Stephans Spitzen: Und ewig mahnt die SPD

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Ralf Stegner rief jüngst nach einem „Aufstand der Anständigen“

Kolumne von Cora Stephan

Die Sozialdemokraten rufen nach einem „Aufstand der Anständigen“. Was dieser erreichen soll, bleibt offen. Das Volk ist längst weiter, als es die SPD glauben mag.

Liebe gute alte SPD,

ich weiß, es sind harte Zeiten. Angela Merkel wird als Ewige Kanzlerin in die Geschichte eingehen, während Du, Hort der glorreichen Tradition der Arbeiterbewegung, ebenso ewig im Turm der 25 Prozent dahindarben wirst. Lass Dich in den Arm nehmen und Dir sagen: das hat auch seine Vorteile. Niemand muss sich mehr als sozialdemokratischer Kanzlerkandidat blamieren.

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Die Kanzlerin steuert auf die absolute Mehrheit zu, wie die Auguren verheißen, und dann ist auch die Quälerei als Juniorpartner in der Regierung nicht mehr vonnöten. Das erspart viel Ärger und Dir und uns, als Extrabonus, Andrea Nahles. Im Übrigen ist alles, was einem echten Sozialdemokraten am Herzen liegt, bei Angela Merkel wunderbar aufgehoben.

Nun, einigen Männern scheint das nicht zu genügen, wie etwa dem Ralf Stegner, eurem Bundesvize. Der rief jüngst nach einem „Aufstand der Anständigen“, am besten garniert mit viel Prominenz aus Film, Sport, Musik, also irgendetwas wie RockgegenArschhuhGesichtzeigen. Großartige Idee, könnte er sich gedacht haben. Damit hat man im Handumdrehn die Mehrheit der Gesellschaft hinter sich, sind ja doch alle Til-Schweiger-Fans, und Angela Merkel kann sehen, wo sie bleibt.

Gewalt gegen Flüchtlinge Politik ruft Prominente zur Hilfe gegen Rassismus

Die zunehmenden Attacken auf Flüchtlingsunterkünfte alarmieren die Politik. Immer lauter werden Rufe nach einem „Aufstand der Anständigen“ gegen Fremdenfeindlichkeit. Auch Prominente sollen Flagge zeigen.

Zuletzt hat Schauspieler Til Schweiger (r.) mit seinen jüngsten Wortmeldungen gegen Fremdenhass in Deutschland für Aufsehen gesorgt – und auch den Vizekanzler und SPD-Chef Sigmar Gabriel auf sich aufmerksam gemacht. Quelle: dpa

Ob das die Strategie ist, die zum Erfolg führt? Klar: gegen rechts sein ist hierzulande immer richtig, irgendwie jedenfalls, denn das wechselt ja öfter mal, was darunter jeweils zu verstehen ist. Aber braucht es gegen die paar unerfreulichen Hanseln, die sich vor Asylbewerberunterkünften herumtreiben, wirklich einen „Aufstand“? Sollte nicht ein bisschen Polizeipräsenz genügen oder, wenn es daran mal wieder mangelt, lokale Zivilcourage? Auch möchte die große Masse der Bürger womöglich gar keine Belehrung in Sachen Anstand, die ja eine Selbstbelehrung wäre, ja tatsächlich, es gibt Menschen, die so anständig sind, dass sie nicht glauben, das auch noch groß betonen zu müssen.

Außerdem sind sie eher keine Schauspieler oder Rockstars und auf Eigenwerbung nicht angewiesen. Manche von ihnen tun Gutes oder auch nur das Vernünftige, ganz ohne damit anzugeben. Nicht, weil sie sonderlich tugendhaft wären, sondern weil es in ihrem eigenen Interesse ist.

Warum sollten die aufstehen? Haben sie noch nicht genug zu tun?

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