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Kommentar Steuersenkung: Die Koalition macht sich lächerlich

von Christian Ramthun

Um sechs Milliarden Euro will die Regierung die Steuerzahler entlasten – vier davon sind gesetzlich ohnehin fällig. Macht zwei Milliarden oder 0,3 Prozent Entlastung von den Gesamtsteuereinnahmen.

Philipp Rösler und Wolfgang Schäuble Quelle: dpa
Philipp Rösler (l), Wolfgang Schäuble. Für Schäuble ist die Steuersenkung ein Erfolg, die FDP dürfte kaum damit zufrieden sein Quelle: dpa

Für Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) ist ein Sieg, für die FDP eine Schmach und für die bürgerliche Koalition fast schon lächerlich. Ab den Jahren 2013 und 2014 sollen die Grundfreibeträge bei der Einkommensteuer so steigen, dass damit das verfassungsgemäß steuerfreie Existenzminimum auch wirklich steuerfrei bleibt.

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Den erwarteten Einnahmenausfall von vier Milliarden Euro sollen sich Bund und Länder entsprechend ihren Anteilen an der Lohn- und Einkommensteuer paritätisch teilen. Daneben will die Bundesregierung noch einen Schnaps obendrauf spendieren: Mit zwei Milliarden Euro, die der Bund allein tragen will,  soll die kalte Progression abgemildert werden.

Dabei dürften es in dieser Legislaturperiode rund zwölf Milliarden Euro sein, die der Fiskus aufgrund von Inflation und Lohnsteigerungen und dem damit verbundenen Hineinrutschen in höhere Steuersätze kassiert. Gleichzeitig beschlossen die Koalitionsspitzen von CDU, CSU und FDP aber auch, den Beitragssatz zur Pflegeversicherung um 0,1 Prozentpunkte zu erhöhen und so wieder eine Milliarden Euro von den Bürgern zu nehmen.

Und dafür haben die schwarz-gelben Koalitionäre nun zwei Jahre gerungen?! Die Liberalen, die mit „Mehr Netto vom Brutto“ zuvor einen fulminanten Wahlsieg errungen hatten und nach der Wahl eine Reform mit 24 bis 30 Milliarden Euro Entlastung durchsetzen wollten, haben sich endgültig lächerlich gemacht.

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 12.11.2011, 22:49 UhrARD

    Eine echte Entlastung der Bürger könnte es nur geben, wenn das Steuersystem endlich inflationsindexiert wäre. Heutzutage vergisst der Staat schonmal ein paar Jahre in Folge, z.B. Freibeträge etc. anzupassen. Die kalte Progression könnte gegenfinanziert werden über über eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes auf 50%, das Stopfen von Steuerschlupflöchern für Wohlhabende und eine höhere Mehrwertsteuer.

  • 07.11.2011, 19:18 UhrJoker1

    Alles Show und hinterlistiger Betrug.
    Tilgt endlich Schulden und steuert selber was zur Haushaltskonsolidierung bei. Z.B. durch Einzahlung der Polit- und
    Bankenkasten in die Sozialversicherung; zahlt Steuern und reduziert
    eure Aufwandsentschädigungszahlungen.
    Vor allem, räumt mit dem Euro auf, weg und schützt das Deutsche
    Volksvermögen. Schafft ein Bildungssystem, das unserer Jugend eine
    Zukunft gibt und Arbeitsplätze, die vernünftig bezahlt sind, damit
    die Soziallasten reduziert werden können.
    Ihr Tageträumer.

  • 07.11.2011, 15:51 UhrWerner

    Die Koalition sollte lieber die letzte Kindergelderhöhung zurücknehmen (4 Mrd/a), die Pendlerpauschale streichen (4 Mrd/a),
    Diesel höher besteuern(vielleicht ebenfalls mit 4 Mrd/a)
    und für den Gesamtbetrag dann neue Stellen schaffen, bei Polizei, Bundesgrenzschutz, in Schulen, städtischen Kindergärten und in der Altenbetreuung.
    12 Milliarden Euro sind ausreichend für mindestens 200.000 Vollzeit-Jobs in den genannten Bereichen. Neben dem offensichtlichen Nutzen besserer Versorgung der Bevölkerung fliesst das Geld auch noch gleich wieder zurück:
    -An die Sozialversicherungen die ihre Beitragssätze entsprechend senken könnten,
    - in Form von Steuern an die Staatskasse
    - es entlastet die Kommunen da die Zahl der Sozialhilfeempfänger sinkt.

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