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Staatsmilliarden für Autobauer: Opel retten oder nicht?

von Cornelia Schmergal (Berlin)

Die Debatte über Hilfen für Opel löst Parteigrenzen auf. Politische Trennlinien verlaufen nicht zwischen SPD und Union, sondern zwischen Bundes- und Landespolitikern. Ein Kommentar von WirtschaftsWoche-Reporterin Cornelia Schmergal.

WirtschaftsWoche-Reporterin Cornelia Schmergal
WirtschaftsWoche-Reporterin Cornelia Schmergal
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Noch vor kurzem war die politische Farbenlehre einfach und die Welt der Parteien ließ sich schwarz-weiß zeichnen. Oder sagen wir besser und politisch korrekter: rot-schwarz. Die SPD, da konnte man sich in Berlin sicher sein, war Staatseingriffen in die Wirtschaft nie so ganz abgeneigt. Und die Mehrheit der CDU-Granden beschwor noch immer die reine Lehre marktwirtschaftlicher Prinzipientreue. Dann kam die Finanzkrise, die inzwischen auch Industrietraditionen wie den Autobauer Opel in Bedrängnis bringt. Seither ist es vorbei mit farblicher Trennschärfe in der Politik. Und mit ordnungspolitischen Grundsätzen sowieso.

Der Fall Opel zeigt wie kein anderer, dass sich die Parteigrenzen in der Finanzkrise auflösen. Es wäre viel zu einfach, zu vermuten, dass die SPD tendenziell immer dafür ist, den schlingernden Autobauer mit Staatseingriffen zu retten und die Union dagegen. Die Wahrheit ist viel komplexer.

Viele Sichtweisen innerhalb der Parteien

In der CDU gibt es zum Fall Opel ungefähr so viele Sichtweisen wie Mitglieder des Partei-Präsidiums. Was die Bundeskanzlerin selbst denkt, ist wie üblich nicht so genau bekannt. Und von ihrem Wirtschaftsminister, dem Shooting-Star der Schwesterpartei CSU, weiß man inzwischen nur, dass er sich mit seiner Entscheidung Zeit lassen will. In der SPD ist Parteichef Franz Müntefering eher irgendwie für Staatseingriffe und Finanzminister Peer Steinbrück eher irgendwie dagegen, wenn er sich ganz genau auch nicht festlegen lassen will. Und wahrscheinlich ist aus der SPD nur deshalb nicht so viel laute Dissonanz zu vernehmen wie aus der CDU, weil sie schlicht weniger Ministerpräsidenten stellt.

Denn nicht zwischen SPD und Union, sondern zwischen Bund und Ländern verläuft derzeit die einzig scharfe Trennlinie in der Politik. Jene Landesfürsten, die über ein Auto-Werk in ihrer Region verfügen, werden es stets verteidigen wollen. Auch mit staatlichen Mitteln. Vom selbsterklärten Arbeiterführer Jürgen Rüttgers aus Nordrhein-Westfalen ist das nichts Neues. Aber auch sein hessischer Kollege Roland Koch, einst als Hüter des wirtschaftspolitischen Profils in der Union belobigt, ist da inzwischen nicht mehr abgeneigt. Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger wiederum hält von Hilfen für Opel wenig – nicht wegen der ordnungspolitischen Schönheit, sondern vor allem, weil die Konkurrenz von Daimler ihren Stammsitz in seinem Bundesland hat. Und Christian Wulff, Landesvater im Volkswagen-Land Niedersachsen, findet Bürgschaften für Opel im Zweifel sinnvoll. Schließlich kann er kaum gegen Hilfen für Opel sein, wenn er sich notfalls auch staatliche Unterstützung für Continental wünscht. 

Kurzsichtige Interessen

11 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 08.03.2009, 14:15 UhrAnonymer Benutzer: vs

    Es gehen so viele Firmen in Konkurs, so viele verlieren ihren Job. Warum soll der Steuerzahler ausgerechnet Opel, eine 100 Tochter eines US-Konzerns retten? ich wäre für eine gesunde Marktbereinigung, sprich Pleite.
    Oder die beschäftigten von Opel, die Gewerkschaften und die Opel bosse in Deutschland sollen ihre Ersparnisse zusammenlegen und die Fa. selber retten, wenn die weitere Entwicklung eine Perspektive hätte, dann können sie später viel Geld verdienen mit ihrer Fa. Nur daran glauben sie selber nicht.

  • 08.03.2009, 12:26 UhrAnonymer Benutzer: Andre

    Nun ich möchte mal daran erinnern das es bei diesem Thema um Existenzen geht.ich meine dabei nicht die der Manager die sollten Ausgepeitscht und weggejagt werden.Die ganze Misere ist auf Pseudospekulanten und unfähige banker zurückzuführen denen werden aber ohne Konsequenzen Steuergelder in den Allerwertesten geblasen.ich bin dafür das Opel mit Steuergelder gerettet wird denn da sind sie gut angelegt in Arbeitsplätze.Von den bankmanagern lese ich nur das Sie sich noch Provisionen und Dividenden auszahlen lassen.
    Fakt ist wenn einer von den normalen Arbeitnehmern so arbeiten würde dann würde er fristlos entlassen und bekäme mit Sicherheit keine Abfindung Übergangsgeder oder Provisionen.

  • 05.03.2009, 06:45 UhrAnonymer Benutzer: GM soll woanders schnorren

    Wozu sollen wir unsere Steuergelder an Opel verschwenden es wird nichts nützen das ist nur eine indirekte Finanzspritze für GM diese Schmarotzer sollen sich gefälligst an die neue Obermarionette der USA wenden .

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