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Steuer- und Abgabelast: Wer von steigenden Steuern und Abgaben betroffen ist

von Bert Losse

Die Steuer- und Abgabenlast der Bundesbürger bleibt auch im Krisenjahr 2009 hoch. Was sich ab diesem Monat ändert – und wer davon betroffen ist.

Universitätsklinik in Bonn Quelle: AP
Universitätsklinik in Bonn Quelle: AP

Möchte jemand Angela Merkel und Peer Steinbrück als Vampire sehen? In einem Internet-Comic ist das seit Kurzem möglich. Unter www.staatomat.de kommen die Bundeskanzlerin und ihr Finanzminister als Blutsauger durch die Tür geflogen, um sich kichernd und schmatzend am (Lohn-)Kuchen eines Arbeitnehmers zu delektieren. Am Ende flattern die beiden Vampire triumphierend davon, während der Arbeitnehmer traurig auf die verbliebenen Krümel auf dem Teller blickt.

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Initiiert hat die Internet-Seite der Verband der Familienunternehmer (ASU). Seit einigen Wochen kann man sich hier online ausrechnen lassen, was von einer Lohnerhöhung netto übrig bleibt. Das Ergebnis dürfte in den meisten Fällen unerfreulich ausfallen. Rein rechnerisch haben die Arbeitnehmer im vergangenen Jahr bis zum 8. Juli 2008, 7.57 Uhr, einzig und allein für den Staat und die Sozialkassen geschuftet, errechnete der Bund der Steuerzahler (BdSt). Und 2009 werden die Bundesbürger kaum früher für das eigene Portemonnaie arbeiten dürfen. Die Steuer- und Abgabenlast sinkt unter dem Strich nur in einer homöopathischen Dosis, viele Bürger zahlen sogar drauf. „Dass sich Leistung lohnt, kann die Masse der Erwerbstätigen kaum noch erkennen“, sagt BdSt-Ökonom Volker Stern.

Wie in den Vorjahren hat Stern exklusiv für die WirtschaftsWoche anhand von drei Musterhaushalten errechnet, wie sich alle Neuerungen im Steuer- und Abgabenrecht, die zum Jahreswechsel in Kraft getreten sind, auf das verfügbare Einkommen auswirken. Dabei berücksichtigte Stern nicht nur direkte Steuern und Sozialabgaben, sondern auch die gezahlte Mehrwertsteuer auf Konsumprodukte, spezielle Verbrauchsteuern (auf Benzin, Zigaretten, Strom, Heizöl) sowie Kommunalabgaben, etwa für Müllabfuhr und Abwasser. Grundlage für die Bewertung waren haushaltstypische Verbrauchs- und Konsummengen.

Bonbons für Arbeitnehmer

Ergebnis: Inklusive der Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung, die methodisch den individuellen Lohnkosten zugerechnet werden, überweist ein Doppelverdiener-Ehepaar aus Köln (zwei Kinder, Eigenheim) im kommenden Jahr 59,9 Prozent an Staat und Sozialkassen, 0,2 Punkte weniger als im Vorjahr. Bei einem Dresdner Ehepaar (ein Einkommen, zwei Kinder) sinkt die Quote um 0,5 Punkte auf 48,8 Prozent. Ein Singlehaushalt in Göttingen ist mit 64,5 Prozent seines Bruttolohns dabei (Vorjahr: 64,7 Prozent). Trotz der marginalen Verbesserung liegt die Belastung damit „weit über dem, was in den meisten anderen OECD-Staaten für vergleichbare Haushalte üblich ist“, kritisiert Ökonom Stern.

6 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 11.01.2009, 21:48 UhrAnonymer Benutzer: Frank

    He wo bekomme ich so einen Job Single 4000 verheiratet 6000 vielleicht sollte man mal eine Musterrechnung mit 2500 da zupacken oder bin ich schon so jämmerlich arm! Oder als Leser der WiWO nicht zugelassen.
    Ansonsten kann ich nur sagen, wir ducken uns alle und halten die Klappe, das abkassieren der Parteien (die sind im bundestag und bestimmen) wird munter mindestens im Jahre 2010 weitergehen mit dem Hinweis WiR bürger müssen ja den Schaden bezahlen. Also freut Euch über die lächerlichen 60% in 2009

  • 09.01.2009, 20:02 UhrAnonymer Benutzer: krusch82

    Nee iss schon klar. Ein Single verdient 4500.00 brutto im Monat. Weiß doch jeder. Und damit es auch richtig "blutig" wird, packen wir noch möglichst viel "Konsum" obendrauf z.b. Auto und Zigaretten.
    ich habe immer gedacht die Art und die Höhe des Konsums sei eine iNDiViDUELLE !!!! Entscheidung. ich konnte natürlich nicht wissen, dass alle Singles ausnahmslos rauchen und Auto fahren.

    Es gibt die kleine Lüge, die große Lüge und die Statistik (Wirtschaftswoche) Der Autor dieses Artikels sollte unbedingt Westerwelle kontaktieren. Die Karriere wäre gesichert.

    Und in der nächsten Ausgabe schauen wir uns mal die finanzielle belastung folgender Personenkreise an:
    a) Niedriglöhner mit einem bruttogehalt von 1200.00 brutto
    b) Einer Rentnerin mit einer Rente von 750.00 Euro
    c) Einem Hartz iV Empfönger

    Un bitte NiCHT VERGESSEN !!!!: Auto und Zigaretten.

  • 08.01.2009, 20:34 UhrAnonymer Benutzer: Hägar Schmidt

    Endlich eine ordentliche Rechnung für die Steuerbelastung. Und das sind ja noch nicht einmal die typischen "Leistungsträger" - die beginnen bei einem Gesamt-Doppelgehalt von 8000 brutto. Da kämen wir auf 70-80%. Willkommen im Sozialismus.

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