Steuerzahlerbund: Die Deutschen zahlen so viele Steuern wie nie

Steuerzahlerbund: Die Deutschen zahlen so viele Steuern wie nie

, aktualisiert 18. Juli 2017, 12:33 Uhr
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Die Belastung von Einkommen mit Steuern und Abgaben wird in Deutschland in diesem Jahr voraussichtlich auf ein Rekordhoch von 54,6% des Volkseinkommens steigen, berichtet der Bund der Steuerzahler e.V. unter Berufung auf offizielle Statistiken.

von Martin GreiveQuelle:Handelsblatt Online

Die Steuer- und Abgabenlast hat laut dem Bund der Steuerzahler einen neuen Rekordstand erreicht. Erst ab heute Nacht arbeiten die Steuerzahler für die eigene Tasche. Ungewohntes Lob hat der Verband für die SPD parat.

Noch nie haben die Deutschen so viele Steuern und Abgaben gezahlt wie jetzt. Mehr als die Hälfte (54,6 Prozent) des Einkommens geht in die Staatskasse. Das heißt, von jedem verdienten Euro bleibt dem Steuerzahler nur 45,4 Cent für die eigene Tasche. Das ergibt zumindest der „Belastungscheck 2017“ des Verbandes „Bund der Steuerzahler“.

Im Vorjahr hatte die Belastung noch bei 52,9 Prozent gelegen. Für den Anstieg gibt es mehrere Gründe: Weil immer mehr Menschen in Arbeit sind, steigen die Löhne, und damit werden immer mehr Menschen in höhere Steuersätze getrieben. Außerdem stieg der Beitrag zur Pflegeversicherung zu Jahresbeginn um 0,2 Prozentpunkte. Hinzu kommen steigende Belastungen durch die Energiewende. So hat sich allein die EEG-Umlage zur Förderung regenerativer Energien zwischen 2010 und 2016, auf inzwischen 22,9 Milliarden Euro verdreifacht. Auch kleinere Umlagen zur Finanzierung der Energiewende sind gestiegen und belaufen sich inzwischen auf 2,5 Milliarden Euro in diesem Jahr.

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Der so genannte Steuerzahlergedenktag ist damit noch weiter nach hinten gerutscht. „Erst ab Mittwoch, den 19. Juli, um genau 3.27 Uhr arbeiten Bürger und Unternehmen für die eigene Tasche“, sagt Reiner Holznagel, Präsident des Bundes der Steuerzahler. Im vergangenen Jahr war es schon drei Tage vorher wieder rentabel für den Steuerzahler.

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Die Berechnung des Bundes wurde in Vergangenheit von Wirtschaftsinstituten wie dem DIW kritisiert, sowohl was die Rechnung als auch die Grundaussage angeht. Holznagel betonte, der Steuerzahlergedenktag solle nicht missverstanden werden. Natürlich stünden gezahlten Sozialbeiträgen Leistungen gegenüber, etwa ein Schutz gegen Arbeitslosigkeit. Die Zahl solle aber klar veranschaulichen, „dass die Steuer- und Abgabenlast in Deutschland viel zu hoch ist“.

Zu einem ähnlichen Ergebnis war kürzlich auch die Industrieländerorganisation OECD gekommen. Demnach ist im internationalen Vergleich die Steuer- und Abgabenlast nur in Belgien höher als in Deutschland. Die OECD kritisierte vor allem die hierzulande hohen Sozialabgaben. Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) schrieb in seinem Deutschland-Bericht vor gut zwei Wochen, die hohen Sozialabgaben belasteten vor allem Geringverdiener und müssten daher gesenkt werden.

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