Stephans Spitzen: Das falsche Spiel mit den Flüchtlingen

kolumneStephans Spitzen: Das falsche Spiel mit den Flüchtlingen

Kolumne von Cora Stephan

Fehlt es den Deutschen an „Willkommenskultur“, wenn sie sich vor zu vielen Zuwanderern fürchten? Nein. Der Kollektivverdacht gegen das eigene Volk kaschiert eine Politik der falschen Anreize.

Es ist so furchtbar typisch für unser Land. Rechte Dumpfbacken vor Asylbewerberunterkünften beherrschen die Schlagzeilen, was den stets beliebten „Kampf gegen Rechts“ befeuert, als ob es darum ginge, wieder einmal den Anfängen zu wehren. Bemerkenswert ist jedoch vielmehr die große Hilfsbereitschaft der Mehrheit der Deutschen denen gegenüber, die hierzulande ein anderes, ein besseres Leben suchen. Und es ist ein offenes Geheimnis: ohne das private Engagement vieler Bürger wäre die rasant anschwellende Zuwanderung noch weniger zu bewältigen.

Na klar: good news are no news. Doch vor allem lässt sich die Angst vor einem neuen „Rechtsruck“ prächtig funktionalisieren. Der Vorwurf, „rechts“ zu sein, ist fast so schlimm wie der, ein misogyner Sexist zu sein. Beides kann einem flugs die Karriere kosten.

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Für Politiker und Volkspädagogen ist der Kollektivverdacht, es hierzulande überwiegend mit hässlichen Deutschen zu tun zu haben, bestechend: wenn es Probleme gibt, liegt es an mangelnder „Willkommenskultur“ der Einheimischen, nicht aber an den politisch Verantwortlichen. Dabei ist ein Großteil der Probleme mit der derzeitigen Einwanderungswelle hausgemacht. Denn nein: es kommen nicht überwiegend Menschen, die verfolgt sind und für die unsere Asylgesetze gelten. Um ein Drittel größer als die Zahl der Flüchtlinge aus Syrien, Irak und Afghanistan ist die der Zuziehenden aus dem Kosovo, Albanien und Serbien, also aus dem Westbalkan, die so gut wie keinen Anspruch auf Asyl haben.

Lasset sie alle kommen? Gewiss: Wenn sie in der Lage sind, auf eigenen Beinen zu stehen und für sich selbst zu sorgen, wenn sie also jene Bereicherung sind, von denen man hierzulande gern träumt. Was vielen aus Ex-Jugoslawien einst gelang, könnte doch auch denen aus seinen Nachfolgestaaten gelingen? Doch viele von ihnen folgen einer anderen Spur. Der Großteil der „Welle“, die Politik, Verwaltung, Kommunen derzeit überrollt, wurde von einer Politik der falschen Anreize erzeugt, von Inkonsequenz bei der Anwendung eigener Gesetze – und vom Scheitern Europas.

Die sieben größten Ängste der Deutschen

  • Schlechte Wirtschaftslage

    41 Prozent fürchten sich vor einer schlechten Wirtschaftslage.

    Quelle: R+V-Langzeitstudie „Die Ängste der Deutschen“

  • Spannungen durch Ausländer

    43 Prozent sorgen sich vor Spannungen durch Ausländer.

  • Überforderung der Politiker

    Skeptisch bewerten die Deutschen die handelnden Politiker: 44 Prozent haben Angst, dass diese überfordert sind.

  • Schwere Erkrankung

    47 Prozent fürchten sich vor schweren Erkrankungen.

  • Pflegefall im Alter

    Rund 2,5 Millionen Pflegebedürftige gibt es in Deutschland – Tendenz steigend. Dementsprechend hoch ist auch die Besorgnis der Deutschen, im Alter anderen als Pflegefall zur Last zu fallen. Mit 51 Prozent liegt dieses Thema gemeinsam mit der Furcht vor Naturkatastrophen auf Platz 2.

  • Naturkatastrophen

    Überschwemmungen durch Starkregen, Hagel, Stürme: Mit 51 Prozent liegt die Furcht vor zunehmenden Naturkatastrophen auf Platz 2 der Ängste-Skala – gleichauf mit der Angst vor Pflegebedürftigkeit.

