoschulden: 17,5 Millionen Euro
Free Cash-Flow: –42,8 Millionen EuroStärken
– überdurchschnittliche Innovationskraft
– Kundennähe durch Fertigung an kostengünstigen asiatischen Standorten
– Risikominimierung durch Standbein im FlachbildschirmgeschäftSchwächen
– geringe Standardisierung, teure maßgeschneiderte KundenlösungenPrognose: internationale Klasse
Bild: dpaSMA
Profil: Hersteller von Wechselrichtern mit großem Weltmarktanteil
Umsatz 2011: 1,67 Milliarden Euro
Gewinn: 166 Millionen Euro
Nettoliquidität: 346,25 Millionen Euro
Free Cash-Flow: 104,66 Millionen EuroStärken
– Markt- und Qualitätsführerschaft
– auf unterschiedlichste Kundenbedürfnisse ausgerichtetes AngebotSchwächen
– Produkt ist technologisch weitgehend ausgereift und daher leicht kopierbar
– zu teure Produkte für die Wachstumsmärkte in den SchwellenländernPrognose: wettbewerbsstark
Bild: dpaSOLARWORLD
Profil: Konzern mit integrierter Wertschöpfung von der Siliziumproduktion bis zur fertigen Solarstromanlage
Umsatz 2011: 1,05 Milliarden Euro
Verlust: 299,35 Millionen Euro
Nettoschulden: 718,52 Millionen Euro
Free Cash-Flow: –291 Millionen EuroStärken
– Kapazitäten ermöglichen Skaleneffekte
– solides Netzwerk bei InstallateurenSchwächen
– Kostennachteile durch zu hohe Wertschöpfungstiefe
– unterentwickeltes Kraftwerksgeschäft
– angespannte FinanzlagePrognose: Mittelmaß
Bild: dpaSUNWAYS
Profil: Solarzellenhersteller mit dem chinesischen Großaktionär LDK
Umsatz*: 84 Millionen Euro
Verlust: 11,2 Millionen Euro
Nettoschulden: 36 Millionen Euro
Free Cash-Flow: –11,7 Millionen EuroStärken
– Aussicht auf kostengünstigen Einkauf über chinesischen PartnerSchwächen
– kein Alleinstellungsmerkmal
– insgesamt zu kleines Produktionsvolumen für zwei Standorte
– chinesischer Großaktionär befindet sich selbst in der UmstrukturierungsphasePrognose: Mittelmaß
* Umsatzzahlen für Januar bis September 2011
Bild: PressebildALEO SOLAR
Profil: Börsennotierter Modulproduzent im Mehrheitsbesitz des Bosch-Konzerns
Umsatz 2011: 462 Millionen Euro
Verlust: 32,2 Millionen Euro
Nettoschulden: 13,1 Millionen Euro
Free Cash-Flow: – 44,1 Millionen EuroStärken
– direkter Vertrieb mit Ausrichtung auf FachhandelSchwächen
– Produktionsvolumen für Skaleneffekte zu gering
– unklare Internationalisierungsstrategie
– undurchsichtige Strategie mit den Marken aleo und avim (plus Bosch Solar)Prognose: leistungsschwach
Bild: PressebildCENTROSOLAR
Profil: Modulhersteller mit Schwerpunkt auf Dachanlagen
Umsatz 2011: 293 Millionen Euro
Verlust: 16,8 Millionen Euro
Nettoschulden: 68,8 Millionen Euro
Free Cash-Flow: –28,5 Millionen EuroStärken
– Orientierung auf Endkunden und FachinstallateureSchwächen
– kaum Wachstumsaussichten in den bisherigen Hauptmärkten Italien und Frankreich zu erwarten
– Kooperationsvorteile mit taiwanesischem Partner weitgehend ungenutztPrognose: leistungsschwach
Bild: PressebildCONERGY
Profil: Hersteller schlüsselfertiger Solarsysteme von der Dachanlage bis zum Megawatt-Solarpark
Umsatz 2011: 754 Millionen Euro
Verlust: 162 Millionen Euro
Nettoschulden: 109 Millionen Euro
Free Cash-Flow: –73,2 Millionen EuroStärken
– langjähriges Branchen-Know-howSchwächen
– Modul- und Gestellproduktion an Hochlohnstandorten
– keine klare Positionierung am Markt
– schwache Eigenkapitalquote, hohe VerschuldungPrognose: Überleben bedroht / leistungsschwach
Bild: dapdPHOENIX SOLAR
Profil: Planer, Erbauer und Betreiber von Fotovoltaik-Großkraftwerken
Umsatz*: 254 Millionen Euro
Verlust: 41 Millionen Euro
Nettoschulden: 11,2 Millionen Euro
Free Cash-Flow: –27,9 Millionen EuroStärken
– Geschäftsmodell, das geringen Kapitaleinsatz erfordert
– hohe FlexibilitätSchwächen
– fehlendes Alleinstellungsmerkmal
– leicht kopierbares Geschäftsmodell
– fehlende Kapitalstärke für weiteres WachstumPrognose: Überleben bedroht
* Umsatzzahlen für Januar bis September 2011
Wer hat auf dem schrumpfenden Solarmarkt noch eine Chance? Das Zentrum für Solarmarktforschung (ZFS) hat exklusiv für die WirtschaftsWoche die Zukunftssaussichten der deutschen Solarindustrie unter die Lupe genommen. Und das ist das Ergebnis....
Passend zur Klage von Bayerns CSU-Ministerpräsident Horst Seehofer vor dem Bundesverfassungsgericht gegen den Finanzausgleich zwischen den Bundesländern hat der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) eine brisante Rechnung aufgemacht. Dabei geht es um die Frage: Wer bezahlt eigentlich die sogenannte Einspeisevergütung, die das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) den Verbrauchern für den teuren Ökostrom auferlegt. Die Antwort wird dem Mir-san-mir-Mann von der Isar nicht gefallen. Bürger und Unternehmer in NRW zahlten im vergangenen Jahr per Saldo 2,25 Milliarden Euro, im wesentlichen um Solarstrom damit zu finanzieren. Geflossen ist ein Großteil des Geldes an die Bürger und Unternehmer in Bayern (und auch in Baden-Württemberg) mit dem Ergebnis, dass dort unterm Strich 1,1 Milliarden Euro hängen blieben und das Einkommen der dortigen Bewohner mehrte.

