Sparpaket: Bahn-Chef kritisiert Dividendensegen für Merkels Etat

Sparpaket: Bahn-Chef kritisiert Dividendensegen für Merkels Etat

Bild vergrößern

Bahn-Chef Rüdiger Grube

von Max Haerder

Nach kaum einer Woche gibt es bereits Gegenwind für das Milliarden-Sparpaket der Bundesregierung Bahn-Chef Rüdiger Grube hält wenig davon, seine Unternehmensgewinne per Dividende direkt in den Staatshaushalt zu schleusen. Stattdessen hat er andere Pläne.

Als Angela Merkel und Guido Westerwelle vergangene Woche das Sparpaket der Bundesregierung vorstellten, ging der Posten noch als einer von vielen durch. Doch nun regt sich Kritik an den Plänen der Koalition, ihrer 100-prozentigen Staatstochter Bahn von 2011 an bis 2014 jedes Jahr 500 Millionen Euro aus der Bilanz zu saugen. So viel nämlich will der Bund als Eigentümer zukünftig an Dividende.

Bahn-Chef Rüdiger Grube, der sonst nicht müde wird, das harmonische Verhältnis zu Verkehrsminister Peter Ramsauer zu betonen, ist alles andere als amüsiert angesichts dieser engen Umarmung. „Wir sind stolz, in der Lage zu sein, einen Beitrag zu leisten“, sagt er im Verkehrsausschuss des Bundestages erst diplomatisch. Um dann aber kritisch hinzuzufügen: „Ich bin traurig, dass ich im Abtragen der Schulden gestört werde.“

Anzeige

Denn davon hat der Konzern noch eine ganze Menge, immerhin noch rund 14, 7 Milliarden Euro. Dem gegenüber steht Eigenkapital von 13,2 Milliarden. Eigentlich, so Grube, sei es sein Ziel gewesen, beides „auf eins zu bringen“. Ergo: Die Schulden weiter zu senken. Doch durch die schwarz-gelbe Anzapfaktion sei das Gefahr: „Die Dividende wird den Abbau hinauszögern.“

Starre Summen

Grube ärgert zudem, dass die Politik einfach starre Summen in ihre Kürzungsliste schrieb, und das auch noch über einen kaum zu überblickenden Zeitraum. Nichts gegen eine Dividende, meint Grube. Aber üblicherweise würde eine solche Jahr für Jahr neu festgelegt – vor allem abhängig von der Geschäftentwicklung. „Die Bahn soll ein ordentliches Unternehmen sein“, sagt Grube. „Aber wenn es gerade passt, darf es dann auch unordentlich sein.“

Das sitzt. Wenn schon auf Geld verzichten, dann bitte anders. Es sei „das bessere Konzept“, so Grube vor den Parlamentariern, eine zukünftige Dividende direkt in den Verkehrsetat statt in den allgemeinen Haushalt fließen zu lassen. So hätte er auch selber etwas davon, etwa dank höherer Investitionen in das Schienennetz oder üppigeren Zuschüssen für den Regionalverkehr.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%