  • Steigende Lebenshaltungskosten

    Die Furcht vor steigenden Lebenshaltungskosten steht mit 58 Prozent an der Spitze.

Nationaler Egoismus

Ach, Europa. Die Mehrheit der EU-Staaten hält wenig davon, sich auf die freiwillige Aufnahme von Flüchtlingen einzulassen. Und selbst wenn Italien und Griechenland als Erstaufnahmeländer den Zuzugsstrom bewältigen könnten: dort will niemand bleiben. Die meisten Einwanderer möchten nach Deutschland, dort, wo es der Legende zufolge für jeden ein Haus gibt. Nicht jeder glaubt an solche Märchen, doch bei den meisten dürfte sich herumgesprochen haben, dass man sich in Deutschland ans eigene Asylgesetz nicht hält: abgeschoben wird selten, Politiker und Behörden trauen sich nicht, es sieht so hässlich aus. Und allein das jedem hier Ankommenden zustehende Taschengeld ist für Einreisende aus den Balkanstaaten  so attraktiv, dass sie das geringe Risiko der Ausweisung bereitwillig auf sich nehmen. Hier brauche man mehr statt weniger Europa, meint Bundesinnenminister Thomas de Maizière, sonst müsse man die Grenzen wieder schließen. Richtig. Es sieht allerdings ganz so aus, dass viele EU-Länder Europa nur dann benötigen, wenn es ihnen nützt. Man könnte es nationalen Egoismus nennen.

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12 Kommentare zu Stephans Spitzen: Das falsche Spiel mit den Flüchtlingen

  • Die gleiche Diskussion wurde bereits 1993/1994 geführt. Da gab es auch viel zuviele Flüchtlinge in Deutschland. Es entstanden richtiggehende "Gettos", die Städte und Gemeinden waren finanziell überfordert und konnten auch teilweise nicht einmal mehr öffentliche Gebäude renovieren/sanieren. Die Gewalt und die Straftaten nahmen zu. Nicht zu vergessen die Krankheiten, die in unser Land gebracht werden.

    Dann wurden die offiziellen Flüchtlingszahlen nach unten manipuliert und es gab mehr illegale Asylbewerber. Gelöst wurde das Problem auch zu dieser Zeit nicht. Hallenbäder und andere Freizeiteinrichtungen wurden einfach geschlossen. Die Polizei hatte auch keine wirkliche Handhabe gegen kriminelle Ausländer.

    Sagt man dagegen etwas, ist man gleich ausländerfeindlich oder sogar rechtsradikal.

    Jedes Land hat nun einmal gewisse Kapazitäten. Irgendwann kann man einfach die ganzen Flüchtlinge nicht mehr beherbergen und versorgen.

  • Dem Artikel ist nichts hinzuzufügen. Von den Grünen wird ja die Willkomenskultur in die Sozialsysteme gefordert,E.G, nett bei youtube anzusehen. Bin gestammt wie lange Frau Stephan noch schreiben darf bis sie wie B. Röhl und Tichy rausgeschmissen wird.

  • Kompliment Frau Stephan, Sie haben einige sehr gefaehrliche Wahrheiten ohne das Wort "Asylindustrie" zu nennen beschrieben. Den Sachverhalt wohl kennend, huetet sich die FDJ-Regierung dort einzugreifen, denn sie will sich ja die Arbeitslosenstatistik nicht selbst verderben. Wieviele Rechtsanwaelte, private Vermieter, Sicherheitsfirmen und und und muessten Insolvenz anmelden, gaebe es die illegalen Einwanderer nicht. Das BIP und das Wirtschaftswachstum, wenn es auch steuerfinanziert ist, wuerde niedriger ausfallen und so arbeitet man den Schleusern in die Hand.
    Man hat das Gefuehl in einem III. Reich zu leben, wo die Gesetze gebogen, und die Exekutive marschiert, wie es der "Partei" in den Kram passt. Dass die EU nur aus Nehmersolidaritaet besteht ist hinlaenglich bekannt. Die auf Deutschland gelenkte Fluechtlingswelle ist sicher die vorletzte Etappe der westlichen Siegermaechte, um Deutschland auf Dauer auszuloeschen.

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