SPD im Wahltrend: SPD fällt bei Umfrage unter 20 Prozent

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SPD im Wahltrend: SPD fällt bei Umfrage unter 20 Prozent

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SPD-Vorsitzender Sigmar Gabriel.

Erstmals seit 24 Jahren ist die SPD in einer Umfrage des Forsa-Instituts auf weniger als 20 Prozent abgestürzt. Die AfD bekam derweil erneut mehr Zustimmung.

Ist es eine direkte Folge der Gerüchte um einen Rücktritt Sigmar Gabriels in der vergangenen Woche? Genau sagen lässt sich das nicht, aber die Zahlen sind eindeutig: Nachdem über den Rücktritt des SPD-Parteivorsitzenden spekuliert wurde, fiel seine Partei im Vergleich zur Vorwoche um zwei Prozentpunkte im sogenannten "stern-RTL-Wahltrend", eine Umfrage des Forsa-Instituts in Auftrag des Magazins "Stern" und des Fernsehsenders RTL.

Die SPD-Führung

  • Sigmar Gabriel

    Seit 2009 Parteichef, macht die SPD in regelmäßigen Abständen mit Alleingängen nervös. War im Sommer in der Krise, bekam beim Ja zur Vorratsdatenspeicherung reichlich Gegenwind. Punktete in der Flüchtlingskrise aber wieder. Hat Anspruch auf Kanzlerkandidatur 2017 angemeldet. Bei seiner Rede gab er sich staatsmännisch und warb für einen Kurs der Mitte. Die Linke goutierte das nicht. Die herbe Quittung: Nur 74,3 Prozent nach 83,6 Prozent vor zwei Jahren.

  • Hannelore Kraft

    Landesmutter in Nordrhein-Westfalen, lange als Gabriel-Konkurrentin gehandelt, will von Bundespolitik aber nichts mehr wissen. Konzentriert sich voll auf die Landtagswahl 2017 an Rhein und Ruhr. In der Flüchtlingskrise wieder präsenter. Parteivize seit 2009, bei der letzten Parteitagswahl vor zwei Jahren 85,6 Prozent. Am Freitag fehlte sie wegen Fieber und Schüttelfrost. Geschadet hat es nicht: Sie kam auf 91,4 Prozent Zustimmung.

  • Aydan Özoguz

    Seit 2011 SPD-Vize (Wahl 2013: 79,9 Prozent). Die Flüchtlingskrise wäre für die Migrationsbeauftragte der Bundesregierung eigentlich die große Zeit, um Akzente zu setzen. Sie blieb bislang aber eher blass - auch als Parteivize. Geht mit ihrer zurückhaltenden Art im SPD-Gefüge etwas unter. Als einzige Migrantin unter den Vizes hat die Tochter türkischer Kaufleute in diesen Zeiten dennoch einen festen Platz. Der Lohn: 83,6 Prozent.

  • Thorsten Schäfer-Gümbel

    Landes- und Fraktionschef der hessischen SPD, wird oft unterschätzt, müht sich um bundespolitisches Profil. „TSG“ kümmert sich auch um die internationalen SPD-Kontakte. Der Mann mit den dicken Brillengläsern - in der Jugend drohte er zu erblinden - ist glühender Bayern-Fan, trat aus Protest gegen die Hoeneß-Steueraffäre aber beim Rekordmeister aus. Bekam 2013 als Vize 88,9 Prozent. Schaffte das Resultat diesmal fast: 88,0 Prozent.

  • Olaf Scholz

    Wird als kluger Verhandler in der SPD geschätzt, wie bei den Bund-Länder-Finanzen. Für den Fall, dass Gabriel irgendwann nicht mehr will oder darf, fällt stets auch sein Name. Hat bei den Delegierten aber oft einen eher schweren Stand. Vor zwei Jahren bekam er als Vize nur 67,3 Prozent. Das Nein seiner Hamburger zur Olympia-Bewerbung der Hansestadt war für Scholz ein Dämpfer. Der Parteitag leistete etwas Aufbauarbeit: 80,2 Prozent.

  • Manuela Schwesig

    Seit 2009 Parteivize (Wahl 2013: 80,1 Prozent). Die Bundesfamilienministerin hat sich in der SPD einen guten Stand erarbeitet - gerade mit ihrem Thema Frauen und Familie. Früher intern mitunter belächelt, gilt sie heute als wichtige Figur im Parteiengefüge, mit Aussicht auf höhere Aufgaben. Mit SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann soll sie das Wahlprogramm für 2017 erarbeiten. Erwartet derzeit ihr zweites Kind. Die Delegierten bescherten ihr mit 92,2 Prozent das beste Ergebnis aller Vizes.

  • Ralf Stegner

    Allzweckwaffe vom linken Flügel, SPD-Erklärbär auf allen Kanälen. Träumt seit Jahren davon, Generalsekretär zu werden - darf aber nicht, weil es nach dem Fahimi-Rückzug wieder eine Frau sein sollte. Der Kieler Landeschef erhielt 2013 bei seiner Wahl zum Vize 78,3 Prozent. Auch er kann sein Niveau in etwa halten: 77,3 Prozent.

  • Katarina Barley

    Von Gabriel als Generalsekretärin ausgeguckt. Bislang in der Bundespolitik kaum in Erscheinung getreten. Sitzt seit 2013 im Bundestag, muss nun den nächsten Wahlkampf vorbereiten. Machte vor der Politik Karriere als Juristin. Kein Wadenbeißer-Typ, eher ruhig, zurückhaltend. Muss sich in der SPD erst noch einen Namen machen. Der Parteitag gibt ihr mit 93 Prozent eine großen Vertrauensvorschuss. Fast 20 Punkte mehr als ihr künftiger Chef Gabriel.

Damit würde die SPD bei einer Wahl heute auf gerade einmal 19 Prozent kommen. Die Union dagegen erhielt 34 Prozent der Befragten-Stimmen. Die Grünen gewinnen einen Prozentpunkt hinzu (14 Prozent), die Linke bleibt bei neun Prozent und die FDP sinkt um einen Punkt auf sieben Prozent. Nach oben geht es bei der AfD: um einen Punkt auf elf Prozent.

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Bei der Wahl des Kanzlers sind die Präferenzen ebenfalls sehr eindeutig: Bundeskanzlerin Angela Merkel wollen 46 Prozent weiterhin im Amt sehen. Sigmar Gabriel kann gerade einmal 15 Prozent überzeugen. Trotzdem ist der SPD-Chef laut der Umfrage für die Wahlberechtigten der am besten geeignete Kanzlerkandidat der SPD - vor Martin Schulz (17 Prozent) und Olaf Scholz (13 Prozent).

SPD-Kanzlerkandidatur Gabriel muss jetzt antreten – oder zurücktreten

Sigmar Gabriel ist ein Meister der taktischen Spielchen. Doch sein Schlingerkurs rund um die SPD-Kanzlerkandidatur beschädigt die Partei und ihn selbst gleich mit. Es wird Zeit für eine Entscheidung.

Sigmar Gabriel will einen Konkurrenzkampf um die Kanzlerkandidatur. Allerdings finden sich keine Konkurrenten. Quelle: AP
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