SPD-Kanzlerkandidat: Chemie-Chef Voscherau: "Steinmeier hat ein offenes Ohr für uns"

SPD-Kanzlerkandidat: Chemie-Chef Voscherau: "Steinmeier hat ein offenes Ohr für uns"

Bild vergrößern

Eggert Voscherau, der Präsident der Chemiearbeitgeber

Die geplante Kanzlerkandidatur von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier stößt beim Arbeitgeberverband Chemie auf große Unterstützung. Der langjährige BASF-Vorstand, BDA-Vize und Chef des Arbeitgeberverband Chemie, Eggert Voscherau, begrüßt die Kandidatur und erwartet wieder einen deutlich wirtschaftsfreundlicheren Kurs der SPD.

„Ich traue Herrn Steinmeier zu, dass er die große Volkspartei dazu bringt, wieder die Sprache der arbeitenden Bevölkerung zu spreche“, sagte Voscherau der WirtschaftsWoche. „Als Arbeitgebervertreter begrüße ich dies, weil sich die Interessen von Unternehmen und Beschäftigten in wichtigen Fragen wie Steuern und Abgaben vielfach decken. Herr Steinmeier hat stets ein offenes Ohr für die Anliegen der deutschen Industrie.“ Das gelte aktuell besonders in seiner Position als Bundesaußenminister. „Auf seinen Auslandsreisen bezieht er die Wirtschaft aktiv ein und bemüht sich um die Stärkung des Standorts Deutschlands in der Welt.“

Doch auch vom Mitautor der Agenda 2010 erhofft sich Voscherau, dass die SPD künftig wieder stärker auf die Wirtschaft zugeht. „Steinmeier hat bei der Agenda 2010 vor nunmehr fünf Jahren eine entscheidende Rolle gespielt. Wenn er nun zusammen mit Franz Müntefering an der Spitze der Partei steht, bewegt ihn die Frage weiter, wie das Modell Deutschland mit seiner leistungsfähigen Wirtschaft und dem hohen Maß an sozialem Frieden stark bleiben kann. Und er ist ein Mann, dem ich zutraue, darauf neue Antworten zu finden.“ Dabei habe Steinmeier auch das Zeug dazu, die SPD mitzunehmen. „Wenn einer die Partei überzeugen kann, dann er.“

Anzeige

Aus Sicht der Wirtschaft würde Voscherau nach der Bundestagswahl 2009 eine Fortsetzung der Großen Koalition begrüßen: „Deutschland braucht eine Regierung, die den Mut hat, bis 2013 weiter wichtige politische Entscheidungen zu treffen. Bei einer Dreier-Ampel-Koalition stelle ich mir das schwer vor. Da besteht die Gefahr, dass der Schwanz mit dem Hund wedelt. Eine Zweier-Koalition der beiden großen Parteien halte ich für stabiler, wenn auch nicht für ideal.“

Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%