
Die nordrhein-westfälische Behörden haben einem Medienbericht zufolge zwei weitere CDs aus der Schweiz mit Daten mutmaßlicher deutscher Steuerhinterzieher gekauft. In einem Fall handele es sich um Daten von der Bank UBS, berichtete die "Financial Times Deutschland" am Mittwoch auf ihrer Internetseite unter Berufung auf Insiderinformationen. Demnach kaufte die Steuerfahndung Wuppertal die Daten. Ein UBS-Sprecher sagte der Nachrichtenagentur Reuters: "Wir sind uns nicht bewusst, dass wir Opfer eines Datendiebstahls geworden wären." NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans erklärte, die Finanzverwaltung erhalte immer wieder Datenangebote. Zu Spekulationen über konkrete Fälle wolle er sich nicht äußern.
Neben dem Datenträger von der UBS hätten Steuerfahnder aus Aachen eine zweite CD gekauft, die ebenfalls von einer Schweizer Bank stammen solle, hieß es in dem Bericht weiter. Bei den Informationen über UBS-Kunden handele es sich um ein "ganz dickes Ding", zitierte die "FTD" einen Insider. Neben Kontoverbindungen gehe es bei der UBS auch um Stiftungen, die deutsche Kunden zur Steuerhinterziehung nutzten.
Bild: dpaNach dem alljährlichen Report des Schweizer Magazins Bilanz scheinen die Schuldenkrise und damit verbundene Verluste die reichsten der Reichen kaum berührt zu haben. Laut Schätzungen beträgt das Vermögen der 300 Reichsten in der Schweiz etwa 481 Milliarden Franken und erreicht damit den zweithöchsten Vermögensstand seit 23 Jahren.
Unter den Superreichen der Alpenrepublik finden sich auch viele deutsche Unternehmer - eine Übersicht...
Bild: dpaFamilie Theo Müller
Als alleiniger Inhaber der "Unternehmensgruppe Theo Müller" und neunfacher Vater plant der 71-jährige nun den Markt in den USA zu erschließen. Da der deutsche Konzern bereits europaweit agiert und die Produkte selbst in Großbritannien millionenfach verkauft.
Begonnen hatte alles mit einer kleinen Dorfmolkerei, die 1896 in Bayern von Ludwig Müller gegründet wurde. Zwei Generationen später übernahm Theo Müller den Betrieb und baute ihn von 4 Mitarbeitern bis zum heutigen Konzern aus.
Das Gesamtvermögen der Familie wird auf 2000-3000 Millionen Schweizer Franken geschätzt.
Bild: PressebildHorten
Als Witwe des einstigen deutschen SB-Warenhausgründers Helmut Horten und Chefin im Kärtner Golfclub "Dellach" verwaltet Heidi Horten Milliarden. Horten war nach Kaufhof, Karstadt und Hertie die viertgrößte deutsche Kaufhauskette.
Helmut Horten zog 1968 mit seiner Gattin nach Tessin und verkaufte anschließend von dort aus seine Kaufhauskette, mit steuerfreiem Gewinn. Dies gab Anlass zu einem neuen Gesetz, demnach der Gewinn eines solchen Verkaufs auch nach deutschem Recht besteuert werden muss.
Das Gesamtvermögen der Familie wird auf 2000-3000 Millionen Schweizer Franken geschätzt.
Bild: PressebildFamilie Otto Happel
Mit diversen Beteiligungen unter anderem bei Luserve in Luzern untermauert der Wahlluzerner sein Vermögen, jenes mit den Investitionen in den Solaranlagenhersteller Conergy und dessen verlustreiches Geschäft bröckelte. Angefangen hat er als Großaktionär des deutschen Technologiekonzerns GEA.
Mit seinen heute 63 Jahren steht er außerdem als Dienstältester im Aufsichtsrat der Commerzbank in Frankfurt und steht an der Spitze der Happel Foundation, die sich für Hilfsprojekte in den ländlichen Regionen Südostasiens einsetzt.
Das Gesamtvermögen der Familie wird auf 2000-3000 Millionen Schweizer Franken geschätzt.
Bild: dpaPeek & Cloppenburg ist das Aushängeschild des deutschen Modehandels. Genauso ist auch die extravagante Architektur des 5. Weltstadthauses in Köln vorzeigbar. Neben diesem sind weitere Top-Warenhäuser in deutschen Großstädten, natürlich in bester Lage, im Besitz der Familie Cloppenburg. Zusätzlich zu den Immobilien von Star-Architekten, wie Renzo Piano wirft das Modeunternehmen seit Jahren etwa 7 Prozent Rendite bei etwa 2 Milliarden Euro Umsatz ab.
Das Gesamtvermögen der Familie wird auf 2000-3000 Millionen Schweizer Franken geschätzt.
Bild: APOtto Beisheim
Der Kursabfall der Metro Group macht sich auch mit Verlusten im Privatvermögen des Patriarchen bemerkbar. Beisheim machte eine kaufmännische Ausbildung und wurde 1964 Mitgesellschafter, der von Duisburger Kaufleuten gegründeten Metro AG. Mit seinen 87 Jahren hält er sich inzwischen vorwiegend im bayrischen Rottach-Egern auf.
