Sommerbilanz der Kanzlerin: Merkel macht Urlaub von der Krise

KommentarSommerbilanz der Kanzlerin: Merkel macht Urlaub von der Krise

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Bundeskanzlerin Angela Merkel, CDU, in der Bundespressekonferenz

von Max Haerder

Es war nicht alles schlecht, im Gegenteil: Die Kanzlerin hat pünktlich zur Sommerpause ihre Regierung gründlich gelobt. Ihre Botschaft: Nach Monaten der Erosion ist zumindest auf eine Person Verlass. Sie selbst.

War da mal was? Die Bundeskanzlerin hat fordernde Monate voller Probleme, Krisen und Kämpfe durchlitten. Kollabierende Euro-Staaten und marode Banken mussten gestützt werden, gleich reihenweise gingen Angela Merkel (CDU) Ministerpräsidenten von der Fahne und noch dazu ein Bundespräsident. Die einstige Wunsch-Koalition aus Union und  FDP blickt auf einen der desaströsesten Regierungsbeginne aller Zeiten zurück. Die Umfragewerte liegen entsprechend danieder, das als „Kraftakt“ betitelte Sparpaket wird schon längst wieder zwischen den Ministern klein- und umverhandelt.

Was fällt in einem solchen Moment der Regierungschefin ein? „Hinter uns liegen turbulente Monate.“ Aber wie sie es sagt und wie sie dabei guckt – es ist kaum mehr als ein verbales Schulterzucken. Das Bild, dass die Kanzlerin bei ihrer traditionellen Pressekonferenz vor der Sommerpause abgibt, es will so gar nicht passen zum Zustand einer Regierung, die mit dem Zählen der Neuanfänge schon nach einem guten Jahr nicht mehr nachkommt.

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Die Männer können's nicht

Aber Merkel ruht in sich. Mag ihre Regierung auch konfus, entzweit, glücklichlos zu Werke gehen, sie will offenbar gelassen bleiben. „Wir haben Zeit gebraucht, um uns zu finden“, sagt sie nur zur Kritik. Das Wunschbündnis stelle „sich als rumpeliger heraus, als man dachte“. Das war es dann an negativem von der Chefin. Stattdessen Lob: Deutschland habe sich in der Krise als stärker erwiesen als gedacht. Der Arbeitsmarkt sei ein „kleines Wunder“.

Der Staat habe sich als handlungsfähig erwiesen, sagt Merkel. Kein Zweifel, dass sie damit auch sich selbst meint. Kanzleramtsminister Ronald Pofalla, zuletzt als überforderter Koalitionsmanager unter Druck geraten, bekommt sogar ein Extralob: er sei das „Versöhnungswerk auf Rädern“.

Merkel denkt nicht daran, dem Vorbild ihrer männlichen Parteikollegen zu folgen. Als ein Journalist sie auf Ole von Beust anspricht, auf dessen Sehnsucht nach einem anderen Leben ohne Politik, erzählt sie von ihrer Zeit als Physikerin. Sie wisse bereits, wie dieses andere Leben aussehe, soll das heißen. Offenbar hat ihr es nicht so gut gefallen. Zum Abschied sagt sie: „Sie können davon ausgehen, dass sie mich nach dem Urlaub wiedersehen.“

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