Der Check von WirtschaftsWoche und A.T. Kearney ist der erste seiner Art, der ab sofort jährlich den Fortschritt der Energiewende in Deutschland misst. Im Zentrum der Analyse steht die Frage, inwieweit die vier wichtigsten Ziele der Energiewende, die die Bundesregierung vorgegeben hat, erreicht werden. Diese vier Ziele sind die Wirtschaftlichkeit der Stromversorgung, die Versorgungssicherheit, die Umweltverträglichkeit und die Akzeptanz bei der Bevölkerung.
Erklärung der Fußnoten:
1 - Daten jeweils Ende des Vorjahres
2 - nicht genutzte Stromerzeugungskapazität
3 - Das Soll basiert auf den 24 von der Bundesregierung als bevorzugt auszubauenden Netzstrecken (in km²)
Quelle: Studie A.T. Kearney/ Wirtschaftswoche

4 - gemessen an den Zwischenzielen in jedem Jahr
5 - Ziel 2020: 35 Prozent
6 - Ziel 2020: 18 Prozent
7 - Ziel 2020: 40 Prozent zum Basisjahr
8 - Ziel 2020: 10 Prozent zum Basisjahr
9 - Ziel 2020: 20 Prozent zum Basisjahr
10 - Ziel der Bundesregierung für 2020wurde in lineare Teilziele heruntergebrochen
11 - Reduktion CO2-Emissionen um mindestens 2,7 Prozent im Jahr
Quelle: Studie A.T. Kearney/ Wirtschaftswoche

12 - Negativszenario
13 - Inflationsrate der vergangenen fünf Jahre
Quelle: Studie A.T. Kearney/ Wirtschaftswoche

14 - Umfragen
Quelle: Studie A.T. Kearney/ Wirtschaftswoche
Der Check von WirtschaftsWoche und A.T. Kearney ist der erste seiner Art, der ab sofort jährlich den Fortschritt der Energiewende in Deutschland misst. Im Zentrum der Analyse steht die Frage, inwieweit die vier wichtigsten Ziele der Energiewende, die die Bundesregierung vorgegeben hat, erreicht werden. Diese vier Ziele sind die Wirtschaftlichkeit der Stromversorgung, die Versorgungssicherheit, die Umweltverträglichkeit und die Akzeptanz bei der Bevölkerung.
Erklärung der Fußnoten:
1 - Daten jeweils Ende des Vorjahres
2 - nicht genutzte Stromerzeugungskapazität
3 - Das Soll basiert auf den 24 von der Bundesregierung als bevorzugt auszubauenden Netzstrecken (in km²)
Quelle: Studie A.T. Kearney/ Wirtschaftswoche
Die politische Zeitbombe tickt
Die Erklärung ist einfach: In den einstigen Agrarländern Bayern sowie Baden-Württemberg („Schaffe, schaffe, Häusle baue, und net nach de Mädle schaue“) gibt es mehr Eigenheimbesitzer als in der traditionellen Industriehochburg an Rhein und Ruhr. Jeder, der auf sein eigen Dach überm Kopf ein paar Solarpanelen montiert, erzielt eine dicke Rendite, weil der Staat dem Solarstrom den Weg ins öffentliche Netz und dem Einspeiser ein festen Preis garantiert. Und bezahlt wird der höhere Preis per Saldo natürlich von den Bewohnern der Mietwohnungen, die Zuhauf in NRW wohnen.
Damit tickt in der ohnehin verkorksten Energiewende eine weitere politische Zeitbombe. Seehofer mag mit den Überweisungen aus NRW vielleicht seine Wiederwahlchancen in Bayern erhöhen. Auf Bundesebene programmiert er jedoch eine Auseinandersetzung, die auf die kommende Bundestagswahl ausstrahlen kann. Der neue CDU-Umweltbundesminister Peter Altmaier wird deshalb nicht umhinkommen, den Griff der bayrischen und baden-württembergischen Hausbesitzer in die Haushaltskassen nordrhein-westfälischer Mieter wenigstens teilweise abzustellen oder auszugleichen. Weder in seinem noch im Sinne von Kanzlerin Angela Merkel kann es sein, wenn sich nach dem Beschluss zum Ausstieg aus der Atomkraft vor gut einem Jahr frei nach Karl Marx immer mehr zeigen sollte: Die Geschichte der Energiewende ist eine Geschichte der Verteilungskämpfe - der Prasser gegen die Ausgepressten, zu Lasten der einkommensschwächeren Mieter und zugunsten privilegierter Häuslebesitzer.














