Kommentare zu: Warum es viele Unternehmen zurück nach Deutschland zieht

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18 Kommentare
  • 15.01.2010, 09:50 UhrAnonymer Benutzer: GreatSwiss

    Wie alles im Leben sind auch diese empirischen Eindrücke nur eine Seite der Medaille. Sicherlich ist es nicht falsch, weil es tatsächlich welche gibt, die nach Deutschland zurück kommen. Und jeder stimmt zu wenn man hört: Qualität setzt sich durch. Aber das allein kann nie der einzige Grund sein. Denn Qualität gab es in D schon lange, und im Ausland schon lange ganz häufig nicht. Alles nichts neues.
    Allerdings sollte man sich fragen, inwiefern andere Argumente ausschlaggebend sein können: Mir fällt da ganz spontan das - isoliert betrachtet - perverse Aussensteuergesetz ein, was fundamentale Grundprinzipien (Gewinnrealisierung etc.) ignoriert und den Menschen/Unternehmen dazu zwingt, zurück zu kommen. Die Schinge wird so eng gezogen, dass es oft nicht mehr nur um ökonomische Argumente geht, sondern zunehmend um bürokratische. Letztlich ist diese Protektionismus nur auf den ersten blick ein Erfolg dür Deutschland...

  • 15.01.2010, 13:49 UhrAnonymer Benutzer: ThiemQ

    Solange es um solche Produkte geht, kann ich mir sogar tatsächlich ökonomische beweggründe vorstellen, Produktionen zurück nach Deutschland zu verlagern oder sie hier zu belassen.

    Wenn allerdings ein Fabrikant von Knöpfen und Kleiderbügeln damit wirbt nur in Deutschland zu produzieren, dann weiß ich, dass ich zuviel bezahle. ich glaube nicht, dass ein asiatischer Werksarbeiter weniger begabt sein soll beim Zusammenschrauben der Kleiderbügel als ein deutscher. Nunja, wer glaubt der binnenwirtschaft damit einen gefallen zu tun, soll sich ruig bedienen, ich spende mein Geld lieber an die Suppenküche oder spaare es für die Ausbildung meiner (zukünftigen^^) Kinder.

  • 15.01.2010, 14:35 UhrAnonymer Benutzer: @GreatSwiss

    So, so, das perverse Aussensteuergesetz ist also schuld daran, daß Unternehmer zurückkehren "müssen"! Seltsamerweise wird gerade dies nicht als Motiv für die Rückkehr der Unternehmen genannt, sondern ganz andere (siehe Tabelle). bürokratie und umständliche Steuergesetzgebung sind ja keine rein deutsche Probleme sondern ein internationales...

  • 15.01.2010, 14:54 UhrAnonymer Benutzer: Teddy

    Stihls Rückverlagerung sind Einzelfälle, die Produktion in China wird das Unternehmen nicht aufgeben, sondern eher ausbauen. Und Steiff holt keine Produktion nach Deutschland zurück. Der Plüschtier-Hersteller zieht zwar einen Großteil aus China ab - aber nach Portugal und Tunesien und nicht nach Deutschland. Ein Grund für die Verlagerung sind Qualitätsmängel, weil die chinesischen beschäftigten oft ihren Arbeitsplatz wechseln und kaum angelernt werden können. Mindestens genau so wichtig ist aber, dass Steiff schnell genug auf aktuelle Trends reagieren kann, wenn die Hauptproduktion in China ist.

  • 15.01.2010, 15:34 UhrAnonymer Benutzer: Mariposa

    Das größte Problem im für deutsche Unternehmen im Ausland ist die unterschätzte bedeutung der dortigen Kultur/Mentalität und damit auch die Auswirkungen auf die Produktionsprozesse. Nach meiner Erfahrung wollen deutsche Unternehmen ins Ausland verlagern und dabei auch im Management möglichst auf dortige Kräfte zurückgreifen. Das funktioniert nur in den seltensten Fällen. Zunächst muss versucht werden durch den Einsatz von vielen Expats die Produktion auf deutsche Quatitätsstandards auszurichten. Das ist natürlich am Anfang sehr teuer und rechnet sich nicht sofort. Oftmals werden nur gewissen zentrale Managementpositionen mit Deutschen besetzt. Da funktioniert der Transformationsprozess nach unten dann nicht mehr. insoweit sind diese Anzeichen für die Rückkehr auch ein Teil von Managementfehlern.