Das Gesamtvermögen Beisheims wird auf 2000-3000 Millionen Schweizer Franken geschätzt.
Bild: dpaErich und Helga Kellerhals
Sie sind die Erfinder der Elektronikhandelskette Media Markt und Inhaber von diversen einschlägigen Investmentfirmen. Der Besitz diverser Immobilien und deren Vermietung an Media Markt und Saturn stockt ihr Gesamtvermögen auf stolze 3000-4000 Millionen Schweizer Franken.
Bild: dpaFamilie Curt Glover Engelhorn
Der gebürtige Münchner ist ehemaliger Mitgesellschafter der "Boehringer Mannheim" aber zugleich auch der Urenkel von Friedrich Engelhorn, dem Gründer der BASF. Heute ist Engelhorn mit seiner Gattin Heidemarie als Förderer unterwegs. So wurde eifrig gespendet um den kompletten Campus der neuen Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg zu renovieren.
Das Gesamtvermögen der Familie wird auf 3000-4000 Millionen Schweizer Franken geschätzt.
Bild: PressebildNach amerikanischem Vorbild... errichtete Heinz Georg Baus 1960 den ersten deutschen Baumarkt. Seither klingeln die Kassen und das Unternehmen expandiert mit oft riesigen Baumärkten, inzwischen auch in seiner Wahlheimat Schweiz. Oft sind die Immobilien der Bauhaus-Filialen mit bis zu 29.000 Quadratmetern im Eigentum des medienscheuen Unternehmers.
Das Gesamtvermögen der Familie wird auf 3000-4000 Millionen Schweizer Franken geschätzt.
Bild: dpaDie Wella-Erben
Immo Ströher ist der Urenkel des Friseurmeisters und Gründers von Wella Franz Ströher. Er gilt als derjenige, der gegen den Strom schwimmt, da er sich durch den Abtritt des Wella-Konzerns an Procter & Gamble, sowie seine zahlreichen Investitionen in erneuerbare Energien, komplett aus der Haarpflege-Sparte zurückgezogen hat.
Das Gesamtvermögen der Familie wird auf 4000-5000 Millionen Schweizer Franken geschätzt.
Nach dem alljährlichen Report des Schweizer Magazins Bilanz scheinen die Schuldenkrise und damit verbundene Verluste die reichsten der Reichen kaum berührt zu haben. Laut Schätzungen beträgt das Vermögen der 300 Reichsten in der Schweiz etwa 481 Milliarden Franken und erreicht damit den zweithöchsten Vermögensstand seit 23 Jahren.
Unter den Superreichen der Alpenrepublik finden sich auch viele deutsche Unternehmer - eine Übersicht...
NRW-Finanzminister Walter-Borjans betonte: "Unsere Steuerfahnder sind schon von Amts wegen dazu verpflichtet, alle Anhaltspunkte auf Steuerstraftaten zu überprüfen - auch die auf Daten-CDs." Das Steuerabkommen mit der Schweiz sei nicht in Kraft und in der jetzigen Form nicht zustimmungsfähig, bekräftigte der SPD-Politiker. Es gebe keinen Grund, anders als in der Vergangenheit zu verfahren.
Bereits im Juli hatten Medien berichtet, dass die nordrhein-westfälischen Behörden einen Datenträger für 3,5 Millionen Euro gekauft hätten. Betroffen war demnach die Zürcher Filiale der britischen Traditionsbank Coutts, die eine Tochter der Royal Bank of Scotland ist. Der "Spiegel" berichtete damals, dass die Behörden den Kauf von zwei weiteren Datenpaketen erwögen. Nach einem Vorabbericht der "Süddeutschen Zeitung" (Donnerstagausgabe) erwarben die NRW-Steuerbehörden in den vergangenen Wochen insgesamt sogar vier Datenträger.
Kauf von Kundendaten führt immer wieder zu Streit
Der Umgang mit deutschen Anlegern, die ihr Geld in der Schweiz verstecken, sorgt zwischen den Regierungen in Berlin und Bern immer wieder für Streit. Derzeit wird in Deutschland über ein Abkommen gerungen, mit dem Schwarzgeld aus der Bundesrepublik in der Eidgenossenschaft anonym besteuert werden soll. Das Abkommen kann aber noch im Bundesrat scheitern, wo Union und FDP keine Mehrheit haben. Walter-Borjans gehört zu den profiliertesten Kritikern des Abkommens.
Nordrhein-Westfalen kaufte bereits im Jahr 2010 eine CD mit Kundendaten der UBS-Konkurrentin Credit Suisse. Später wurden den Beamten weitere Informationen zugespielt. Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft ermittelte auch gegen Mitarbeiter des Kreditinstitutes. Die Bank konnte aber einen Prozess mit der Zahlung von 150 Millionen Euro verhindern. In ähnlichen Verfahren kauften sich auch das Institut Julius Bär und die Liechtensteiner Fürstenbank LGT frei.















