Städtetest: München wieder vorn, die Provinz holt auf

Städtetest: München wieder vorn, die Provinz holt auf

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Oktoberfest in München

von Hans Jakob Ginsburg

Die WirtschaftsWoche zeigt in ihrem großen Städtetest, wo es sich in Deutschland am besten leben und arbeiten lässt. Die Überraschung: Es ist die Provinz, die aus eigener Kraft zu neuer Größe findet – und das ganz ohne Subventionen.

Zum sechsten Mal seit 2004 hat die WirtschaftsWoche zusammen mit der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft und der Kölner IW Consult die 50 größten deutschen Städte einem umfassenden Test unterzogen. Betrachtet wurden dabei insgesamt 96 ökonomische, soziale und politische Indikatoren. Die Gesamtwertung setzt sich aus der Bewertung des Status quo (Niveau-Ranking) und den Veränderungen einzelner Indikatoren über die Jahre (Dynamik-Ranking) zusammen.

Der Sieger in der Gesamtwertung und beim Niveau ist wie seit vielen Jahren München - die unangefochtene Wirtschaftsmetropole Deutschlands. Dahinter aber gibt es viel Bewegung. Beim Dynamik-Ranking führt Hamburg, das auch in der Gesamtwertung den dritten Rang erreicht. Davor noch rangiert aber noch Münster – zentrale Stadt in einer bislang wenig beachteten Region im Nordwesten Deutschlands, wo sich die Aufsteiger-Städte häufen.

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Mittelständler machen das Wachstum

Den größten Sprung im Ranking gegenüber dem Vorjahr macht Bielefeld mit einem Plus von 22 Rangplätzen, gefolgt von lange unterschätzten Provinzstädten wie Hamm in Westfalen und Oldenburg (Niedersachsen) nahe der Nordseeküste. Münsters Nachbarstadt Osnabrück schließlich erhält bei einer Befragung unter 2000 deutschen Unternehmern über ihren eigenen Standort die besten Noten.

Was alle diese Städte im östlichen Westfalen und westlichen Niedersachsen eint: Wirtschaftliches Wachstum basiert auf Mittelständlern, auf umtriebiger kommunaler Wirtschaftsförderung, die aber ohne Subventionen auskommen muss, und fast überall in dieser heimlichen Boom-Region Nordwestdeutschland zahlt sich eine enge Verflechtung lokaler wissenschaftlicher Einrichtungen mit den Unternehmen aus.

Schwäche an der Ruhr

Den Aufsteigern stehen die Absteiger gegenüber, und die ballen sich in Regionen, die in den vergangenen Jahren viel staatliche Förderung bekommen haben, die offensichtlich oft mehr Schaden als Nutzen brachte. Das gilt für viele große Städte in Ostdeutschland: Leipzig und Dresden sind in unserem Städtetest regelrecht abgestürzt, Chemnitz und Halle weiter unten geblieben – ein wichtiger Grund ist, dass spektakuläre und nicht immer erfolgreiche große Industrieansiedlungen isoliert blieben und keine Ansiedlung von Zulieferern und anderen Mittelständlern nach sich zogen.

Das zweite Krisengebiet sind die Großstädte an der Ruhr: Während strukturschwache Städte wie Herne oder Gelsenkirchen im Vergleich zu den Vorjahren vom Tabellenende nicht loskommen, sind die bisherigen Hoffnungsträger von der Ruhr 2009 die großen Verlierer. Das gilt für Dortmund und besonders für Essen, das trotz eindrucksvoller Bauprojekte und dem Vorlauf zu seiner Rolle als europäische Kulturhauptstaft 2010 den letzten Platz beim Dynamikranking belegt.

Woran man das alles festmachen kann, erfahren Sie aus Heft 42 der WirtschftsWoche (ab Montag am Kiosk) – und in allen Einzelheiten aus den detaillierten Übersichten, die wir zu allen 96 Indikatoren und jeder der 50 Städte erarbeitet haben und ab kommener der Woche hier auf wiwo.de.

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