Bild: dpaNach dem alljährlichen Report des Schweizer Magazins Bilanz scheinen die Schuldenkrise und damit verbundene Verluste die reichsten der Reichen kaum berührt zu haben. Laut Schätzungen beträgt das Vermögen der 300 Reichsten in der Schweiz etwa 481 Milliarden Franken und erreicht damit den zweithöchsten Vermögensstand seit 23 Jahren.
Unter den Superreichen der Alpenrepublik finden sich auch viele deutsche Unternehmer - eine Übersicht...
Bild: dpaFamilie Theo Müller
Als alleiniger Inhaber der "Unternehmensgruppe Theo Müller" und neunfacher Vater plant der 71-jährige nun den Markt in den USA zu erschließen. Da der deutsche Konzern bereits europaweit agiert und die Produkte selbst in Großbritannien millionenfach verkauft.
Begonnen hatte alles mit einer kleinen Dorfmolkerei, die 1896 in Bayern von Ludwig Müller gegründet wurde. Zwei Generationen später übernahm Theo Müller den Betrieb und baute ihn von 4 Mitarbeitern bis zum heutigen Konzern aus.
Das Gesamtvermögen der Familie wird auf 2000-3000 Millionen Schweizer Franken geschätzt.
Bild: PressebildHorten
Als Witwe des einstigen deutschen SB-Warenhausgründers Helmut Horten und Chefin im Kärtner Golfclub "Dellach" verwaltet Heidi Horten Milliarden. Horten war nach Kaufhof, Karstadt und Hertie die viertgrößte deutsche Kaufhauskette.
Helmut Horten zog 1968 mit seiner Gattin nach Tessin und verkaufte anschließend von dort aus seine Kaufhauskette, mit steuerfreiem Gewinn. Dies gab Anlass zu einem neuen Gesetz, demnach der Gewinn eines solchen Verkaufs auch nach deutschem Recht besteuert werden muss.
Das Gesamtvermögen der Familie wird auf 2000-3000 Millionen Schweizer Franken geschätzt.
Bild: PressebildFamilie Otto Happel
Mit diversen Beteiligungen unter anderem bei Luserve in Luzern untermauert der Wahlluzerner sein Vermögen, jenes mit den Investitionen in den Solaranlagenhersteller Conergy und dessen verlustreiches Geschäft bröckelte. Angefangen hat er als Großaktionär des deutschen Technologiekonzerns GEA.
Mit seinen heute 63 Jahren steht er außerdem als Dienstältester im Aufsichtsrat der Commerzbank in Frankfurt und steht an der Spitze der Happel Foundation, die sich für Hilfsprojekte in den ländlichen Regionen Südostasiens einsetzt.
Das Gesamtvermögen der Familie wird auf 2000-3000 Millionen Schweizer Franken geschätzt.
Bild: dpaPeek & Cloppenburg ist das Aushängeschild des deutschen Modehandels. Genauso ist auch die extravagante Architektur des 5. Weltstadthauses in Köln vorzeigbar. Neben diesem sind weitere Top-Warenhäuser in deutschen Großstädten, natürlich in bester Lage, im Besitz der Familie Cloppenburg. Zusätzlich zu den Immobilien von Star-Architekten, wie Renzo Piano wirft das Modeunternehmen seit Jahren etwa 7 Prozent Rendite bei etwa 2 Milliarden Euro Umsatz ab.
Das Gesamtvermögen der Familie wird auf 2000-3000 Millionen Schweizer Franken geschätzt.
Bild: APOtto Beisheim
Der Kursabfall der Metro Group macht sich auch mit Verlusten im Privatvermögen des Patriarchen bemerkbar. Beisheim machte eine kaufmännische Ausbildung und wurde 1964 Mitgesellschafter, der von Duisburger Kaufleuten gegründeten Metro AG. Mit seinen 87 Jahren hält er sich inzwischen vorwiegend im bayrischen Rottach-Egern auf.
Das Gesamtvermögen Beisheims wird auf 2000-3000 Millionen Schweizer Franken geschätzt.
Bild: dpaErich und Helga Kellerhals
Sie sind die Erfinder der Elektronikhandelskette Media Markt und Inhaber von diversen einschlägigen Investmentfirmen. Der Besitz diverser Immobilien und deren Vermietung an Media Markt und Saturn stockt ihr Gesamtvermögen auf stolze 3000-4000 Millionen Schweizer Franken.
Bild: dpaFamilie Curt Glover Engelhorn
Der gebürtige Münchner ist ehemaliger Mitgesellschafter der "Boehringer Mannheim" aber zugleich auch der Urenkel von Friedrich Engelhorn, dem Gründer der BASF. Heute ist Engelhorn mit seiner Gattin Heidemarie als Förderer unterwegs. So wurde eifrig gespendet um den kompletten Campus der neuen Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg zu renovieren.
