Steigende EEG-Umlage: Dann wechselt halt den Stromanbieter!

Steigende EEG-Umlage: Dann wechselt halt den Stromanbieter!

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Die Umlage für Ökostrom wird teurer.

von Christian Schlesiger

Die Umlage zur Finanzierung des Ökostroms steigt auch 2016 an. Der Strompreis muss deshalb aber nicht steigen – wenn der Verbraucher richtig handelt.

Die Atempause war kurz. Nachdem für das laufende Jahr die Umlage für die Erneuerbaren Energien leicht gesunken ist, steuert sie im kommenden Jahr auf ein Rekordhoch zu: Die Netzbetreiber verlangen 0,18 Cent mehr pro Kilowattstunde. Das entspricht einem Anstieg von knapp drei Prozent auf 6,35 Cent.

Nun schlägt wieder die Stunde der Energiewende-Gegner, die in dem Umstieg auf klimafreundliche Energien wie Sonne, Wind und Biomasse den Untergang des Industriestandorts in Deutschland und eine ungerechte Belastung der sozial Schwachen prophezeien. Doch Grund zur Panik besteht nicht.

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Zwar werden die Stromanbieter versuchen, die gestiegene EEG Umlage auf ihre Kunden umzuwälzen. Schließlich steht die Abgabe wie ein Seismograf für die Energiewendekosten nach dem Motto: Steigt die EEG Umlage, muss auch der Strompreis steigen. Mit dieser Gleichung werden die Unternehmen den Kunden die nächste Tariferhöhung erklären.

Dabei haben es die Kunden selbst in der Hand, das zu akzeptieren oder nicht. Denn nicht der Staat entscheidet über den Strompreis, den Haushalte zahlen müssen, sondern Angebot und Nachfrage. Und hier gibt es Einsparpotenzial in Höhe von mehreren Milliarden Euro.

Verbraucher sind zu bequem

Doch Stromkunden sind träge. Wer einmal einen Anbieter gewechselt hat, verharrt oft über Jahre in dem Tarif. Viele haben noch kein einziges Mal gewechselt. Steigende Preise nehmen die Kunden dann einfach so hin – aus Bequemlichkeit, Nichtwissen oder Nicht-wissen-wollen.

Die Verbraucherzentralen weisen darauf hin, dass ein Tarifwechsel Bares bringt. In Großstädten lassen sich für einen Vier-Personen-Haushalt mitunter mehrere Hundert Euro pro Jahr sparen. Dagegen wirken die zehn bis 20 Euro mehr, die der Anstieg der EEG-Umlage ausmachen würde, wenn sie eins zu eins auf den Endpreis aufgeschlagen würde, wie ein Witz.

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Verbraucher müssen sich zunehmend nach den Schwankungen der Erneuerbaren richten. Doch dass Millionen Nutzer nachts aufstehen, um Spülmaschine und Trockner anzuschalten, ist kaum vorstellbar. Das erledigen intelligente Stromzähler.

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Nach Zahlen der Bundesnetzagentur befinden sich noch 34 Prozent der Verbraucher in dem teuren Tarif der örtlichen Grundversorgung, meist also sind sie Kunden der Stadtwerke. Knapp 16 Millionen Haushalte dürfen also nicht auf den Staat zeigen, wenn sie steigende Stromtarife kritisieren.

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Die EEG Umlage ist ohnehin nur ein Bestandteil von mehreren Preiskomponenten. Hier scheint, trotz der leichten Anhebung im kommenden Jahr, die Obergrenze erreicht. Die im vergangenen Jahr umgesetzte EEG-Reform erntet ihre Früchte. Die Kostenbremse bei der EEG-Umlage scheint weitestgehend erreicht.

Anders könnte es jedoch bald bei den Netzentgelten aussehen. In den nächsten Jahren stehen Milliardeninvestitionen in die Übertragungsnetze an. Die vier Netzbetreiber Tennet, Amprion, TransnetBW und 50 Hertz werden die Kosten auf die Stromkunden umlegen. „Hier spielt die Musik“, heißt es in der Energiebranche. Die Strompreise könnten in den kommenden Jahren also doch noch weiter steigen. Aber nicht die EEG-Umlage ist dafür verantwortlich, sondern Investitionen in das Netz.

Umso wichtiger ist, dass Stromkunden lernen, den freien Wettbewerb auf dem Energiemarkt zum eigenen Vorteil zu nutzen. Steigende Kosten müssen nicht zwangsläufig zu steigenden Preisen führen – wenn der Verbraucher richtig handelt.

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