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Starkes Geldmengen-Wachstum: Baldige Leitzins-Anhebung immer wahrscheinlicher

von wiw/rtr

Das kräftigste Geldmengenwachstum seit fast 17 Jahren macht Experten zufolge weitere Zinsschritte der EZB wahrscheinlicher. Mit einer Jahresrate von 9,8 Prozent lag der Zuwachs wie schon im Dezember auf dem höchsten Stand seit Februar 1990.

2007: Tückische Situation für die Geldpolitik,  AP
2007: Tückische Situation für die Geldpolitik, Foto: AP

Dies teilte die Europäische Zentralbank (EZB) heute mit. „Die Zahlen liefern der EZB die Munition, um eine weitere Straffung der Geldpolitik zu rechtfertigen“, sagte Thorsten Polleit von Barclays Capital. Eine zu üppige Geldversorgung der Wirtschaft führt nach Überzeugung der Zentralbanker zu steigenden Preisen. Der Anstieg der Geldmenge ist einer der Gründe für den restriktiven Kurs der EZB, die ihren Leitzins seit Dezember 2005 um 1,5 Prozentpunkte auf 3,5 Prozent nach oben geschleust hat. Eine weitere Anhebung im März auf dann 3,75 Prozent gilt als sicher. Die meisten Experten rechnen danach mit einem weiteren Schritt auf vier Prozent. „Die heutigen Zahlen stützen diese Prognose“, sagte Dirk Schumacher von Goldman Sachs. Das Wachstum der Geldmenge M3 liegt schon seit Jahren weit über dem Referenzwert von 4,5 Prozent, bis zu dem die Geldversorgung nach Einschätzung der EZB nicht zu einem stärkeren Preisanstieg führt. M3 umfasst unter anderem Bargeld, Einlagen auf Girokonten, kurzfristige Geldmarktpapiere sowie Schuldverschreibungen bis zu zwei Jahren Laufzeit. Den starken Anstieg hat die EZB zum Teil selbst verursacht. Durch die höheren Zinsen werden kurzfristige Termingelder attraktiver. „M3 ist gestiegen gerade wegen der Zinserhöhung und nicht trotz der Zinserhöhung“, sagte Michael Schubert von der Commerzbank. Ob von der Umschichtung in kurzfristige Geldanlagen ein zusätzliches Inflationsrisiko ausgeht, ist umstritten. Bei den Krediten zeigen die Zinserhöhungen inzwischen die von der EZB erwünschte dämpfende Wirkung. Die Vergabe von Krediten an den privaten Sektor schwächte sich im Januar erneut ab, wenn auch nur leicht auf 10,6 von 10,7 Prozent. Höhere Leitzinsen verteuern Kredite und dämpfen damit deren Nachfrage.

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