SPD-Kanzlerkandidatur: Peer Steinbrück kämpft ums Kanzleramt

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SPD-Kanzlerkandidatur: Peer Steinbrück kämpft ums Kanzleramt

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Peer Steinbrück wird SPD-Kanzlerkandidat

von Tim Rahmann, Cornelia Schmergal und Ferdinand Knauß

Der Ex-Finanzminister wird bei der Bundestagswahl 2013 gegen Angela Merkel antreten. Mit seinem Vorschlag zur Banken-Aufspaltung gab er einen Vorgeschmack auf mögliche Akzente – doch reicht das?

Mit dem Aufschrei hat Peer Steinbrück gerechnet. Er hat ihn gar bewusst provoziert. Mit seinem Vorschlag zur Banken-Regulierung hat der ehemalige Bundesfinanzminister und NRW-Ministerpräsident in dieser Woche für Aufsehen gesorgt: Die Deutsche Bank empörte sich, die SPD-Linke klatschte Applaus – und Peer Steinbrück setzte das entscheidende Zeichen, dass er zur Kanzlerkandidatur bereit ist.

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Seit Oktober 2011 läuft sich Peer Steinbrück für die Kanzlerkandidatur warm. Nun ist die Entscheidung gefallen. Am Montag will SPD-Chef Sigmar Gabriel den ehemaligen Bundesfinanzminister und NRW-Ministerpräsidenten als Gegenkandidaten von Bundeskanzlerin Angela Merkel vorschlagen. Frank-Walter Steinmeier steht nicht zur Verfügung.

Steinbrück sei "einer von denen, die wirklich wissen, worüber sie reden“, findet Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt. Der 65-Jährige sei genau der richtige Kandidat, weil in Zeiten von Euro-Krise und Banken-Pleiten finanzpolitischer Sachverstand gefragt sei. Keine Frage: An prominenten Fürsprecher mangelte es Peer Steinbrück nie. Helmut Schmidt steht hinter ihm, Gerhard Schröder sowieso – und selbst in der Union gibt es Sympathisanten für Steinbrück; erst in der vergangenen Woche stellte Theo Waigel die Steinbrück-Biographie vor und attestiere ihm das Format zur Kanzlerschaft.

Doch Steinbrück hat ein großes Problem: Die Basis wurde und wird nicht richtig warm mit ihm. Beispiel? Anfang Januar stellte Steinbrück – gegen die Linie seiner Partei – die Rente mit 67 in Frage. Erst auf dem Parteitag wenige Wochen zuvor hatte die SPD entschieden, dass die Rente mit 67 ausgesetzt werden solle, bis die Hälfte der 60- bis 64-Jährigen einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgeht. "Die Antwort auf den mathematischen Druck der Demographie kann nicht die ersatzlose Suspendierung der Rente mit 67 sein“, antwortete Steinbrück ungerührt. Vom linken Parteiflügel hagelte es Kritik.

Steinbrück beschimpfte Parteimitglieder einst als „Heulsusen“, und mokierte sich über parteiinterne Texte und Vorchläge, „die außerhalb der SPD den Aufmerksamkeitswert von ablaufendem Badewasser haben“.

Doch der SPD-Finanzexperte, der im Kampf gegen Steuerhinterzieher „mit der Kavallerie in die Schweiz“ einfallen wollte, punktete zuletzt auch bei der finanzmarktkritischen Parteilinken. Sein Banken-Regulierungsprogramm fand in seiner Partei in allen Flügeln Anklang.

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