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Sozialabgaben: Koalition plant Beitragssenkung

von Cornelia Schmergal

Da eine Steuerreform scheitern könnte, entwickeln CDU/CSU und FDP einen Alternativplan, um die Bürger zu entlasten. Die Beiträge zur Sozialversicherung sollen kräftig sinken. Vielen Arbeitnehmern bringt das sogar mehr.

Figuren vor einem Schild mit Quelle: dpa
Figuren vor einem Schild mit der Aufschrift Rente Quelle: dpa

Der Koalitionsfrieden hielt keine 24 Stunden lang. Am ersten Sonntag im Juli hatten die Parteichefs von CDU, CSU und FDP ein Papier ausgetüftelt, in dem sie Steuersenkungen für das Jahr 2013 versprachen. Angela Merkel, Horst Seehofer und Philipp Rösler hielten ihre Vereinbarung schriftlich fest, darauf hatten die Liberalen bestanden. Einem Handschlag des Koalitionspartners allein wollte die FDP nicht trauen. So ist das unter guten Freunden im Kabinett.

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Schon am nächsten Morgen nahm die Union das Papier unter Beschuss. Steuersenkungen? Nicht mit uns, meuterten fünf der insgesamt sieben CDU-Landesfürsten in der Sitzung des Parteipräsidiums. Der saarländische Ministerpräsident Peter Müller (CDU) polterte, er habe „keinerlei Spielräume“. Und als Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter-Harry Carstensen mit rotem Kopf aus der CDU-Parteizentrale stapfte, sagte er: „Ich habe deutlich gemacht, dass die Konsolidierungsländer sich das nicht leisten können.“

Üppiger Puffer

Nur in einem Punkt sind sich die Koalitionspartner weiterhin einig: Wenigstens die Sozialabgaben sollen runter. Auch das steht nämlich in dem Papier der Parteichefs von CDU, CSU und FDP. Offiziell gilt, dass niedrigere Beitragssätze eine Steuerentlastung noch krönen sollen. Endet die Steuerreform aber als Placebo und scheitert auch die Soli-Abschaffung, könnte die Koalition den Bürgern, passend zum Wahljahr 2013, wenigstens bei den Sozialabgaben ein größeres Geschenk machen.

Plan B wie Beitragssenkung hat einen entscheidenden Vorteil: Die Bundesregierung kann die Sätze zur Renten- oder Arbeitslosenversicherung ganz allein drücken, ohne vertrackte Verhandlungen in der Länderkammer oder lästige Einlassungen der Parteifreunde aus der Provinz. Wie praktisch, dass die Sozialkassen prall gefüllt scheinen wie lange nicht.

So blicken die Politiker mit glänzenden Augen auf den Haushalt der Rentenversicherung, wo sich ein üppiger Sicherheitspuffer anhäuft. Schon Ende Mai hatte die Schwankungsreserve 18,3 Milliarden Euro erreicht, das entspricht 1,07 Monatsausgaben der Rentenkasse. Sobald diese Rücklage 1,5 Monatsausgaben (26 Milliarden Euro) übersteigt, muss die Regierung den Beitragssatz senken, so steht es im Gesetz. Im Oktober werden die Schätzer aus Rentenversicherung und Sozialministerium den neuen Finanzplan aufstellen. Dabei könnte der Rentenbeitrag schon zum Januar 2012 von 19,9 auf 19,8 Prozent des Bruttolohnes sinken.

6 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 20.07.2011, 01:01 UhrAnonymer Benutzer: Wie weit noch ..

    Noch mehr Schulden ?
    Was für eine Koalition regiert eigentlich in berlin ?
    Wieso sind die noch da ?
    Man müsste diesen Herrschaften mal den Weg zeigen, wohin ?
    ins Nirwana.

  • 19.07.2011, 13:04 UhrAnonymer Benutzer: Rumpelstilzchen

    Da geht es doch nur wieder um eine Entlastung der Unternehmen, nicht um die Arbeitnehmer. Wollte man wirklich die kleinen Leute entlasten, wäre es besser, wieder die Parität bei den beiträgen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern einzuführen - das würde den Staat nichts kosten (nur die Unternehmen mit ihren Riesengewinnen). Und bevor man die Rentenbeiträge kürzt, sollte man lieber die Renten erhöhen, die Rentner müssen seit einem Jahrzehnt mit real fallenden Renten leben! Höhere Renten würden wenigstens den binnenmarkt stärken.

    Man sieht, die schwarz-gelbe Regierung ist unbelehrbar auf dem Weg der Neocons und Neoliberalen, die den Staat in die Schuldenkrise gestürzt haben!

  • 19.07.2011, 12:48 UhrAnonymer Benutzer: mallorcasusi

    Finger weg von der Renten- und Sozialversicherung.
    Kürzt bei den beamtendiäten, Aufwandsentschädigungen und Pensionen, hier liegen unglaubliche Potentiale, denn diese backen erhalten alles aus dem Steuertopf, ohne dass beiträge einbezahlt werden. Hier liegt doch auch ein Teil unseres Schuldenstandes, der
    genaugenommen bei 5 bio steht. Tilgt Schulden und haltet das Land
    in Orndung! Führt die DM wieder ein und reduziert die Verwaltungs-
    wasserköpfe. Holt die bundeswehr aus dem Ausland zurück.
    Die Schwarz/Gelbe Regierung vernichtet Deutschland im Sause-
    schritt und fühlt sich auch noch wohl dabei.

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