Steuerhinterziehung: UBS-Whistleblower will Schäuble beraten

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Bradley Birkenfeld.

von Christian Ramthun

Der frühere US-Banker Bradley Birkenfeld, der die Schweizer Großbank UBS an die amerikanischen Behörden verriet und zum Fall des eidgenössischen Bankgeheimnisses beitrug, möchte sich mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble treffen.

„Ich würde gern mit Herrn Schäuble sprechen und ihn über die Steuerhinterziehungstricks in der Schweiz informieren“, sagte Birkenfeld im Gespräch mit der WirtschaftsWoche.

Bisher habe er jedoch nur mit Beamten aus Nordrhein-Westfalen darüber gesprochen, wie das System der Schweizer Banken funktionierte, um Gelder vor dem Fiskus zu verstecken. Birkenfeld, der für seine Insiderinformationen von den US-Behörden 104 Millionen Dollar Belohnung  bekam, empfiehlt den Deutschen ein ähnlich hartes Vorgehen gegen die Schweizer Banken. „Da kann die Bundesregierung noch viel mehr Druck als bisher aufbauen.“ Außerdem plädiert er für ein Whistleblower-Gesetz zum Schutz von Informanten als „die wirksamste und billigste Maßnahme gegen jede Art von Kriminalität“.

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Auf die Frage nach noch sicheren Steueroasen auf der Welt sagte Birkenfeld der WirtschaftsWoche: „Mir fallen da Länder wie zum Beispiel Dubai, Zypern, Singapur, Macao, Luxemburg und Panama ein. Und in der Schweiz liegt auch noch immer richtig viel Geld. Das ist sicher nicht alles Vermögen, das die Eigentümer vor den Steuerbehörden verstecken wollen. Da geht es sehr oft um Erträge aus organisiertem Verbrechen, um Schmiergelder, um zusammengeklaubte Millionen und Milliarden von Diktatoren aus ausgebeuteten Entwicklungsländern. Und so manches verschollene Kunstwerk findet man tief unten in Schweizer Banktresoren.“

Schäubles Kampf gegen Geldwäsche Mehr Aufwand, weniger Effizienz

Der Bundesfinanzminister will im Kampf gegen dubiose Finanzströme eine härtere Gangart einlegen. Tausende Händler müssen verdächtige Kunden melden. Das BKA wird entmachtet.          

Wolfgang-Schäuble Quelle: REUTERS

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