Streik der Lufthansa-Piloten: Hoffnung auf Einigung

Streik der Lufthansa-Piloten: Hoffnung auf Einigung

, aktualisiert 24. Oktober 2014, 14:12 Uhr
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Die Verhandlungen zu einem neuen Vergütungstarifvertrag sollen Medienberichten zufolge wiederbelebt worden sein.

Nach Wochen des Streiks zeichnen sich Hoffnungsschimmer ab, dass sich die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit und die Lufthansa doch noch einigen könnten. Entscheidend sei, überhaupt wieder in Kontakt zu treten.

Lufthansa-Passagiere können hoffen: Nach acht Streikwellen der Piloten wollen sich die Tarifparteien wieder an einen Tisch setzen. Lufthansa, die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) und ein Moderator suchen nach einem gemeinsamen Termin, wie ein Lufthansa-Sprecher der Nachrichtenagentur dpa am Freitag sagte. Auch im Tarifstreit der Lokführer herrscht vorerst Ruhe an der Streikfront. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) will bis einschließlich Montag (27. Oktober) nicht streiken, wie ein GDL-Sprecher klarstellte.

Bei den Gesprächen mit der Pilotengewerkschaft soll es Lufthansa zufolge vor allem um einen neuen Vergütungstarifvertrag gehen. Der aktuelle Konflikt dreht sich zwar um den Vorruhestand der Flugkapitäne. „Entscheidend ist aber, dass wir überhaupt wieder ins Gespräch kommen, egal über welches Thema“, sagte ein VC-Sprecher. Man bleibe streikbereit, hoffe aber auf konstruktive Gespräche. Insgesamt gebe es derzeit 15 Baustellen.

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Welche Rechte Fluggäste bei Streik haben

  • Hinweise der Verbraucherschützer

    Die Verbraucherzentrale NRW erklärt, welche Rechte betroffene Fluggäste haben.

  • Ansprüche gegen die Fluggesellschaft (1)

    Die Airline muss laut EU-Verordnung einen Ersatzflug zum nächstmöglichen Zeitpunkt anbieten. Alternativ können Fluggäste bei Annullierung des Flugs vom Luftbeförderungsvertrag zurücktreten und sich den Flugpreis erstatten lassen.

  • Ansprüche gegen die Fluggesellschaft (2)

    Bei Ausgleichszahlungen ist die Lage strittig. Nach bislang überwiegender Ansicht gelten Streiks als "außergewöhnliche Umstände", und dann braucht die Fluggesellschaft nicht zu zahlen.

  • Ansprüche gegen die Fluggesellschaft (3)

    Findet der Flug verspätet statt, sichert die europäische Fluggastrechte-Verordnung folgende Rechte zu: Anspruch auf kostenlose Betreuung besteht ab zwei Stunden Verzögerung bei Kurzstrecken (bis 1500 km), ab drei Stunden bei Mittelstrecken (bis 3500 km) und ab vier Stunden bei Langstrecken. Die Airline muss dann für Mahlzeiten, Erfrischungen, zwei Telefongespräche, Telexe, Faxe oder E-Mails sowie eventuell notwendige Hotelübernachtungen (falls sich der Flug um einen Tag verschiebt) samt Transfer sorgen.

  • Ansprüche gegen die Fluggesellschaft (4)

    Wollen die Fluggäste die Reise bei einer mehr als fünfstündigen Verspätung nicht mehr antreten, können sie ihr Geld zurückverlangen.

  • Ansprüche gegen den Reiseveranstalter (1)

    Der Reiseveranstalter ist der erste Ansprechpartner, wenn der ausfallende Flug Teil einer Pauschalreise ist. Auch der Veranstalter hat die Pflicht, schnellstmöglich für eine Ersatzbeförderung zu sorgen.

  • Ansprüche gegen den Reiseveranstalter (2)

    Erst, wenn der Flieger mehr als vier Stunden verspätet ist, kann je nach Flugstrecke ein Reisemangel vorliegen. Dann können für jede weitere Verspätungsstunde fünf Prozent des Tagesreisepreises vom Veranstalter zurückverlangt werden.

  • Ansprüche gegen den Reiseveranstalter (3)

    Wenn durch den Streik Reiseleistungen ausgefallen sind, haben Urlauber die Möglichkeit, nach ihrer Rückkehr den Preis der Reise zu mindern.

Die Lufthansa hatte nach Angaben des Unternehmenssprechers die Pilotengewerkschaft während der achten Streikwelle Anfang der Woche eingeladen, über offene Themen zu diskutieren. VC habe Gespräche über die Vergütung der Piloten vorgeschlagen. „Wir begrüßen das“, sagte der Lufthansa-Sprecher.

Im Konflikt um die Übergangsversorgung der Piloten mussten Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings seit April insgesamt rund 5900 Flüge wegen Streiks der Flugkapitäne streichen. Davon waren nach Angaben der Fluggesellschaft etwa 660.000 Passagiere betroffen. Die achte Streikwelle war nach 35 Stunden in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch zu Ende gegangen.

Die Lokführer-Gewerkschaft hatte nach dem jüngsten zweitägigen Ausstand am vergangenen Wochenende eine siebentägige Streikpause angekündigt. Zu möglichen Gesprächskontakten hielten sich beide Seiten am Freitag bedeckt. Eine Bahnsprecherin wiederholte lediglich, der Konzern sei zu Gesprächen grundsätzlich bereit. Der GDL-Sprecher sagte, einen Verhandlungstermin gebe es noch nicht.

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In dem Konflikt pocht die GDL darauf, nicht nur für Lokführer, sondern auch für Zugbegleiter und andere Berufsgruppen Tarifverträge auszuhandeln. Für sie war bislang ausschließlich die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) zuständig. Der Tarifvertrag, der diese Abgrenzung regelte, lief im Juni aus.

Die Mehrheit der Bundesbürger hat laut ZDF-Politbarometer kein Verständnis für die Ausstände. Demnach sind 57 Prozent mit den Streiks der Lokführer und 72 Prozent mit den Arbeitsniederlegungen der Piloten nicht einverstanden. Allgemein sind 59 Prozent der Ansicht, dass es gesetzliche Einschränkungen geben sollte, damit Gewerkschaften, die nur einen kleinen Teil der Beschäftigen eines Unternehmens vertreten, nicht das gesamte Unternehmen lahmlegen können.

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