Stadtpolitik: "Deutlich angespannte Wohnungsmärkte"

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InterviewStadtpolitik: "Deutlich angespannte Wohnungsmärkte"

von Max Haerder

Die Probleme auf dem Wohnungsmarkt treffen vor allem sozial Schwache. Stadtplanungsexperte Klaus Beckmann über intelligente Politik zur Schaffung von preiswertem Wohnraum und die Pläne der Parteien.

Herr Beckmann, herrscht in Deutschland wieder akute Wohnungsnot?

Beckmann: Noch keine Not, aber wir haben tatsächlich einige deutlich angespannte Wohnungsmärkte. Menschen ziehen wieder in die Städte, und sie bleiben dort, weil ihnen dort einfach mehr zum Leben geboten wird. Das führt zu diesen Problemen.

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Wen trifft es vor allem?

Klaus Beckmann Quelle: Presse

Stadtplanungsexperte Klaus Beckmann

Bild: Presse

Der größte Druck lastet vor allem auf sozial schwachen Gruppen. Der für diese Schichten staatlich subventionierte Wohnraum schrumpft Jahr für Jahr, gleichzeitig steigen die Preise auf dem freien Markt. In extrem überhitzten Regionen wie München müssen dann selbst Mittelschichtsfamilien ins ferne Umland ausweichen.

Was sollte getan werden? Der soziale Wohnungsbau hat sich doch überlebt.

Immobilien Die wahren Ursachen der neuen Wohnungsnot

Die Mietpreise in Städten explodieren, die Politik sucht eilig Rezepte zum Schutz vor steigenden Mieten. Woher der Wohnungsmangel tatsächlich kommt und welche intelligenten Lösungen es gibt.

Immobilien: Die wahren Ursachen der neuen Wohnungsnot

Der wäre tatsächlich nicht mehr zu finanzieren. Wir brauchen mehrere Ansätze: Mehr Bauland zur Entlastung wäre das eine. Neubau ist ja endlich wieder attraktiv. Städte verfügen hier über rechtliche Mittel und Wege, reine Bürosilos zu verhindern. Das entspannt Quartiere. Aber wir brauchen darüber hinaus konkreten Schutz für die sozial Schwächeren. Da halte ich Belegungsbindungen, also öffentlich bezuschusste Wohnungen in privaten Immobilien, heute für die intelligenteste, weil flexibelste Lösung – gerade auch bei Neubauten. Da können und sollen Kommunen mit Bauträgern eng kooperieren.

Berlin will Grundstücke zukünftig nicht mehr nur noch an den Meistbietenden verkaufen. Ein richtiger Weg?

Wenn die Stadt an gewerbliche Nutzer verkauft, halte ich Bieterverfahren weiterhin für angebracht. Da hat die Konsolidierung des Haushaltes Vorrang. Aber beim Wohnungsbau könnte dieses Umsteuern helfen, die beschriebenen Probleme zu mildern. Wer die Kaufpreise nicht bis ganz oben ausreizt, schafft zumindest die Voraussetzungen für erschwinglichere Mieten.

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