Stephans Spitzen: Willkommen in Voodoo-Deutschland

kolumneStephans Spitzen: Willkommen in Voodoo-Deutschland

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Ampel-Frau oder Ampel-Mann? Die Gender-Debatte treibt zuweilen seltsame Früchte.

Das hätte die Frauenbewegung der 70er Jahre nicht gewollt: Gendermainstreaming ist zur Ideologie geworden. Im Kampf um die Deutungshoheit sind lautstarke Minderheiten alles andere als zimperlich. Armes Deutschland.

Deutschland zerfällt in zwei Teile: im größeren Teil leben Menschen, die glauben. Im anderen, kleineren Teil jene, die wissen. And never the twain shall meet. Die beiden werden nie zueinander finden.

Im Ernst: es ist verblüffend, wie sehr sich das Voodoo-Deutschland mit seinen Voodoo-Economics und Voodoo-Politics von jenem Land unterscheidet, das weltweit erfolgreich seine Erfindungs- und Ingenieurskunst verkauft. Offenbar reift, ungerührt vom politisch korrekten Zirkus und von ideologiefesten Koalitionsverträgen, noch immer eine Spezies heran, deren Angehörige Zahlen nicht für unmenschlich und gefühllos halten, die an die Aufklärung glauben und wissenschaftlich präzise denken können, während andere lieber alles auspendeln. Ein Wunder fast, wenn man bedenkt, dass manch politisch-korrekte Verrenkung bereits im Kindergarten eingeübt wird und jede im Modus moralischer Empörung vorgetragene Irrlehre einen breiten Raum im öffentlich-rechtlichen Fernsehen erhält.

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Widerspruch ist nicht erlaubt, wie man kürzlich erleben durfte, als eine Frauenlobby gegen eine „Hart, aber fair“-Sendung protestierte, sie sei "unseriös", "frauenfeindlich" und "einseitig". Die Sendung wurde daraufhin eilfertig aus der Mediathek entfernt, was allerdings lediglich dafür sorgte, dass sie nun umso eifriger auf YouTube angeklickt wurde. Und nun soll die von Frank Plasberg moderierte Auseinandersetzung mit dem trostlosen Gender-Gaga, auf das sich die Frauenbewegung mittlerweile zu reduzieren scheint, auch noch wiederholt werden. Was soll der Quatsch? Der wahre Skandal ist gewiss nicht die Sendung, in der man sich stritt, nicht mehr und nicht weniger als in solchen Talkshows üblich, sondern der Kotau der öffentlich-rechtlichen Anstalt vor moralisch mächtigen Lobbies. Wird die Meinungsfreiheit hierzulande suspendiert, sobald sich jemand beleidigt fühlt, der an irgendetwas glaubt, sei es eine Religion oder eine Ideologie?

Vor knapp 200 Jahren sprach Alexis de Tocqueville hellsichtig vom "demokratischen Despotismus", einem sanften Totalitarismus, der weder Geheimpolizei noch den Großen Bruder braucht, um alternativlosen Konsens zu erzielen. Denn viele zwingen sich ganz von allein zum konformen Denken, schließlich will man es sich nicht mit einer tyrannischen Meute verderben, die sich lautstark bemerkbar macht, wenn einer die von ihr aufgestellten Regeln nicht einhält.

Kommentar zu "Hart aber fair" Gender-Irrsinn: Von ProfessX und Ampelmännchen

Frank Plasbergs Sendung „Hart aber fair“ fällt der Zensur zum Opfer. Schuld ist die Frage nach Sinn und Unsinn der Gender-Wissenschaften. Als hätte Deutschland gerade keine drängenderen Probleme.

Gender-Ampel: Frau oder Mann. Quelle: dpa Picture-Alliance

Im Kampf um die Deutungshoheit sind lautstarke Minderheiten alles andere als zimperlich. Die Verordnung einer gendermäßig korrekten Sprache hat es hierzulande bis in das Koalitionsprogramm geschafft, etwas, dass sich niemand hätte träumen lassen, der die Debatten in der Frauenbewegung in den 70er Jahren miterlebt hat. Wie kann man ernsthaft glauben, es wäre irgend jemandem geholfen, wenn jeder Sprechakt eine Vielzahl von Wesen einschließt, die sich „queer“ oder „bigender“ und „pangender“ fühlen, nur, weil man niemanden benachteiligen möchte? Und ist es wirklich ein dringliches Problem, dass öffentliche Toiletten nur zwei Geschlechter kennen?

Dass all das keine Spielerei ist, sondern bitter ernstgenommen wird, zeigen Sprachregelungen, die schon Kinder einüben sollen. „Heteronormativität“ ist so ein Wort, das früh deutlich machen soll, dass Heterosexualität eine Norm, also eine gesellschaftliche Setzung sei, nicht aber das, was es in Wirklichkeit ist: normal.

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