SPD-Politiker über CDU-Generalsekretär: „Ist Tauber besoffen?“

SPD-Politiker über CDU-Generalsekretär: „Ist Tauber besoffen?“

, aktualisiert 08. Januar 2017, 15:46 Uhr
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Der SPD-Bundestagsabgeordnete Johannes Kahrs verteidigt FDP-Chef Lindner vehement. Das hat einen entscheidenden Grund.

von Dietmar NeuererQuelle:Handelsblatt Online

CDU-Generalsekretär Tauber vergleicht FDP-Chef Lindner mit AfD-Vize Gauland. SPD-Spitzenpolitiker Kahrs greift daraufhin Tauber an und verteidigt Lindner. Der Schulterschluss kommt nicht von ungefähr.

BerlinDie heftige Kritik von CDU-Generalsekretär Peter Tauber an FDP-Chef Christian Lindner, sorgt für Empörung bei der SPD. „Ist tauber besoffen? Der kann doch Lindner nicht mit Gauland vergleichen. das ist ein Rücktrittsgrund“, schrieb Johannes Kahrs, Bundestagsabgeordneter und Sprecher des Seeheimer Kreises in der SPD, auf seiner Facebook-Seite.

Tauber hatte Lindner mit AfD-Vize Alexander Gauland verglichen. „Ich bezweifle, dass es Herr Lindner mit seinem jetzigen Stil in den Bundestag schafft“, sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete der „Bild am Sonntag“. „Er redet teilweise wie Herr Gauland von der AfD. Der einzige Unterschied besteht darin, dass er statt eines abgewetzten Tweed-Sakkos einen überteuerten Maßanzug trägt.“

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Kahrs nannte die Äußerungen peinlich, abwegig und ehrabschneidend. Tauber überschreite die „Grenzen des politischen Anstands“. „Man kann doch Lindner nicht mit diesem Hetzer Gauland vergleichen.“

Die Verteidigungsrede von Kahrs für Lindner kommt nicht von ungefähr, zumal die Sozialdemokraten in den Liberalen einen möglichen Regierungspartner im Bund sehen. SPD-Chef Sigmar Gabriel hegt jedenfalls im „Spiegel“ Sympathien für eine Koalition mit Grünen und FDP nach der Bundestagswahl in diesem Herbst. Ein rot-rot-grünes Bündnis „ist keinesfalls die einzige Konstellation, die denkbar ist“, sagte er.

„In Rheinland-Pfalz regiert die SPD zusammen mit Grünen und FDP, also letztlich mit zwei liberalen Parteien.“ Dagegen liege die Frage, ob sich aus einer rot-rot-grünen Mehrheit eine stabile Regierung formen lässt, ausschließlich an der Linkspartei. „Die muss sich entscheiden, ob sie regieren oder Fundamentalopposition bleiben will“, sagte Gabriel weiter. „Positionen wie der Austritt aus dem Euro sind mit der SPD nicht zu machen.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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