Sonderabgabe für Coffee to go: Pack die Kaffeetasse ein!

KommentarSonderabgabe für Coffee to go: Pack die Kaffeetasse ein!

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Die Berliner SPD will eine Müllabgabe für Kaffee zum Mitnehmen

von Ferdinand Knauß

Berlin will eine Sonderabgabe für Kaffee zum Mitnehmen. Richtig so. Wer Dreck macht, soll auch putzen!

Endlich mal eine sinnvolle fiskalpolitische Initiative: Die Berliner Landes-SPD will Coffee-to-go und ähnliche Unterwegsprodukte nur noch mit einer besonderen Müllabgabe verkaufen lassen. „Mit einer Sonderabgabe müssten Verursacher wie die Betreiber von Coffeeshops und Verbraucher für die Reinigungskosten aufkommen“, zitiert die Berliner Morgenpost aus dem Antrag der SPD.

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Klar kann man sich nun darüber aufregen: Haben die Berliner Sozis nichts besseres zu tun, als neue bürokratische Abgaben einzuführen? Warum erschweren sie einer der wenigen Branchen, die in der Hauptstadt florieren, das Leben? Die armen Kaffeezapfer müssen sich künftig zwei Preise merken, denn Kunden, die sich ihren Becher mitbringen, müssen die Abgabe natürlich nicht bezahlen. Da werden die amerikanischen Touristen entgeistert den Kopf schütteln.  

Dennoch ist die To-Go-Abgabe das Paradebeispiel einer sinnvollen Sonderabgabe. Nicht die Allgemeinheit aller Steuerzahler, sondern diejenigen, die den Missstand verursachen, werden zu seiner Beseitigung herangezogen. Wer Dreck macht, soll auch putzen – oder wenigstens dafür bezahlen.

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Was hier im kleinen Maßstab getan wird, sollte auch im großen Maßstab Leitschnur der Fiskalpolitik sein. Der Staat ließ und lässt sich allzu oft übers Ohr hauen und bürdet dem anonymen Steuerzahler auf, was spezifische Interessen verbrochen haben. Das beste Beispiel ist die Geschichte der Atomenergie: Sie galt jahrzehntelang als preiswert, weil die Betreiber die finanzielle Verantwortung für den atomaren Müll zum Großteil auf die Allgemeinheit abschieben konnten. Die niedrigen Energiepreise des Atomzeitalters waren insofern eine Subvention der Erzeuger und Großabnehmer. Würden sie für die Endlagerung halbwegs angemessen zur Kasse gebeten, wäre die Geschichte der Energieversorgung vermutlich eine andere gewesen. Die extreme Verhärtung und ideologische Aufladung der Atompolitik wäre uns vielleicht erspart geblieben. 

Gerechtigkeit bedeutet in einer marktwirtschaftlichen Leistungsgesellschaft, dass Wirtschaftssubjekte für die Folgen ihres Handelns verantwortlich sind.  Zu diesen Folgen gehört an vorderer Stelle der Müll, den Produzenten und Konsumenten erzeugen.

Abgesehen von Moral und Steuerpolitik trinkt sich Kaffee ohnehin viel genussvoller im Sitzen und aus festen Tassen – von der sprachlichen Geschmacksverirrung des „Coffee to go“ ganz zu schweigen. 

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