Stiftung Marktwirtschaft: Deutsche Schulden sind 3,7 Billionen Euro höher

Stiftung Marktwirtschaft: Deutsche Schulden sind 3,7 Billionen Euro höher

Deutschland hat mehr Schulden, als bislang bekannt: Eine Statistik der Stiftung Marktwirtschaft zeigt, dass das Defizit rund 5,8 Billionen Euro beträgt - 3,7 Billionen mehr, als offiziell ausgewiesen.

Die massive Lücke entsteht dadurch, dass das Institut neben den aktuellen Schulden von 2,07 Billionen Euro auch künftige Defizite einbezogen hat. Sie entstehen etwa durch weiter steigende Pensions- und Rentenlasten und Pflegeausgaben, die in absehbarer Zukunft auf die Bundesregierung zukommen.

Diese "nicht sichtbare" Staatsschuld beträgt demnach 147 Prozent gemessen an der Wirtschaftsleistung und ist höher als die aktuelle Staatsschuld von rund 80 Prozent. Beide Werte zusammen ergeben die Nachhaltigkeitslücke von rund 227 Prozent. Dafür müsse der Staat schon heute Geld zurücklegen, sagt der Studien-Autor Bernd Raffelhüschen.

Anzeige

Generationenbilanz Was die Parteiprogramme die nächsten Generationen kosten

Die Wahlprogramme der Parteien lassen sich gut durchleuchten. Das Forschungszentrum Generationenverträge hat untersucht, wie sich die Vorschläge auf die Belastungen der folgenden Generationen auswirken.

 Studenten sitzen in der Sonne an der Leibniz Universität in Hannover Quelle: dpa

Nach der Bundestagswahl dürfte der Schuldenberg sogar noch weiter anwachsen. Denn die Wahlversprechen müssen über neue Schulden finanziert werden, so die Experten der Stiftung Marktwirtschaft. Sie rechnen im Falle eines Sieges der aktuellen Regierung mit einem Anstieg um weitere 1,6 Billionen Euro, etwa durch hohe Kosten der geplanten Mütterrente.

Weitere Artikel

Sollte die SPD an die Macht kommen und alle ihre Wahlversprechen umsetzen, würden die Schulden sogar noch weiter steigen - um 2 Billionen Euro. Bei FDP und Grünen hingegen würde der Schuldenanstieg je nach Berechnung deutlich geringer ausfallen.

Die Politik habe die sich bietenden finanziellen Spielräume 2012 nicht genutzt, urteilt Raffelhüschen.

Anzeige

21 Kommentare zu Stiftung Marktwirtschaft: Deutsche Schulden sind 3,7 Billionen Euro höher

  • So ein Quatsch, künftige Ausgaben in die Schulden von heute einzurechnen. Nach dieser Rechenart müsste auch jeder Privatmensch und jede Firma alle künftigen Ausgaben und Ausgabenerhöhungen (für Miete, Telefon, Personal usw) in die Vermögensbilanz einberechnen, und schon wären die meisten "pleite" und "überschuldet", weil sie die künftigen Ausgaben nicht schon heute auf dem Bankkonto zurückgelegt haben.

  • Firmen rechnen tatsächlich zukünftige Ausgaben wie die hier erwähnten Pensionen in ihre Bilanz. Diese heißen dann Rückstellungen, etwa für Pensionen, Garantien, Prozesskosten, Steuern usw.
    Und wenn ich als Privatperson ein Zahlungsversprechen abgebe macht mich das auch ärmer (nicht auf dem Konto).
    Nur richtig ist es also auch die aktuelle Regierung für zukünftige Schulden in Verantwortung zu ziehen...

  • Irgendwie merkwürdig, immer sind Schulden das Problem aber ohne Schulden weder Konsum und Wachstum oder Kredittilgung. Es wird Zeit, mal über das eigentliche Problem unseres Geldsystems nachzudenken, denn dort liegt das eigentliche Problem. Irgendwann holen immer mehr Schulden aller Marktteilnehmer und die dafür aufzuwendenden Zinsen die zur Verfügung stehende Geldmenge ein. Wenn dann noch, wie überall festzustellen ist, sich immer größere Vermögenswerte in immer weniger Händen ballt das darauf wartet, dass sich jemand dieses überschüssige Geld gegen Zinsen leiht, ist der Kollaps vorprogrammiert. So wie wir unser Zinseszinssystem "manipulieren" und die Geldmenge und den Geldfluss künstlich durch Eingriffe negativ beeinflussen kann es gar nicht lange funktionieren. Ich bin mal gespannt, wann die große Erleuchtung aufkommt, den "Konsumenten" mehr liquide Mittel zukommen zu lassen damit Waren und Dienstleistungen erworben werden können. Sparen (vor allem bei der Masse der Bürger) wird nicht helfen dieses Ziel zu erreichen. Momentan werden die Wohlhabenden des Planeten mit zusätzlichem Zentralbankgeld überschüttet, in der vagen Hoffnung, es möge doch im realen Konsum ankommen. Nur das schafft Arbeitsplätze. Momentan werden erst einmal die Zinsen in Richtung Null% gedrückt und verführt gerade schlechte Bonitäten dazu, sich weiter zu verschulden, da auch die Kreditwürdigkeit weiter gelockert wird um das Geld in den Kreislauf zu pumpen. Neue Blasen entstehen und werden den Untergang weiter beschleunigen und die Folgen katastrophaler ausfallen lassen. Irgendwie scheinen die Verantwortlichen das System nicht verstanden zu haben.

Alle Kommentare lesen
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%