Spendenorganisationen: Guttenbergs Frau gibt öffentlichem Druck nach

Spendenorganisationen: Guttenbergs Frau gibt öffentlichem Druck nach

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Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) und seine Frau Stephanie

Der Vorwurf, Gelder nicht offenlegen zu wollen, trifft den Verein „Innocence in danger“ und seine prominente Präsidentin Stephanie zu Guttenberg hart. In Zukunft will sie die Arbeit des Vereins offenlegen.

Stephanie zu Guttenberg, Gattin von Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, ist die mediale Aufmerksamkeit gewöhnt. Was sie aber in der vergangenen Woche über sich lesen durfte, dürfte ihr wenig gefallen haben. Als Präsidentin der deutschen Sektion des Vereins „Innocence in danger“, der sich für einen besseren Schutz von Kindern gegen sexuellen Missbrauch einsetzt, musste sie sich dafür rechtfertigen, dass der Verein offenbar sehr sparsam mit Informationen über Spendenaufkommen und Mittelverwendung umgeht. Mehr noch: Die zum DuMont-Verlag gehörenden Blätter „Frankfurter Rundschau“ und „Berliner Zeitung“ deuteten an, der Verein wolle keine Auskünfte geben. Hat die Ministergattin etwa etwas zu verbergen?

Zu Guttenberg ist sich der Brisanz der Lage durchaus bewusst. Ende 2007 erschütterte ein Skandal um eine verschwenderische Mittelverwendung die deutsche Abteilung des Kinderhilfswerks Unicef. Das eingebüßte Vertrauen der Spender kann die Organisation erst nach und nach wieder für sich gewinnen. Und so wird zu Guttenberg zwar nicht müde, sich gegen die „verleumderische Medienkampagne“ zu Wehr zu setzen und die „gute Arbeit“ des Vereins zu betonen, hat aber nun angekündigt, in Zukunft offener über die Aktivitäten des Vereins zu berichten. Offensichtlich sei der Bedarf nach mehr Transparenz so groß, dass dem künftig nachgekommen werde, so zu Guttenberg. 200 000 Euro, so der erste Zwischenbericht, soll der Verein bislang in diesem Jahr an Spenden eingesammelt haben.

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Transparenz als Erfolgsfaktior

Was bei „Innocence in danger“ offenbar erst jetzt erkannt wurde, wird bei den großen Spendenorganisationen schon fleißig praktiziert. In ausführlichen Jahresberichten informieren sie ihre Unterstützer über Projekte, Spendenaufkommen und die Verwendung der Mittel. Sie wissen, dass im immer größer werdenden Markt von Wohltätigkeitsorganisationen nur diejenigen erfolgreich sein werden, die möglichst viel über sich preisgeben.

„Eine gemeinnützige Organisation, die so in der Öffentlichkeit steht wie ‚Innocence in danger’ und erkennbar um finanzielle öffentliche Unterstützung bittet, sollte der Öffentlichkeit auch aussagekräftige Finanzberichte zur Verfügung stellen“, sagte der Geschäftsführer des Deutschen Instituts für soziale Fragen (DZI), Burkhard Wilke, der „Frankfurter Rundschau“. Das DZI gilt als neutrale Instanz, wenn es um die Bewertung der Arbeit von Spendenorganisationen geht. Diese können sich beim DZI um das sogenannte Spendensiegel bewerben, eine Art Auszeichnung für eine verantwortungsvolle Mittelverwendung und eine transparente Arbeitsweise.

zu Guttenberg: Lieber Projekte fördern als für Spendensiegel zahlen

„Innocence in danger“ hat besagtes Spendensiegel nicht, für Stephanie zu Guttenberg hat das jedoch einen guten Grund. Denn das DZI lässt sich das Spendensiegel von den Organisationen bezahlen. Jährlich werden 500 Euro an Grundgebühren fällig, hinzu kommen 0,035 Prozent der Spendeneinnahmen, sofern diese höher als 50 000 Euro sind. Die jährliche Gebühren-Höchstgrenze liegt bei 10 000 Euro. Dieses Geld wolle der Verein lieber in Projekte zum Schutz der Kinder investieren, so zu Guttenberg. Zumindest damit steht die Ministergattin nicht allein da. Auch der Verein „Ein Herz für Kinder“, der vom Axel-Springer-Konzern getragen wird, verzichtet aus genau diesem Grund ebenfalls auf das Siegel.

Ob Siegel oder nicht, ohne Glaubwürdigkeit geht es nicht. Die will zu Guttenberg zurückgewinnen, notfalls auch vor Gericht. Gegen die verantwortlichen Redakteure des DuMont-Verlages hat der Verein mittlerweile Strafanzeige wegen Verleumdung gestellt.

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