Spritpreise: Super und Diesel so teuer wie nie zuvor

Spritpreise: Super und Diesel so teuer wie nie zuvor

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Hohe Diesel- und Benzinpreise in Aachen

Trotz eines sinkenden Ölpreises hat der Spritpreis an den Tankstellen eine Rekordhöhe erreicht: Mit 1,473 Euro für Super und 1,402 Euro für Diesel war der Mittwoch dieser Woche der „teuerste Tag aller Zeiten“ für die deutschen Autofahrer, wie der ADAC heute in München mitteilte.

Der Ölpreis entfernte sich indes deutlich von seinem Rekordhoch und rutschte unter die Marke von 112 Dollar. Die Notierung für ein Barrel (159 Liter) fiel im Handel am Freitag an der Börse in Singapur für die Marke „light, sweet crude“ mit Lieferdatum Juni um 61 Cent auf 111,91 Dollar. Als Grund wurden unter anderem ein stärkerer Dollar genannt sowie das Ende eines Streiks in Nigeria. Das afrikanische Land ist eines der Hauptlieferanten der USA.

Der Ölpreis war in dieser Woche schon auf den Rekordstand von fast 120 Dollar geklettert. Der Spritpreis hingegen verharrte auf hohen Niveau. Der Durchschnittspreis im gesamten Monat sei auf einen Höchststand gestiegen: „Niemals zuvor mussten die Autofahrer in Deutschland tiefer in die Tasche greifen als im April 2008“, erklärte der ADAC. Im Durchschnitt habe der Liter Super 1,426 Euro gekostet und damit den alten Rekord vom vergangenen November um anderthalb Cent überschritten. Diesel habe den Höchststand vom März sogar um zwei Cent übertroffen und im Schnitt 1,346 Euro gekostet.

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„Insbesondere Dieselfahrer leiden unter der extremen Preisentwicklung“, kritisierte der ADAC. Diesel sei in den ersten vier Monaten dieses Jahres 14 Cent teurer gewesen als im Vorjahresdurchschnitt, Super um 6 Cent. Der Preisabstand von Diesel zum wesentlich höher besteuerten Superbenzin sei mit 8 Cent „viel zu gering“.

Der Auto Club Europa (ACE) forderte die Bundesregierung zum Einschreiten auf. ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner sagte der Nachrichtenagentur AP: „Während sich Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem Karlspreis für erfolgreiches EU-Krisenmanagement auszeichnen lässt, duckt sich die gesamte Bundesregierung beim krisenhaften Anstieg der Kraftstoffpreise einfach weg.“ Über die erhöhte Mehrwertsteuer bei jedem verkauften Liter Sprit profitiere der Staat. Der Sprecher sagte: „Ölwirtschaft und Fiskus können offenbar den Hals nicht voll genug kriegen.“

In Anbetracht aktuell weltweit sinkender Rohölpreise hätten Autofahrer auch keinerlei Verständnis dafür, dass die Kraftstoffpreise hier zur selben Zeit explodierten. „Wir verlangen die Wiedereinführung der vollen Pendlerpauschale zur Entlastung der Arbeitnehmer, die aufs Auto angewiesen sind.“ Der ACE forderte Autofahrer auf, Markentankstellen, „die sich als Preistreiber einen zweifelhaften Ruf erworben haben“, zum Tanken nicht mehr anzusteuern.

Angesichts der hohen Spritpreise forderte der FDP-Finanzexperte Hermann Otto Solms Steuerentlastungen. Solms sagte dem Radiosender MDR INFO: „Entweder man reduziert die Umsatzsteuer - oder man setzt die Ökosteuer aus, was ich eigentlich für das Beste hielte.“ Die meisten Menschen seien auf ihr Auto angewiesen. Deswegen müsse der Staat bei den gegenwärtigen hohen Preisen „seine Ansprüche zurücknehmen“.

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