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17.07.2012

Sommerloch: Die skurrilsten Ideen unserer Politiker

Das Fordern der Politiker gehört bekanntlich zum Repertoire des Berufsbildes. Doch manche ihrer Zunft schießen weit über das Ziel hinaus. Lesen Sie hier die skurrilsten Ideen unserer Volksvertreter.

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Strohsonnenschirm Quelle: ZBSP
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Schon in Bonner Zeiten war es üblich, dass die Boulevardzeitungen Politiker der zweiten oder dritten Reihe mit obskuren Ideen auf die Titelseite brachten. Meist stammten die Vorschläge gar nicht von den Parlamentariern selbst, sondern waren in den Redaktionskonferenzen entstanden. Die Reporter machten sich dann auf die Suche nach Opfern, die sich den Unsinn zu Eigen machten. Beliebte Masche: Den angerufenen Politiker erst in ein Gespräch verwickeln, dann beiläufig die skurrile Idee präsentieren, und wenn der Gesprächspartner – vielleicht gar unter Gelächter – dann den entscheidenden Satz sagt: „Ja, das wäre wirklich mal eine originelle Idee“ – schnell auflegen.

Bevorzugtes Revier der Zitatejäger waren stets die hinteren Reihen des Parlaments, beispielsweise die stellvertretenden Mitglieder eines Ausschusses. Denn die wurden von ernsthaften Medien nie wegen ernsthafter Themen angerufen, denn darum kümmerten sich ja in der Regel die hauptamtlichen Parlamentarier des Fachgebietes. Umso größer also die Freude in den Büros, wenn sich die Boulevardblätter meldeten. Hatte man drei dieser Exemplare aus verschiedenen Fraktionen beisammen, schrieb sich der Artikel fast von selbst. Nach der knalligen Überschrift folgte stets die Standardformulierung: „Experten aller Parteien fordern …..“ Auch wenn es mit dem Expertentum oft nicht weit her war. Aber formal genügte dafür die stellvertretende Mitgliedschaft im jeweiligen Ausschuss. Und vor den Einheitssatz war nur noch das passende Thema zu kleben, also Verkehrs-, Gesundheits-, Bildungs- oder Sonstwas-Experten. Wer nicht Karriere macht, macht wenigstens Furore.

 Mallorca 17. Bundesland

Der Klassiker, die Mutter aller Dummschwätzer-Sprüche. Für die Forderung nach nationaler Eingemeindung der Balearen-Insel fand sich damals sogar der CSU-Abgeordnete Dionys Jobst, immerhin Vorsitzender des Verkehrsausschusses. Als sich Hohn und Spott über ihn ergossen, erklärte er, das sei alles bloß ein Witz gewesen.

Bild: ZBSP
von Henning KrumreyBild: 1 von 12
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