Das Gesamtvermögen der Familie wird auf 3000-4000 Millionen Schweizer Franken geschätzt.
Bild: PressebildNach amerikanischem Vorbild... errichtete Heinz Georg Baus 1960 den ersten deutschen Baumarkt. Seither klingeln die Kassen und das Unternehmen expandiert mit oft riesigen Baumärkten, inzwischen auch in seiner Wahlheimat Schweiz. Oft sind die Immobilien der Bauhaus-Filialen mit bis zu 29.000 Quadratmetern im Eigentum des medienscheuen Unternehmers.
Das Gesamtvermögen der Familie wird auf 3000-4000 Millionen Schweizer Franken geschätzt.
Bild: dpaDie Wella-Erben
Immo Ströher ist der Urenkel des Friseurmeisters und Gründers von Wella Franz Ströher. Er gilt als derjenige, der gegen den Strom schwimmt, da er sich durch den Abtritt des Wella-Konzerns an Procter & Gamble, sowie seine zahlreichen Investitionen in erneuerbare Energien, komplett aus der Haarpflege-Sparte zurückgezogen hat.
Das Gesamtvermögen der Familie wird auf 4000-5000 Millionen Schweizer Franken geschätzt.
Nach dem alljährlichen Report des Schweizer Magazins Bilanz scheinen die Schuldenkrise und damit verbundene Verluste die reichsten der Reichen kaum berührt zu haben. Laut Schätzungen beträgt das Vermögen der 300 Reichsten in der Schweiz etwa 481 Milliarden Franken und erreicht damit den zweithöchsten Vermögensstand seit 23 Jahren.
Unter den Superreichen der Alpenrepublik finden sich auch viele deutsche Unternehmer - eine Übersicht...
Die Schweiz und Nordrhein-Westfalen, das größte deutsche Bundesland, hatten sich für ihren Dialog ein spannendes Thema gesucht: die Schuldenkrise. Der NRW-Landtag und das Schweizerisches Generalkonsulat in Frankfurt luden dazu neben Landes-Finanzminister Norbert Walter-Borjans unter anderem den Schweizerischen Botschafter Tim Guldimann und Querdenker Friedrich Merz ein.
Doch Diskutanten und Öffentlichkeit interessierte ein ganz anderes Thema: die umstrittene Käufe von Datenträgern mit den Namen möglicher deutscher Steuerhinterzieher durch NRW und die Zukunft des Steuerabkommens mit den Eidgenossen.
Guldimann gelobte Besserung im Umgang mit deutschen Bankkunden in der Schweiz. Es habe ein Bewusstseinswandel in seinem Land gegeben. Allen sei klar, dass die Schweiz kein Hort für Steuerhinterzieher sein dürfe. Die Geldinstitute würden nur noch versteuertes Vermögen verwalten. Das geplante Steuerabkommen mit Deutschland verteidigte Guldimann. Es stelle sicher, dass deutsche Vermögen in der Schweiz besteuert würden. Die Bundesrepublik könne zudem mit Nachzahlungen von mindestens 3,3 Milliarden Euro rechnen.
"Wir sollten dieses Abkommen ratifizieren"
Zur Erklärung: Durch das Steuer-Abkommen soll auf Schwarzgeld deutscher Anleger bei Schweizer Banken einmalig eine Pauschalsteuer zwischen 21 bis 41 Prozent an den deutschen Fiskus überwiesen werden, anonym und rückwirkend für zehn Jahre. Ab 2013 sollen Kapitalerträge deutscher Bankkunden in der Schweiz wie in Deutschland besteuert werden.
Für Friedrich Merz ist das Abkommen nicht perfekt. Doch jeder Vertrag sei besser als gar keine Einigung. „Ich bin derselben Meinung wie Wolfgang Schäuble. Wir sollten dieses Abkommen ratifizieren“, so der ehemalige CDU-Hoffnungsträger.
NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans zeigte sich unbeeindruckt. Die Schweiz sei in der Beweispflicht, dass sie das Bankgeheimnis nicht mehr zugunsten von Steuerflüchtlingen missbrauche. „Wir brauchen mehr Informationen und nicht die Bitte: Glaubt uns, wir haben zwar früher das Bankgeheimnis missbraucht – das machen wir aber nicht mehr.“ Dass das Abkommen den Kauf bzw. die Auswertung weiterer Datenträger mit Steuerinformationen ausschließen soll, sei zudem nicht vertrauensbildend. „Wenn das alles sauber ist, dann muss man sich doch nicht fürchten.“
Von einigen wenigen SPD-Abgeordneten erntete Walter-Borjans für seine Aussagen Applaus, von den Schweizer Gästen nur heftiges Kopfschütteln. Der Steuerstreit zwischen NRW und der Schweiz überlagerten die eigentliche Diskussion zur Schuldenkrise. Leider. Denn insbesondere Friedrich Merz traf mit seinen Aussagen zu Griechenland ins Schwarze.
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