  • 15.01.2010, 15:53 UhrAnonymer Benutzer: GreatSwiss

    Deutschand soll kein kompliziertes Steuerrecht haben? Alle hätten das gleiche Problem? Soll ich mal lachen? Du brauchst nur mal über die EU-Grenzen zu sehen, schon findest du es. UNd schau dir Erhebungen von der KPMG an, die sich auf den administrativen Steueraufwand beziehen, also wie viele Stunden im Jahr aufgewendet werden müssen, um Steuergesetze einhalten zu können. Da ist gerad Deutschland sehr viel schlechter als der Durchschnitt. Die Schweiz im Übrigen ist unter den ersten 10 (oder waren es 5?) Ländern. Und da ging es NiCHT um die belastung. ;-)

  • 15.01.2010, 16:32 UhrAnonymer Benutzer: @GreatSwiss

    Lesen Sie sich doch mal mein Kommentar nochmals durch, dann werden Sie feststellen, daß ich nicht behauptet habe Deutschland habe kein kompliziertes Steuerrecht, sondern daß Deutschland nicht das einzigste Land auf der Welt ist das eine umständliche Steuergesetzgebung hat. Was die Schweiz betrifft: Die Schweizer haben einen großen finanziellen Sektor, in dem etwa 10% Prozent aller schweizerischen beschäftigten tätig sind- in Deutschland sind es nicht mal 2% aller beschäftigten, die im Finanzsektor tätig sind.
    ich persönlich glaube nicht, daß man aufgrund irgendwelcher Erhebungen und Statistiken die Länder einfach mal so vergleichen kann.

  • 15.01.2010, 20:58 UhrAnonymer Benutzer: Steigenberger

    Wenn die " Verlagerer" wegen besserer Qualität in der Produktion wieder nach Deutschland kommen, dann sollen sie aber auch anständige Löhne zahlen, nur dadurch kann die Qualität der beschäftigung gesichert bleiben; Hungerlöhne für Leiharbeiter, oder Orientierung an den immer noch niedrigeren Stundenlöhnen im Ausland Ex-Eu. führen zum Absinken der Produktionsqualität !

  • 15.01.2010, 23:06 UhrAnonymer Benutzer: Hägar Schmidt

    im Klartext: das Lohngefälle hat sich reduziert. Qualitätsprobleme hat es in China etc. schon immer gegeben, und man darf annehmen, dass die Qualität sich eher verbessert als verschlechtert hat. Die (ganz furchtbar simplizifizierte) Gleichung ist Gesamtkosten = Produktionskosten + Entfernungskosten. Letzteres umfaßt Kontrolle, Kommunikation der Produktanforderungen etc. etc. Diese Gesamtkosten sind offenbar nicht mehr weit von den deutschen Kosten entfernt. Warum: zwei Gründe: a) Chinesen (etc.) verdienen besser, b) wir (Menschen die arbeiten, nicht beamte) verdienen um 50% weniger als noch vor 15 Jahren. a) ist gut, b) ist skandalös :-(

  • 16.01.2010, 03:12 UhrAnonymer Benutzer: suri

    Keine Firma wird es freiwilig zugeben, aber Spionage, sowie Patent- und ideenklau zwingen viele Firmen ihr Vorgehen vor allem in China und anderen Fernostländern zu überdenken.
    Es gibt genügend beispiele von Firmen die von ihren ehemaligen joint venture Partner nach Strich und Faden ausgenommen wurden und nun einen Konkurenten mit kopierten Produkten und keinen Partner im Markt haben.

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